weather-image
25°

7005 Waffen sind in Hameln registriert

Wie Landkreis und Städte die Aufbewahrung von Waffen kontrollieren

HAMELN-PYRMONT. Städte und Landkreise sollen die richtige Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition kontrollieren. Viel Arbeit, allein in Hameln sind 730 Waffenbesitzer gemeldet. Ihnen gehören 7005 Schusswaffen. Probleme gäbe es selten, in Bad Pyrmont und Hameln sprechen die zuständigen Mitarbeiter von absoluten Einzelfällen: „Waffenbesitzer sind zuverlässig.“

veröffentlicht am 10.08.2017 um 15:34 Uhr

Die Städte und Landkreise sollen die richtige Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition kontrollieren. Foto: dpa
wft 4

Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Die Waffen standen geladen direkt hinter der Eingangstür. Das blieb natürlich nicht so. Sie wurden entladen und sofort eingezogen.“ Rudolf Trampe, der Sachbearbeiter für Jagdwaffen, Sprengstoff und Fischereirecht erinnert sich mit einem gewissen Schaudern an die Situation, die er bei einer seiner verdachtsunabhängigen Kontrollen im Landkreis vorfand. „Es blieb nicht dabei“, berichtet er. „Weil ein weiterer Verdacht aufkam, gab es eine durch Gerichtsbeschluss genehmigte polizeiliche Durchsuchung des Hauses, bei der ein Waffenversteck ausgehoben und auch eine größere Menge Munition beschlagnahmt wurde.“ Die Folge: ein Strafverfahren und Einziehung der Waffenbesitzkarte (WBK).

Seit mehr als 14 Jahren ist Trampe der zuständige Mann in der Landkreisverwaltung für dieses Sachgebiet, doch enden seine Kompetenzen an den Grenzen der Städte Hameln und Bad Pyrmont. Die haben eigene Kontrollbefugnisse, tauschen sich nach Darstellung von Trampe aber regelmäßig untereinander fachlich mit ihm aus.

Rund 2800 Waffenbesitzkarten haben Trampe und Klaus Laeger, der Leiter des Landkreisteams „Ordnung“, unter ihrer Obhut. Wobei die Ausstellung einer WBK nicht nur die persönliche Eignung voraussetzt, sondern auch an eine nachzuweisende Sachkunde gebunden ist. Dass man damit nicht leichtfertig und gegen Zahlung von ein paar hundert Euro umgehen darf, musste jüngst ein Hamelner „Promiwirt“ bitter erfahren; er wurde wegen angeblicher Verstöße gegen den Sachkundenachweis zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, wobei das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

Dass die Existenz einer WBK nichts über die Zahl der möglicherweise in Umlauf befindlichen Waffen aussagt, zeigen die Zahlen in Hameln: Bei der Stadt sind 730 Waffenbesitzer gemeldet, auf ihren Karten aber genau 7005 Waffen registriert. Und da auf einer WBK nur maximal acht Waffen eingetragen werden können, kommt es durchaus auch vor, dass ein Waffeneigentümer mehrere Waffenbesitzkarten sein eigen nennen kann.

Ob die persönliche Eignung für das Führen einer Waffe vorliegt, lässt sich allerdings nur an strafrechtlichen Erkenntnissen festmachen: „Vor der Ausstellung einer WBK fragen wir beim Bundeszentralregister nach, ob eine Verurteilung vorliegt, kontaktieren die Polizei und die Staatsanwaltschaft, ob Erkenntnisse vorliegen, die gegen die Ausstellung einer WBK sprechen“, schildert Laeger das Prozedere seiner Behörde. Alle drei Jahre werde in der Folgezeit geprüft, ob die „persönliche Zuverlässigkeit“ noch gegeben ist.

Bei den verdachtsunabhängigen und unangemeldeten Kontrollen geht es vor allem um die sach- und sicherheitsgerechte Aufbewahrung der Waffen und von Munition, denn Waffen sind grundsätzlich vor dem Zugriff unbefugter Personen zu sichern. Das gilt vor allem auch für Kinder und Jugendliche, aber auch den eigenen Ehepartner. Und: Wer erlaubnispflichtige Schusswaffen besitzt, muss sie in klassifizierten Behältnissen mit definierten Sicherheitsstufen aufbewahren. Werden Verstöße dagegen festgestellt, kann es Bußgelder bis zur Höhe von 10 000 Euro hageln.

Weil Kontrolleure wie Rudolf Trampe die Aufbewahrung von Waffen nicht alleine kontrollieren, sind sowohl beim Landkreis als auch in Hameln und Bad Pyrmont weitere Personen aus den Bereichen Recht und Ordnung qualifiziert, die Kontrollen mit durchzuführen. Seit das Waffengesetz im Jahr 2009 reformiert wurde, gab es in Hameln rund 300 Kontrollen, in Bad Pyrmont 50 Besuche, im Landkreis klingelte Trampe rund 500 Mal an den Türen von Waffenbesitzern. Verstöße gegen die Aufbewahrungspflichten seien vor allem nach der Neufassung des Waffenrechts festgestellt worden, berichtet Trampe. „Die meisten aber durch Unwissenheit von Altbesitzern, deren Waffen teilweise schon aus den 60er Jahren stammten. Ansonsten sind Verstöße gegen die Aufbewahrungspflichten ausgesprochen selten.“ Seit 2003 sei im Landkreis insgesamt 40 Personen jeglicher Besitz von Waffen untersagt worden. Auch in Bad Pyrmont und Hameln sprechen die zuständigen Mitarbeiter von absoluten Einzelfällen. Trampe: „Waffenbesitzer sind zuverlässig.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?