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Eisenhammer bekommt Wasserrad zum Schmieden – und zum Stromerzeugen

Wunsch wird Wirklichkeit

EXTEN. Die Lieferung und Montage des mächtigen Wasserrads ist ein großer Schritt für die Erfüllung eines Traums der Aktivisten des Heimatvereins Exten. Mit dem Wasserrad hat der obere Eisenhammer im idyllischen Winkel des Rintelner Ortsteiles das Herzstück für den Antrieb und die Wiederbelebung der archaischen Schmiedetechnik erhalten.

veröffentlicht am 09.10.2017 um 09:03 Uhr

Schwergewicht am Kranhaken: Das neue Wasserrad für den oberen Eisenhammer wiegt 1,5 Tonnen. Foto: who
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Autor

Werner Hoppe Reporter
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Eher im Verborgenen vollzog sich das Schauspiel, von dem die Heimatfreunde anfangs nur geträumt hatten. Denn der obere Eisenhammer sollte nach der Sicherung und Sanierung des Gebäudes (Beginn im Jahr 2011) auch wieder ein Wasserrad bekommen, das zusätzlich Strom erzeugen sollte.

Ein Autokran war jetzt notwendig, um das 1,5 Tonnen schwere hölzerne Rad (Durchmesser 2,40 Meter, Breite 1,20 Meter) an seinen künftigen Arbeitsplatz unterhalb des Wassereinlaufs des Hammergrabens zu hieven. Zuvor hatten die Spezialisten von der Maschinen- und Mühlenbau GmbH & Co. KG Pätzmann aus Winsen an der Luhe die Tragkonstruktion vorbereitet. Das passgenaue Einschweben des Schwergewichts brauchte nur einige Minuten, bevor Firmenchef Olaf Rieck und seine Mitarbeiter Kai Jaehnecke und Holger Vieth zur Sache gehen konnten.

Der Wasser-Einlauftrog (1,20 Meter breit und ebenfalls in der Mühlenbauer-Werkstatt vormontiert) folgte am Kranhaken nach und wurde über dem Rad montiert. Im Prinzip passt alles, nur punktuell müssen Zapfenlöcher nachgearbeitet werden, stellte Jaehnecke fest. Mit Hammer, Stechbeitel und Trennscheibe war das Problem, das für die versierten Zimmerleute eigentlich keines war, schnell gelöst. „Alles sitzt und alles passt.“

Über den Einlauftrog wird künftig Exter-Wasser über den Hammergraben auf das Wasserrad strömen. Foto: who
  • Über den Einlauftrog wird künftig Exter-Wasser über den Hammergraben auf das Wasserrad strömen. Foto: who

Wir freuen uns schon auf das dritte grüne Kraftwerk in unserem Bereich.

Jürgen Peterson, Geschäftsführer Stadtwerke

„Passend gemacht werden muss jetzt noch der Antrieb für den künftigen Schwanzhammer und den Stromgenerator“, erklärte der Heimatvereinsvorsitzende Horst Vöge als Bauleiter und Manöverbeobachter. Aber auch dafür hätten die Mühlenbauer die entsprechenden Lösungen parat. Vöge: Die Kraftübertragung erfolgt über eine Welle von 55 Zentimetern Durchmesser, die aus einer gut 160 Jahre alten Schaumburger Eiche geschnitten ist. Mit einem Gewicht von 1,5 Tonnen ist die Welle genauso schwer wie das Wasserrad.

Der angeschlossene Kettenantrieb und ein mehrstufiges Getriebe bilden die Verbindung zum Generator. Dieser ist entgegen früheren Planungen jetzt unmittelbar neben der Welle installiert und hat eine Nennleistung von drei Kilowatt. „Und wir gehen von einer Leistung von zwei Kilowatt im Dauerbetrieb aus“, ist Vöge zuversichtlich.

Ob sich die erhoffte (eher bescheidene) Leistung erzielen lässt, wird sich vielleicht schon diese Woche beim Probelauf herausstellen, wenn sämtliche Komponenten installiert sind und die Stadtwerke Rinteln die Einspeisung in das Stromleitungsnetz hergestellt haben. Auf jeden Fall „freuen wir uns schon auf das dritte Grüne Kraftwerk in unserem Bereich“, sah Stadtwerke-Chef Jürgen Peterson auf Anfrage unserer Zeitung der Inbetriebnahme optimistisch entgegen. Mit jeweils 1,5 Tonnen sind sowohl das Wasserrad als auch die Antriebswelle für den neuen Schwanzhammer echte Schwergewichte. Diese Dimensionen sind dem Vernehmen nach erforderlich, um die Wasserkraft in Arbeitsleistung umzuwandeln.

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