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Architektin der Hamelner Fußgängerzonen-Sanierung hat für Barsinghausens Innenstadt geplant / Verwaltung: Zu teuer

Wettbewerbssiegerin Anke Deeken soll leer ausgehen

Barsinghausen (köp). Noch vor wenigen Wochen wurde sie als strahlende Siegerin des Realisierungswettbewerbs „Hauptgeschäftsbereich Innenstadt“ gefeiert. Jetzt zeichnet sich ab: Die Architektin Anke Deeken, die den Auftrag für die Sanierung der Hamelner Fußgängerzone erhalten hat, darf sich zwar über 8000 Euro Preisgeld freuen, umsetzen darf sie ihren Entwurf jedoch nicht. Stattdessen schlägt der Fachbereich Planen und Bauen vor, den Auftrag an den Zweit- beziehungsweise Drittplatzierten zu vergeben.

veröffentlicht am 11.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 10:21 Uhr

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„Da fällt mir nun gar nichts mehr zu ein“, lautete die spontane Reaktion der Bremer Preisträgerin, zumal sich das Preisgericht völlig einstimmig zu den vorgelegten Entwürfen geäußert habe. Deeken ist nicht die Einzige, die über diese neueste Entwicklung in der Diskussion um die Innenstadtgestaltung nur noch staunen kann. „Das ist doch ein Schildbürgerstreich nach Barsinghäuser Art“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, Kerstin Beckmann.

Die Verwaltung begründet ihre überraschende Kehrtwende mit finanziellen Erwägungen. Eine Realisierung in Naturstein, wie im Deeken-Entwurf vorgesehen, sei mit Städtebau-Fördermitteln allein nicht zu finanzieren. Weiter heißt es in der Vorlage: „Darüber hinaus ist es aus Gründen des Wiedererkennungswertes und der abschnittsweisen Realisierbarkeit der Umbaumaßnahmen sinnvoll, Klinker zu verwenden.“ Der Siegerentwurf sei für eine Ausführung in Klinker jedoch nicht geeignet. Als zu kostenintensiv sieht die Verwaltung zudem die zuvor heftig gelobte offene Wasserrinne im Entwurf der Wettbewerbssiegerin an.

„Die Kostenschätzung der einzelnen Entwürfe haben wir erst nach Abschluss des Wettbewerbs vorgenommen“, erklärt Barsinghausens 1. Stadtrat Marc Lahmann die überraschende Kehrtwende. Dabei sei klar geworden, dass beim Entwurf von Anke Deeken die im Städtebauförderungsvertrag festgeschriebene Obergrenze von 160 Euro pro Quadratmeter überschritten worden sei. Stellt sich allerdings die Frage, warum man den Wettbewerbsteilnehmern nicht gleich eine Kostenvorgabe gemacht hat. „Das ist nicht üblich, weil das Preisgericht die von den Planern angegebenen Preise nicht überprüfen kann“, erläutert Baudirektorin Kirsten de Veer.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Beckmann kritisiert, plötzlich sei die Rede von einem Sanierungsgebiet Innenstadt. Sie vermutet, dass es darum gehe, durch die Hintertür doch noch die Anlieger an den Kosten zu beteiligen.



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