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Auch in diesem Jahr nur ein Traum?

Wunsch nach einer weißen Weihnacht bleibt in Norddeutschland meist unerfüllt

Hameln-Pyrmont. In der Adventszeit beschäftigt uns die Frage: „Wird Weihnachten romantisch weiß – oder wieder einmal schmutzig grau?“ Für eine verlässliche Prognose ist es auch Mitte Dezember zwar noch zu früh. Sichere Trends können die Wettermodelle bestenfalls eine Woche im Voraus liefern. Bemüht man die Statistik, so sind die Chancen für weiß gepuderte Festtage im norddeutschen Flachland aber denkbar schlecht. Nur etwa zweimal in zehn Jahren kann das Christkind in den Tälern unserer Weserregion durch Schnee und Eis zu uns gelangen. Geradezu perfekt klappte dies zuletzt an Weihnachten 2010. Nach vielen eiskalten Dezembertagen mit wiederholtem Schneegestöber sank das Quecksilber in der Heiligen Nacht in Hameln auf minus 13 Grad. An den Feiertagen war dann bei Schneehöhen von 12 bis 14, in höheren Lagen sogar bis 30 Zentimeter, überall Ski und Rodeln gut.

veröffentlicht am 14.12.2015 um 19:29 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:50 Uhr

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Autor:

Reinhard Zakrzewski
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Dass weiße Weihnachten in unseren Breiten so selten sind, liegt an den milden Atlantikwinden. Angekurbelt werden diese von Temperaturgegensätzen zwischen der schon sehr kalten Arktis und dem immer noch warmen subtropischen Atlantik. Im letzten Dezemberdrittel ist die Differenz besonders groß. Dann sind auch die Winde zum Kontinent am kräftigsten. Entsprechend kann die Luft aus dem russischen Eisschrank der milden Luft über Mitteleuropa nur selten Paroli bieten und wir bekommen das ungeliebte Weihnachtstauwetter. In diesem Winter dürfte sich Väterchen Frost zusätzlich schwer tun. Grund ist das Klimaphänomen „El Nino“ (spanisch „Das Christkind“) im Südpazifik, das alle drei bis fünf Jahre gerade zur Weihnachtszeit seinen Höhepunkt erreicht. Durch den Zusammenbruch der äquatorialen Ostwinde schwappt sehr warmes Oberflächenwasser aus dem Raum Australien und Südostasien bis an die Küsten von Süd- und Mittelamerika. Dabei werden großflächig enorme Wärmemengen in die Atmosphäre abgegeben. Untersuchungen haben gezeigt, dass als Folge davon die nordhemisphärischen Westwinde im Winter nicht nur über dem Pazifik, sondern auch über dem Atlantik schneller werden. Entsprechend rechnen die Jahreszeitentrends verschiedener Wetterdienste schon seit Monaten mit einem eher zu milden Winter in weiten Teilen Europas. Dass das ungeliebte Weihnachtstauwetter kein Phänomen der neuzeitlichen Klimaerwärmung, sondern schon seit Jahrhunderten eine feste Größe im Reigen der Monate ist, bezeugen Chroniken, später auch instrumentelle Messungen, aus der Kälteperiode der so genannten „Kleinen Eiszeit“ (1350 bis 1850). So ist bei Rüdiger Glaser (2008): Klimageschichte Mitteleuropas, zu lesen: „Auf den Rekord- und Jahrhundertwinter 1657/58, in dem selbst die Ostsee zugefroren war, folgte 1658 ein typischer Dezember. (…) Strenger Frost ließ im Süden den Main zufrieren. Im Norden gab es gleichzeitig mehrtägigen Dauerregen. Auch im Süden setzte sich schließlich, rechtzeitig zum Weihnachtsfest, Tauwetter durch, der Main führte Hochwasser.“



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