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Integrationsmoderatorin eingestellt / Psychologische Hilfe wird abgelehnt

Zahl der Flüchtlinge gesunken

HAMELN-PYRMONT. Die Zahl der Flüchtlinge, die im Landkreis leben, ist zurückgegangen. Gab es vor zwei Jahren im Schnitt noch 70 Neuankömmlinge wöchentlich, so sind es derzeit bestenfalls noch mal 18 Zuweisungen.

veröffentlicht am 07.09.2017 um 20:58 Uhr

Flüchtlinge lesen Mitteilungen am Schwarzen Brett. Foto: dpa
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Frank Buchholz vom Team soziale Hilfen beim Landkreis erklärt, dass derzeit nur noch 1354 Flüchtlinge Leistungen vom Kreis bezögen. Kreisrätin Sabine Meißner teilte jetzt in der Sitzung des Kreis-Sozialausschusses mit, dass von 69 Wohnungen, die zur Unterbringung von Flüchtlingen vom Kreis angemietet worden waren, etwa die Hälfte wieder gekündigt worden sei. Bereits in seiner Mai-Sitzung hatte der Sozialausschuss beschlossen, Ergänzungsangebote zur Integration zu den bestehenden Angeboten für Flüchtlinge und sozial schwache Personenkreise im Landkreis ins Leben zu rufen. Für das Gesamtangebot wurde für dieses Jahr ein Budget von 120 000 Euro bereitgestellt. Dazu sind erhebliche Fördermittel Dritter hinzugekommen, sodass das Beratungsangebot finanziert werden kann. Um Flüchtlinge wie sozial Schwache noch besser in das Arbeitsleben zu integrieren, wurde bei der Impuls gGmbH zum Juni Sandra Nädler-Grupe als überbetriebliche Integrationsmoderatorin eingestellt. Zu den Aufgaben der gelernten Bankfachwirtin und Psychologin zählen die Vernetzungsarbeit und Pflege von Kontakten mit Betrieben.

Im Rahmen eines Multiplikatorenmodells, für das Interessierte geschult werden, sollen diverse Gesundheitsthemen wie zum Beispiel Verhalten im Krankheitsfall, Zahngesundheit und -prophylaxe, Impfschutz und Kindergesundheit weitergegeben werden. Zur Vorbereitung des Führerscheinerwerbs sollen notwendige Fachbegriffe vermittelt und so sprachliche Barrieren beim Autofahren abgebaut werden. Hierzu wird auch ein interkulturelles Angebot mit örtlichen Fahrschulen konzipiert.

Auch für das Themenfeld Wohnen und Wohnumfeld wird ein Multiplikatorenmodell zum Einsatz kommen. Hier sollen Themen wie Heizen, Lüften, Waschen, Duschen, Energiesparen, Nebenkostenabrechnungen und Abfallentsorgung in enger Abstimmung mit dem Projekt „Stromsparcheck“ vermittelt werden. Für die Koordination der Sprachkurse hat der Landkreis aus Landesmitteln eine Stelle bewilligt bekommen.

Abstand genommen hat man indes von der Schaffung niedrigschwelliger Angebote für psychologische Beratung: Sie werden von den Flüchtlingen nicht angenommen.

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