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Immer mehr Niederländer kommen: mit Bergen und Natur 72 Prozent Gäste-Zuwachs

Weserbergland als Tourismus-Gewinner

WESERBERGLAND. Niedersachsens Nachbarn aus den Niederlanden entdecken Jahr für Jahr mehr und mehr das Weserbergland als ihr Traum-Urlaubsziel. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Übernachtungen in ganz Niedersachsen um 51,5 Prozent auf gut eine Million gestiegen, wie die Tourismus Marketing Niedersachsen in ihrer jährlichen Tourismus-Dokumentation jetzt mitteilt. Damit sind in unserem Bundesland die Niederländer unter den ausländischen Gästen mit einem Anteil von rund einem Viertel die wichtigste Gruppe.

veröffentlicht am 10.10.2017 um 17:46 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 18:52 Uhr

Das Weserbergland ist bei Gästen aus den Niederlanden sehr beliebt. Foto: Horst Kumpf
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Vom Frühjahr bis jetzt in den Herbst trifft man sie immer häufiger auf den Straßen rechts und links der Weser – unverkennbar an den gelben Kfz-Kennzeichen mit dem blauen NL-Fenster: Niedersachsens Nachbarn aus den Niederlanden entdecken Jahr für Jahr mehr und mehr das Weserbergland als ihr Traum-Urlaubsziel. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Übernachtungen in ganz Niedersachsen um 51,5 Prozent auf gut eine Million gestiegen, wie die Tourismus Marketing Niedersachsen in ihrer jährlichen Tourismus-Dokumentation jetzt mitteilt. Damit sind in unserem Bundesland die Niederländer unter den ausländischen Gästen mit einem Anteil von rund einem Viertel die wichtigste Gruppe.

Fußend auf den Angaben des niedersächsischen Landesamtes für Statistik gab es die stärksten Zuwächse an holländischen Gästen im vergangenen Jahrzehnt in den Regionen Harz (plus 61,7 Prozent), Mittelweser (70,3 Prozent mehr Übernachtungen) und Weserbergland/Südniedersachsen (plus 72 Prozent). Damit ist die Berg-Landschaft neben Leine und Weser der große Gewinner in der Gunst urlaubender Holländer geworden. Dabei quartieren sich die Niederländer am liebsten in Ferienzentren oder Ferienwohnungen ein. In dieser Quartier-Sparte verbuchen die Statistiker 45 Prozent aller Übernachtungen der hier Ferien machenden westlichen Nachbarn. Und da sie aus einem platten Land teilweise unter dem Meeresspiegel kommen, genießen sie hier vor allem Berge und Natur.

Damit profitieren vor allem die ländlichen Regionen vom wachsenden Interesse der Holländer an einem Deutschlandurlaub. Denn das bevorzugte Verkehrsmittel der Niederländer ist das Auto. 80 Prozent der Niederländer reisen wegen der guten Erreichbarkeit mit dem Wagen an. Aber auch – und dafür sind die Niederländer ja schon vom Klischee des Ferienhauses am Haken bekannt – steht das Camping mit einem Anteil von 21,6 Prozent hoch im Kurs. Bevorzugtes Ziel von Campingurlaubern in Niedersachsen ist dabei die Mittelweser-Region mit seiner guten Platzdichte. „Hannover, die relaxte Schwester von Berlin“, schwärmt das Fahrgastmagazin der holländischen Bahn überdies von der Landeshauptstadt, wirbt mit der Messestadt, die „grün und trendy ist, auch außerhalb der Messe-Saison“ vor allem um junge niederländische Gäste. Mit dem Ergebnis, dass sich die Niederländer beim Städtetrip nach den Briten zur zweitgrößten ausländischen Touristengruppe in der Landeshauptstadt gemausert haben.

Denn neben der versprochenen andauernden hannoverschen Partystimmung wird im niederländischen Bahn-Magazin beispielsweise auch mit der Möglichkeit des Kite-Surfens auf dem Steinhuder Meer oder einer Mountainbiking-Tour durch den Deister für einen Hannover-Trip geworben. Doch auch wenn Niedersachsens Weserbergland bei den Niederländern beliebt ist, liegt das Land im Bundesländer-Vergleich nur auf Rang fünf hinter Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

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Mein Standpunkt
Joachim Zieseniß
Von Joachim Zieseniß
Hatte noch vor Jahren manch Einheimischer gelächelt, wenn der Tourismus im Weserbergland als Zukunftsmarkt für die Region propagiert wurde, so wird man jetzt eines Besseren belehrt: Dank intensiver Werbung geht die Rechnung nun auf. Die Niederländer wissen hier das zu schätzen, wofür manchem Weserbergländer in der Tagesroutine schon der Blick verloren gegangen zu sein scheint: die Schönheit unserer Landschaft.

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