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Hunderte protestieren gegen möglichen Ausbau der Bahnstrecke / Deurtliches Signal nach Berlin

„Wir wollen keinen Güterverkehr!“

Rinteln. Nahezu die gesamte Prominenz aus der Rintelner Politik und Stadtverwaltung sowie die Bürgermeister der betroffenen Kommunen waren in der bunten Menschenmenge auszumachen, die sich für die Kundgebung der Stadt Rinteln und der Bürgerinitiative (BI) Transit Weserbergland im Zentrum der Weserstadt am Samstag einfand, um gemeinsam mit den Bürgern gegen die möglichen Güterbahnstrecken im Weserbergland zu demonstrieren.

veröffentlicht am 20.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Es ist nicht nur die größte, sondern in dieser Form auch erste Protestaktion gewesen, seitdem sich vor nunmehr fünf Jahren die erste Bürgerinitiative gegen die umstrittenen Pläne von Bahn und Bundesverkehrsministerium gründete. Auf der Marktplatzbühne wurde Politikern, Aktivisten und Bürgern ein Forum geboten, um ihre Argumente öffentlichkeitswirksam vorzutragen.

Die heimischen Bundestagsabgeordneten Maik Beermann, Michael Vietz (beide CDU) und Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann (SPD) und Petra Joumaah (CDU) demonstrierten Geschlossenheit und bezogen gemeinsam mit Diethard Seemann aus Coppenbrügge von der BI Transit Weserbergland und Bettina Tovar-Luthin von der BI Transit aus Hameln klar Stellung gegen die Güterverkehrspläne. Der durch die Güterzüge entstehende Lärm würde die Lebensqualität der Menschen von hier erheblich beeinträchtigen. Das Aufkommen der Güterzüge würde ganze Ortschaften und Städte zweiteilen, die hiesige Infrastruktur damit verschlechtern, immense Probleme im Straßenverkehr an den Bahnübergängen hervorrufen, den Naturpark Weserbergland gefährden und nicht zuletzt auch den Tourismus in der Region in Gefahr bringen.

Moderator Lars Lindhorst, Redaktionsleiter dieser Zeitung, wollte von Maik Beermann, der unlängst das Positionspapier der Steinberger Bürgerinitiative für eine Ortsumgehung an Enak Ferlemann, dem Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, überreicht hat, wissen, ob bei dieser Gelegenheit denn auch über die Güterbahnstrecke gesprochen worden sei. Konkret sagte Beermann dazu zwar nichts, wies aber darauf hin, dass er Ferlemann noch an diesem Tag bei einer Veranstaltung der Jungen Union in Goslar treffen und ihm bei dieser Gelegenheit von der „tollen“ Rintelner Protestveranstaltung in Wort und Bild (selbstgemachtes Handyfoto) berichten werde.

Ob die von der Bahn zuletzt ins Gespräch gebrachte Route von Altenbeken über Bad Pyrmont und Hameln für den Bad Pyrmonter Ulrich Watermann nicht ein Schock gewesen sei, fragte Lindhorst weiter. Watermann erklärte: „Ja, aber für die Bahn ist diese Route attraktiver. Sie ist kostengünstiger, weil sie keinen durchgehenden Lärmschutz erfordern würde.“ Ein Argument, das seitens der Bahn im Übrigen auch für die Strecke von Löhne über Rinteln, Hameln und Coppenbrügge spricht, den sogenannten Planfall 33. Anders verhält es sich mit der Nordroute, dem Planfall 12, von Löhne über Minden, vorbei an und durch Bückeburg und Stadthagen, Lindhorst und Haste. Diese Route würde den Standard einer Neubaustrecke nach sich ziehen und damit auch Lärmschutzmaßnahmen. Für die Bahn die weniger wirtschaftliche Variante.

Nach der Diskussion mit den Politikern wurden Hunderte Luftballons als symbolischer Gruß ins politische Berlin steigen gelassen. Anschließend hatten drei Bürger aus Rinteln, Hameln und Emmerthal das Wort, die von einer Güterbahntrasse unmittelbar betroffen wären.

Zum Ende hin wurde die Bundestagsabgeordnete Lösekrug-Möller von Moderator Lindhorst um eine Einschätzung der Erfolgsaussichten der Güterbahngegner gebeten. „Die Chancen stehen gut, aber wir dürfen auch nicht aufgeben“, sagte sie. pk



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