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Rintelner schießt Foto von Tier am Sägewerk – Bild aber zu unscharf für eindeutige Analyse

Wolf in Goldbeck gesichtet?

Goldbeck. Neue Spekulationen um eine Wolfssichtung: Ein Rintelner will einen Wolf nicht nur gesehen, sondern auch fotografiert haben. Im Rintelner Ortsteil Goldbeck – und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zur angrenzenden Gemeinde Aerzen. Wolfsexperten geben sich vorsichtig zurückhaltend, wollen aber auch nichts ausschließen.

veröffentlicht am 28.12.2015 um 18:50 Uhr
aktualisiert am 21.12.2016 um 10:17 Uhr

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Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Ein Rintelner will einen Wolf nicht nur gesehen, sondern auch fotografiert haben. Am 15. Dezember, morgens in Goldbeck, am Sägewerk. Das Bild hat der Mann, der bis gestern für keine Stellungnahme zu erreichen war, in einer geschlossenen Facebook-Gruppe gepostet. Tatsächlich sieht das darauf zu sehende Tier einem Wolf nicht unähnlich. Aber das Foto ist unscharf. Und die Redaktion kein Expertenteam für Wolfskunde. Also hat sie sich an eine Adresse gewandt, bei der man es wissen muss.

Doch auch beim Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist man sich nicht sicher, nachdem man dort das Foto in Augenschein genommen hat. „Wegen der doch sehr schlechten Qualität des Fotos können wir nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es sich bei dem abgebildeten Tier um einen Wolf handelt. Ausgeschlossen ist es zumindest nicht“, teilt Pressesprecherin Herma Heyken auf Anfrage mit. So bewertet auch der Wolfsbeauftragte Heiko Brede vom Niedersächsischen Forstamt Oldendorf das Foto: „Man kann es aufgrund der Fotoqualität nicht sicher sagen.“

Die Meldungen über vermeintliche Sichtungen von Wölfen, Wolfspuren oder Tiere, die von Wölfen gerissen worden sein sollen, häufen sich. Auch in der Region. Im März wollte ein Mann aus Stadthagen einen Wolf bei Wölpinghausen gesehen haben. Im Juli machte ein Mann am Weserufer in Hessisch Oldendorf Wolfsspuren aus. Im Oktober sollen Wölfe bei Wendthagen Mufflons gerissen haben. Und erst vor wenigen Tagen wurden bei Bad Pyrmont in Anbetracht eines tot aufgefundenen Kalbs Untersuchungen darüber eingeleitet, ob das Tier womöglich von einem Wolf gerissen worden ist. Bestätigt wurde bislang keiner dieser Verdachtsfälle.

Dennoch: Dem NLWKN zufolge sollen Mitte 2015 etwa 60 Tiere in Niedersachsen gelebt haben. Nachgewiesen sind seit dem Jahr 2008 auch etwa 180 Wolfsrisse, in der Regel erkennbar am typischen Halsbiss. Bis zur Anfrage unserer Zeitung war die angebliche Wolfssichtung von Goldbeck weder Forstamtsleiter Christian Weigel von den Niedersächsischen Landesforsten in Hessisch Oldendorf noch dem Wolfsbeauftragten Heiko Brede und dem Kreisjägermeister Reinhold Siegmann von der Kreisjägerschaft Schaumburg bekannt. Ausschließen, dass es sich jedoch durchaus um einen Wolf gehandelt haben könnte, möchte aber auch keiner. Gleichzeitig warnen alle drei vor voreiligen Schlüssen sowie vor Fälschungen. Im Sommer 2011 täuschte eine Hamelnerin die Öffentlichkeit mit einem Wolfsfoto, das sie vorgeblich in der Region gemacht hatte. Am Ende stellte sich heraus, dass sie das Foto einfach von einer Internetseite aus der Schweiz heruntergeladen hatte.

Außerdem ist die Verwechslungsgefahr relativ groß. Bestimmte Hunde, wie der Saarlooswolfshund oder Tschechoslowakische Wolfshund, sind direkte Nachfahren des Wolfs und ihm entsprechend ähnlich.

Deshalb gibt der NLWKN Tipps, woran ein Wolf zu erkennen ist:

  • Tendenziell weisen Wölfe einen hellen Schnauzenbereich und einen Sattelfleck auf dem Rücken auf
  • Wölfe sind größer als wolfsähnliche Hunde, ihr Pfotenabdruck ist bis zu zehn Zentimeter lang
  • Sie verbreiten einen sehr penetranten Kotgeruch, Losung genannt
  • Wölfe hinterlassen eine typische Laufspur, der sogenannte „geschnürte Trab“: die Pfotenabdrücke liegen wie Perlen auf einer Schnur hintereinander, die Hinterpfoten treten exakt in die Spuren der Vorderpfoten – allerdings gilt dieses Unterscheidungsmerkmal als unsicher, da auch einige Hunde, wie Huskies, Wolfshunde oder Malamuten zum Schnüren neigen.

„Wirklich sicher sind dagegen ein DNA-Nachweis aus der Losung oder aus Haaren und die detaillierte Analyse guter Fotos beziehungsweise Filmaufnahmen“, sagt Herma Heyken. Doch dafür ist die Qualität des Fotos, das unsere Zeitung aus urheberrechtlichen Gründen nicht zeigen kann, leider nicht gut genug.



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