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Bahnverkehr im Norden komplett eingestellt

"Xavier" wütet: Bahnverkehr eingestellt, Bäume entwurzelt, Dach abgedeckt

Weserbergland/Norddeutschland. Angekündigt waren schwere Sturmböen von Tief „Xavier“ schon für den Donnerstagvormittag. Die stärksten Böen fegten allerdings erst ab Mittag über die Region. Vor Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 90 und 115 Kilometer pro Stunde warnte der Deutsche Wetterdienst. Das Weserbergland kam mit einem blauen Auge davon, in ganz Norddeutschland aber musste der Bahnverkehr eingestellt werden, es gab viele Schäden und sieben Tote.

veröffentlicht am 05.10.2017 um 15:14 Uhr
aktualisiert am 06.10.2017 um 10:18 Uhr

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Ab 13 Uhr waren Kräfte der Feuerwehr gefordert, um umgefallene Bäume sowie heruntergefallene Äste und Dachpfannen beiseitezuräumen. Auch Streifenbeamte schoben abgebrochene Äste von Bundesstraßen.

Glück im Unglück hatten die Insassen eines Skoda Fabia, der bei Bad Münder gegen einen Ast eines umgestürzten Baumes krachte. Der Skoda war auf der Bundesstraße 442 in Richtung Hachmühlen unterwegs, als auf Höhe des Finkenwegs der Baum auf eine Lärmschutzwand und die Fahrbahn krachte. Die Insassen seien unverletzt geblieben, teilte die Polizei in Bad Münder mit.

In Hessisch Oldendorf wurden meterhohe Buchstaben der Werbebeleuchtung eines Baumarktes an der Welseder Straße vom Dach gefegt. Feuerwehrleute zogen die auf einen Parkplatz gefallenen Bauteile beiseite und montierten sicherheitshalber Reste der zerstörten Werbetafel ab. Zu dem Einsatz rückte ein Drehleiterfahrzeug aus Hameln an.

Auf dem Parkplatz des Kreishauses in Hameln wurden zwei abgestellte Autos demoliert. Auf einem Nachbargrundstück sei die Krone eines Baumes abgebrochen und auf die Fahrzeuge gefallen, so eine Sprecherin. In Pötzen kippte auf einem Grundstück ein Kastanienbaum um. Auch bei Nienstedt und Hajen krachten dicke Äste auf Straßen. Feuerwehrleute zogen die Äste von der Straße und räumten auf.

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  • Ordentlich Wind, sogar die Werbetafeln stürzten vom Dach eines Baumarktes. F.: Feuerwehr
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  • Glück hatten die Bewohner eines Hauses in Hessisch Oldendorf. Der Baum verfehlte den Wintergarten nur knapp. Foto: privat
Stehende S-Bahn: 69 Dezibel. Foto: Dana
  • Der Bahnverkehr im Norden wurde wegen des Sturmes eingestellt. Betroffen ist auch die S5. Foto: Dana

In Thüste rückte die Feuerwehr zu einem Einsatz an einem Wohnhaus an der Langen Straße aus. Eine Böe hatte mehrere Betondachpfannen heruntergefegt, weitere Pfannen drohten auf die Landesstraße zu fallen.

Am Abend fordert Orkan "Xavier" auch das Technische Hilfswerk. An der Hamelner Straße in Afferde drohte gegen 18.45 Uhr eine sechs Meter hohe Tanne auf einen Gehweg und auf die Bundesstraße 1 zu stürzen. Höchste Eile war geboten. Deshalb fuhr das THW von Klein Berkel mit Blaulicht und Sirene zum Einsatzort. Mit Kettensägen zerteilten die ehrenamtlichen Helfer den vom Sturm schwer angeschlagenen Baum. Eine Stunde später war die Gefahr gebannt.

Probleme gab es auch im Bahnverkehr. Die S-Bahn-Linie 5 von Hameln nach Hannover und umgekehrt verkehrte am Donnerstag nur noch eingeschränkt.



Aufgrund des Sturmtiefs Xavier waren folgende Fernverkehrsstrecken gesperrt:

Hannover Hbf - Hamburg-Altona

Hannover Hbf - Wolfsburg

Hamburg Hbf - Westerland (Sylt)

Hamburg Hbf - Kiel Hbf

Bremen - Oldenburg - Leer

Norddeich - Rheine

Osnabrück - Bremen - Hamburg Hbf

Kassel-Wilhelmshöhe - Braunschweig - Berlin Hbf

Almelo - Hengelo (Niederlande)



Bei DB Regio Nord waren folgende Netze betroffen:

- S-Bahn Hannover (S1 / S2 / S3 / S4 / S5 / S6 / S7 / S21 / S51)

- Expresskreuz Bremen (RE1 / RE8 / RE9)

- Harz-Weser-Netz (RB44 / RB45 / RB46 / RB80 / RB81 / RB82)


fn/leo

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