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Landkreis will Vertrag mit dem Betreuungsverein Hameln-Pyrmont abschließen

Zu wenig Kandidaten für Vormundschaften

Hameln-Pyrmont. Weil mit den Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan auch zahlreiche Minderjährige ohne sorgerechtsberechtigte Elternteile nach Deutschland und damit auch nach Hameln gelangt sind, hat das Jugendamt des Landkreises Hameln-Pyrmont ein Problem: Es kan dem Familiengericht nicht in ausreichender Zahl Kandidaten für eine Vormundschaft benennen. Der Jugendhilfeausschuss hat die Verwaltung deshalb beauftragt, einen Vertrag mit dem Betreuungsverein Hameln-Pyrmont abzuschließen und den Verein mit der Übernahme von bis zu 40 Vormundschaften zu beauftragen.

veröffentlicht am 03.02.2016 um 21:16 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Das Jugendamt selbst ist derzeit in 75 Fällen Vormund, hat aber nur noch Kapazität für höchstens 15 weitere Vormundschaften. Derzeit halten sich bereits 113 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge teils in der Linsingen-Kaserne, teils aber auch bereits in Gastfamilien auf. Für etwa 40 Betroffene, in der Regel sind es Jungen, geht das Jugendamt davon aus, dass die Vormundschaft von einem sich hier aufhaltenden Mitglied des erweiterten Familienverbundes übernommen wird; elf Jugendliche sind derzeit aber komplett auf sich gestellt und benötigen nach deutschem Recht einen Sorgerechtsberechtigten. Dieser ist dann bevollmächtigt, für sie alle Rechtsgeschäfte zu erledigen, wozu etwa auch der Asylantrag gehört.

Im Verlauf einer Veranstaltung des Landkreises hatten sich Ende November 25 Interessenten gemeldet, die bereit sind, eine Vormundschaft zu übernehmen – für die Menge an jugendlichen Flüchtlingen, die einen Vormund benötigen, zu wenige. Weil der Betreuungsverein für die Übernahme von 40 Vormundschaften extra eine hauptamtliche Kraft einstellen würde, erklärt sich der Landkreis bereit, den Verein für die ersten zwölf Monate der Tätigkeit eine Förderung von 47 300 Euro zu gewähren, vom zweiten Jahr an weitere 26 250 Euro. Weitere Gelder würden bei der noch ausstehenden Anerkennung als Vormundschaftsverein vom Land fließen, die Kosten des Vereins aber nicht decken.

Würde das Jugendamt eine weitere Kraft für diesen Bereich einstellen, entstünden deutlich höhere Kosten: rund 80 000 Euro, wie Andreas Koop, der Leiter des Jugendamtes während der Sitzung des Jugendhilfeausschusses erklärte.



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