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Und lässt sich dabei filmen / Hegeringleiter in Bad Pyrmont ist nicht überrascht

Wolf reißt Ziegen in Lippe

Bad Pyrmont. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Wolf im Weserbergland auftaucht. Meldungen gibt es ohnehin schon länger, auch wenn bislang keine davon bestätigt worden ist. In Sommersell bei Barntrup, zehn Kilometer von der Stadtgrenze Bad Pyrmonts entfernt, hat nun offenbar ein Wolf am Osterwochenende zwei Zwergziegen gerissen und teilweise aufgefressen. „Auch wenn die DNA-Proben noch ausstehen, so sprechen doch die Videoaufnahmen dafür, dass es ein Wolf war“, sagte der Vorsitzende des Hegerings Begatal, Gerhard Höltke, im Gespräch mit dieser Zeitung.

veröffentlicht am 28.03.2016 um 18:28 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 16:02 Uhr

Hans-Ulrich Kilian

Autor

Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite

Der Wolf hat sich nämlich bei seinem Raubzug auf einer Weide 50 Meter vom Ortsrand des lippischen 400-EinwohnerDorfes filmen lassen. Aufnahmen aus einer Wildtierkamera, die der Eigentümer der Ziegen nach einem ersten Angriff in der Nacht zu Ostersamstag aufgehängt hatte, zeigen sowohl den Wolf als auch den Versuch des Ziegenbocks „Peter“, sich gegen den Räuber am Ostersonntag zur Wehr zu setzen. Dass dies so nahe an den Wohnhäusern geschah, hat die Einwohner in Sorge versetzt.

Eine Einschätzung zum Auftauchen des Wolfes wollte Höltke nicht abgeben. „Da halten wir Jäger uns völlig raus, das ist Sache von Düsseldorf und Berlin“, sagte er.

Im benachbarten Hegering Bad Pyrmont ist das anders, deren Jäger beteiligen sich am Wolfsmonitoring des Landes Niedersachsens. Hegeringleiter Hans-Joachim Böhnke wurde am Sonntag vom Hegering Begatal über den Vorfall informiert, denn die Reviere grenzen unmittelbar aneinander. „In einer halben Nacht könnte der Wolf auf Pyrmonter Gebiet sein“, lautet seine Einschätzung, zumal das Tier geschützt im Wald unterwegs wäre. Dennoch zeigte sich der Hegeringleiter weder überrascht noch aus jagdlichen Gründen besorgt. „Wir hatten in der jüngeren Vergangenheit zwei bis drei Ernst zu nehmende Meldungen von Wölfen, wenn auch nicht bestätigt“, sagte er. „Hier im Weserbergland ist der Lebensraum dafür gegeben.“ Bei dem Tier in Sommersell handele es vermutlich noch um einen Einzelgänger, aber in den nächsten Jahren dürften sich im Weserbergland oder im Teutoburger Wald auch Rudel ansiedeln. Als Jäger sehe er der Rückkehr des Raubtieres sehr gelassen, versicherte Böhnke. „Auf 100 Hektar werden von einem Rudel Wölfe pro Jahr ein bis zwei Stück Schalenwild gerissen. Das ist unerheblich, im Straßenverkehr wird mehr Wild getötet.“ Gleichwohl versteht Böhnke es als Aufgabe der Jäger, die Öffentlichkeit zu informieren und nicht zuletzt die Nutztierhalter. „Das haben wir schon getan, und das werden wir bei Bedarf wiederholen.“



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