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Nachbarschaftsstreit sorgt für Aufsehen / Nächste Woche wird am Landgericht verhandelt

Zoff um 40 bunte Vögel und eine Pfeifmaschine

Springe (ric). Wellensittiche, Blaustirnamazonen, Ziegensittiche, Graupapageien – eigentlich sind die gefiederten Haustiere der Familie Nakunst ein fröhlicher bunter Haufen von 40 exotischen Vögeln. Seit kurzem jedoch leiden sie unter einem erbitterten Nachbarschaftsstreit – der ein großes mediales Echo nach sich zieht. TV-Sender haben sich angekündigt.

veröffentlicht am 10.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:41 Uhr

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Doch von vorne: Alles beginnt im Jahr 1993. Seitdem hält und züchtet der heute 54-jährige gelernte Schlosser Ulrich Nakunst, der mit seiner Frau Petra seit 1980 in Gestorf wohnt, Papageien und Sittiche. „Das Veterinäramt hat mir dafür die Erlaubnis erteilt, denn das darf man natürlich nicht einfach so machen“, berichtet Nakunst. Das Gebäude für die Tiere war einst ein Schweinestall – in der ehemaligen Vertriebenen-Siedlung war es üblich, dass sich die Bewohner Viehzeug hielten. Beschwert hat sich angeblich niemand. Weder damals über die Schweine noch später über die Vögel. „Wir haben uns an die Geräusche gewöhnt, das war nicht schlimm“, sagt ein Anwohner.

Der Ärger begann im Herbst 2006. Neue Nachbarn bezogen das Haus schräg gegenüber Nakunsts Garten. Sie beschwerten sich über laute Geräusche, die aus der Vogelvoliere stammen sollten, die an das Stallhaus angebaut ist. Am 17. September 2006 riefen die Nachbarn schließlich die Polizei. Der Grund: Lärmbelästigung durch eine „Papageienpfeifmaschine“.

Polizisten finden keine Tonbänder

„Das Ordnungsamt stellte weder eine Belästigung durch Vogelschreie noch durch einen Tonträger fest“, sagt Nakunsts Anwalt Heinrich Eicke. Als dann ein zweites Mal die Polizei gerufen wurde, schauten sich Beamte die Anlage vor Ort an – ergebnislos. Doch die Nachbarn blieben hart und erhoben im August 2007 Klage. Diesmal mit Erfolg: Das Amtsgericht Springe urteilte, dass die Blaustirnamazonen und die Graupapageien nur noch maximal zwei Stunden am Tag draußen in der Voliere oder bei geöffnetem Fenster im Stallgebäude gehalten werden dürfen.

„Das ist nicht artgerecht“, ärgert sich Nakunst. Mit seinem Anwalt hat er Berufung eingelegt, will das Urteil über die Haltung seiner gefiederten Freunde nicht hinnehmen. Nächsten Donnerstag wird im Landgericht Hannover verhandelt. Möglicherweise werden sich die Kläger dann äußern – vorher zumindest nicht. Der Kläger ist ein prominenter Springer Kommunalpolitiker.



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