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Renommierter Wirt wohl interessiert

Wie ist die Aussicht für die Schaumburg?

SCHAUMBURG. Stephan Kehlenbeck, renommierter Gastronom vom Hotel und Restaurant „Schaumburger Ritter“, soll nach Informationen der „Schaumburger Zeitung“ die Burggaststätte auf der Schaumburg übernehmen, nachdem Pächter Michael Becker in den Ruhestand gegangen ist.

veröffentlicht am 26.02.2018 um 15:18 Uhr
aktualisiert am 26.02.2018 um 19:50 Uhr

In die fast 1000 Jahre alte Schaumburg könnte bald neues Leben einkehren. Foto: dpa
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Allerdings wohl nicht in der derzeitigen Form als Restaurantbetrieb, sondern mit einem alternativen Angebot. Vorstellbar hier: Kaffee und Kuchen für Burgbesucher. Es soll bereits im vorigen Jahr erste Gespräche mit der Fürstlichen Hofkammer gegeben haben, bisher sei man sich aber noch nicht über die Konditionen einig.

Geschäftsbeziehungen unterhalten Stephan und Doreen Kehlenbeck und die Hofkammer bereits seit längeren. Über den „Schaumburger Ritter“ – direkt an der Burg gelegen – werden die beiden Ferienwohnungen im Torhaus vermarktet. Im historischen Ambiente des Torhauses finden auch standesamtliche Trauungen statt. Auch hier übernehmen die Kehlenbecks den gastronomischen Part einschließlich möglicher Übernachtungen im Hotel.

Was den Charme der Burggaststätte ausmacht: Vom Saal hat man einen weiten Blick ins Wesertal, ein geradezu klassisches Postkartenmotiv. Die Defizite: In den gastronomischen Bereich muss investiert werden – in die Technik und die Sanitäranlagen.

Stephan Kehlenbeck (li.) vom „Schaumburger Ritter“ bei einer Kochvorführung. Der Gastronom hat offenbar Interesse, sich auch um die benachbarte Schaumburg zu kümmern. Foto: Archiv
  • Stephan Kehlenbeck (li.) vom „Schaumburger Ritter“ bei einer Kochvorführung. Der Gastronom hat offenbar Interesse, sich auch um die benachbarte Schaumburg zu kümmern. Foto: Archiv

Zuletzt hatte die Hofkammer vor acht Jahren auf der Burg und in der Gaststätte Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. Bäume wurden entfernt, Mauern neu verfugt, gereinigt und vom Efeu befreit. Dächer saniert und Außenanlagen in Schuss gebracht. Die Dachterrasse wurde abgebaut. Denn bei starkem Wind wehte den Gästen das Schnitzel vom Teller. Der Fußweg wurdeausgebessert und mit einem Geländer versehen. Pech hatte Becker in seinen letzten Tagen als Pächter noch beim Orkantief „Friederike“. Ein Baum war in die Stromleitung gefallen und hatte einen Kurzschluss verursacht. Elektrische Geräte wurden beschädigt, ein Teil der Heizung fiel aus.

Es gab Gerüchte, die Hofkammer sei bereits beim Landkreis Schaumburg vorstellig geworden, um zu klären, ob es Fördertöpfe, also europäische Gelder, für die Schaumburg gebe. Landkreissprecher Klaus Heimann will das nicht bestätigen. 2009 sind Sanierungsmaßnahmen am Gefangenenturm, Stallgebäude und Torbogen von EU, Landkreis, der Stadt Rinteln und dem Amt für Denkmalpflege bezuschusst worden.

Im Internet, wo sicherlich viele Besucher die Schaumburg googeln, bevor sie losfahren, wird die Burggaststätte noch als geöffnet geführt. Eine Bewirtung wird ein winterlicher Gast derzeit trotzdem nicht erwarten, denn auf der Homepage ist auch zu lesen, dass im Februar noch Betriebsferien seien.

Die Fürstliche Hofkammer hat ihre gastronomischen Betriebe – Schlossküche, Parkcafé, Wilhelmstein am Steinhuder Meer und Ida-Turm – in einer eigenen GmbH zusammengefasst. Das Restaurant auf der Schaumburg ist bisher nicht dabei. Die fast 1000 Jahre alte Stammburg der Grafen von Holstein und Schaumburg und der heutigen Fürsten zu Schaumburg-Lippe wird in der touristischen Werbung unter der Marke „Historisches Weserbergland“ geführt, eine Marke, die den Besuchern „Erlebnis-Charakter“ verspricht. Für Matthias Gräbner, Geschäftsführer des Tourismuszentrums Westliches Weserbergland, ist deshalb klar: Die Schaumburg sei ein Aushängeschild für die Region und den hiesigen Tourismus – und es wäre wünschenswert, wenn sie für die Öffentlichkeit zugänglich bleibe.

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