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14 Jahre nach der Renaturierung holt sich die Natur ihren Lebensraum zurück

Wo der Eisvogel lebt

SPRINGE/BAD MÜNDER. Er wird als Indikator für saubere und fischreiche Gewässer gehandelt – und ist zurück: Der Eisvogel kommt wieder an der Haller vor. Besonders im renaturierten Bereich des Gewässers findet das Tier optimale Jagd- und Brutbedingungen. Experten sind ebenso begeistert wie Naturfans.

veröffentlicht am 18.09.2017 um 15:11 Uhr

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite
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SPRINGE/BAD MÜNDER. „Grundsätzlich ist das Vorkommen des Eisvogels ein gutes Zeichen für die Qualität eines Gewässers“, sagt Rudolf Krause vom Naturschutzbund (Nabu) Springe. Immerhin sei das Tier für die Jagd auf Fischreichtum und für die Brut auf Steilabbrüche angewiesen – beide Bedingungen erfülle die Haller bereits seit einigen Jahren. So mäandriere der Fluss im renaturierten Bereich durch die Landschaft, was eben zu genannten Steilabbrüchen führe. Aber auch im Bereich von Sedemünder hat Krause den Eisvogel bereits beobachtet.

Er ist eine in Deutschland streng geschützte Art. Experten rechnen damit, dass bis zu 7000 Eisvogelpaare des in der Sonne schillernden Vogels in Deutschland vorkommen. In Deutschland steht das Tier auf der Roten Liste der besonders gefährdeten Arten.

Womöglich löst auch deshalb sein regelmäßiges Auftauchen in der Hallerniederung für Begeisterung bei Naturfreunden im Netz. „Muss mal ein dickes Lob aussprechen“, schreibt ein Facebook-Nutzer“, „wer immer die Idee zur Renaturierung der Haller hatte – ich habe heute einen Eisvogel dort gesehen“. Von dem Facebook-Nutzer und Naturfan bekommt die Verwaltung einen „dicken Schulterklopfer“. Weitere Nutzer schließen sich dem Lob an.

Zur Freude von Bürgermeister Christian Springfeld, der das Lob weitergeben möchte– und betonnt, dass er sich vorstellen kann, mit der Renaturierung weiter zu machen. Heißt: Dass er eine Erweiterung der Renaturierungsfläche befürwortet.

Bislang wurde die Haller im Bereich der Feldmark zwischen Kläranlage und Alvesrode, sowie flussaufwärts am Oberlauf der Ramke ökologisch aufgewertet. Ein Fluss, der mäandert, braucht mehr Platz, die Renaturierung erfolgte auf Flurstücken in der Gesamtgröße von 64 847 Quadratmetern.

Krause vom Nabu hält sich mit einer Einschätzung der Chancen einer möglichen Ausweitung der Renaturierung betont zurück – und verweist stattdessen auf das Renaturierungsprojekt des Nabu im Bereich des Ziegeunerwäldchens in der Hallerniederung zwischen Gestorf und Eldagsen.

Bei Dieter Erdmann füllt das Thema Haller-Renaturierung mittlerweile zehn Aktenordner. Erdmann ist bei der Stadt für die Gewässer-Renaturierung zuständig – und er betont, dass die Renaturierung dort, wo die Politik sie beschlossen hat, abgeschlossen ist. Der linke Nebenfluss der Haller, die Rambke, ist laut Erdmann dabei der ökoligisch wertvollste Flussabschnitt. „Überall in den renaturierten Bereichen haben wir der Natur wieder Platz gegeben – und die hat ihn sich zurückerobert“, sagt Erdmann. Die Gewässer seien infolgedessen breiter geworden, nähmen mehr Platz ein: „Heute findet man Forellen, früher hätte eine Forelle dort nicht einmal wenden können.“

Das Renaturierungsprojekt, das 2003 abgeschlossen wurde, war von Land und Bund gefördert worden – nur für ein Drittel der Gesamtkosten musste die Stadt damals aufkommen. Und die Europäische Union nimmt die Kommunen in Deutschland weiter in die Pflicht: Laut der europäischen Wasserrahmenrichtlinie sollen Flüsse, Seen, Übergangsgewässer, Küstengewässer und Grundwasser spätestens bis zum Jahr 2027 in einem guten Zustand sein. Was das genau heißt? Zumindest Fließgewässer sollen sich im Idealfall so natürlich wie möglich durch die Landschaft schlängeln. Dafür stellt die EU auch Fördermittel in Aussicht.

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