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Wildschweine auf zerstörerischer Tour

Weserbergland (pa). Sie verwüsten Felder, durchpflügen Gärten und machen auch vor Friedhöfen und Fußballplätzen nicht Halt: Wildschweine. Wo die Schwarzkittel auf Nahrungssuche gehen, wächst im wahrsten Wortsinn kein Gras mehr – zum Leidwesen der betroffenen Grundstücksbesitzer. Besonders arg gebeutelt ist derzeit der Hamelner Golfclub. Seit mehr als zwei Wochen wird die Anlage in Schwöbber immer wieder von Wildschweinen heimgesucht – mit verheerenden Folgen.

veröffentlicht am 12.10.2009 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:21 Uhr

Spuren der Verwüstung
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Mehr als 7000 Quadratmeter Spielfläche seien zerstört worden, berichtet Präsident Heinz Berning. Wo sonst gepflegtes Grün dominierte, haben die Schwarzkittel unübersehbar tiefe Schneisen der Zerstörung hinterlassen. Die Kosten der Schadensbeseitigung waren laut Berning zunächst auf rund 35 000 Euro geschätzt worden, dürften jetzt allerdings nach weiteren Wühlattacken hungriger Rotten noch deutlich höher liegen. Die Kosten wird der Hamelner Golfclub voraussichtlich alleine tragen müssen – denn, so Berning: „Es fühlt sich keiner zuständig.“ Zwar habe der Verein inzwischen einen Rechtsbeistand eingeschaltet, große Hoffnungen mache man sich jedoch nicht. Elektrozäune sichern die Spielbahnen des großen Platzes. Doch trotz der Sicherungsmaßnahmen gelang es den Allesfressern auch danach noch, erneut auf den Golfplatz vorzudringen und weitere Schäden anzurichten. Kreisjägermeister Jürgen Ziegler, zugleich Vorsitzender der Jägerschaft Hameln-Pyrmont, kennt das Problem mit marodierenden Wildschweinrotten. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Schäden aber zurückgegangen. Ein Grund dafür sei auch die starke Bejagung, nachdem die Wildschweinpopulation zuvor enorm stark angestiegen war. Holzmindens Kreisjägermeister Ludwig Hundertmark aus Halle schätzt, dass der Schwarzwildbestand im Kreis Holzminden inzwischen wieder eine vertretbare Größenordnung habe. In beiden Landkreises hatten die Jäger in den vergangenen zwei Jahren verstärkt auf Wildschweine angesetzt – beispielsweise mit Treibjagden, am Ansitz und mit Kirrungen. Kirrungen sind Futteransätze, mit denen die Wildschweine gelockt werden. Auf Treibjagden werden die Schwarzkittel mit Hunden auf die Jäger zugetrieben. Vom Hochsitz aus dürfen Wildschweine auch nachts abgeschossen werden. Jährlich müssen ungefähr 80 Prozent des Frischlingbestandes erlegt werden. Schonzeit haben im Frühling und Sommer nur Bachen und Keiler, Frischlinge und Überläufer (ein bis zwei Jahre alte Wildschweine) dagegen nie. Im Herbst arbeiten die verschiedenen Hegeringe zusammen, um die Schwarzkittel übergreifend und effizienter zu bejagen.
 Ein wichtiger Faktor bei Wildschweinschäden ist nach Angaben der Jäger die Mast. In diesem Jahr sei die Buchecker- und Eichelernte hoch. Aufgrund dieser wichtigen Nahrungsquelle brauche das Schwarzwild nicht mehr verstärkt anderweitig auf Futtersuche gehen – wie beispielsweise auf Maisfeldern.
 Falls es zu einer Begegnung mit einem Wildschwein kommen sollte, rät Ziegler zur Besonnenheit und Ruhe. Ein leiser Rückzug sei angebracht, wenn man einer Bache mit Frischlingen gegenübersteht. Die Bache könnte sonst den Beobachter angreifen, um ihren Nachwuchs zu schützen.

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