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DRK verlangt: Vor nächstem Einsatz erst Kostenübernahme-Erklärung

Wer bezahlt die Hilfe im Stau?

AUETAL. Es sind Sommerferien und auf der Autobahn 2 wird gebaut. Da sind Staus vorprogrammiert und wenn es dann noch zu einem Unfall kommt, dann kann das bedeuten, dass Lkw- und Autofahrer stundenlang auf der Straße festsitzen. Bei solchen Mega-Staus ist bislang der Einsatzzug des DRK-Kreisverbandes Schaumburg ausgerückt, um die Menschen in ihren Autos und Lkw mit Wasser, Brötchen, warmen Decken im Winter oder Windeln für Kleinkinder zu versorgen. Das könnte sich ändern, denn für einen Einsatz im Juni 2016 wartet der DRK-Kreisverband noch auf eine Kostenerstattung in Höhe von 13 800 Euro.

veröffentlicht am 16.07.2018 um 11:14 Uhr

Bei länger dauernden Staus versorgen Ehrenamtliche des DRK die Menschen mit Getränken und Brötchen. Foto: Archiv/tol
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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„Wenn wir jetzt angefordert werden, rücken wir nur noch aus, wenn wir auch eine Kostenübernahmeerklärung erhalten“, gibt Bernd Koller, Präsident des DRK-Kreisverbandes Schaumburg, die Konsequenzen bekannt. „Damals hat uns die Autobahnpolizei Garbsen angefordert, weil in einem 15 Kilometer langen Stau viele Menschen bis tief in die Nacht festsaßen“, erinnert sich Bernd Koller, Präsident des DRK-Kreisverbandes. Der Einsatzzug rückte aus und die Ehrenamtlichen versorgten die Menschen mit Wasser und etwas zu essen, aber auch beruhigende Worte oder Windeln für Babys gab es und sogar kleinere Verletzungen wurden versorgt.

Wir können das nicht alles aus Spendengeldern finanzieren.

Bernd Koller, DRK-Kreisverband

Das DRK bekommt bei solchen Einsätzen immer Unterstützung von Unternehmen. So hat Edeka aus ihrem Zentrallager in Lauenau Lebensmittel geliefert und auch mit Getränkefirmen gibt es Kooperationen. „Ja, unsere Leute im Einsatzzug arbeiten ehrenamtlich und bekommen daher kein Geld, aber wir haben trotzdem Unkosten. Die Autos müssen unterhalten, Sprit bezahlt werden und auch Miete für unsere Garagen“, zählt Koller auf. So sei auch die Summe von 13 800 Euro vom Einsatz im Juni 2016 zusammengekommen. Die Rechnung sei zunächst an die Polizei gegangen und die habe sie an die Gemeinden im Bereich der Autobahn weitergeleitet. „Wir können nicht unterscheiden, wie viel Autos gerade in der Gemarkung Auetal und wie viele in Rodenberg stehen und dementsprechend die Kosten aufteilen“, gab Koller zu bedenken. Das Geld benötige das DRK aber auf jeden Fall. „Wir können das nicht alles aus Spendengeldern finanzieren“, so Koller.

Auetals Bürgermeister Heinz Kraschewski hatte sich, nachdem ihn die DRK-Rechnung erreicht hatte, mit dem Landkreis in Verbindung gesetzt. Gemeinsam sollte mit dem Landkreis und den Anrainergemeinden der Autobahn eine Lösung gefunden werden. Erste Gespräche habe es gegeben, aber noch ist die Klärung – und damit auch die Rechnung – offen. „Wir als Gemeinde können diese Kosten nicht alleine wuppen, auch wenn wir im Zuge der Gefahrenabwehr dafür zuständig werden“, sagte Kraschewski gegenüber unserer Zeitung. Der Auetaler Bürgermeister hält eine Pool-Lösung für das Beste. „Hier würden dann die Gemeinden einen gewissen Betrag einzahlen und das DRK könnte daraus pauschal für die Einsätze bezahlt werden“, so Kraschewski. Diese Lösung findet auch Koller praktikabel. „Oder wir müssten einfach mehr Geld für den Katastrophenschutz bekommen. Dann könnten diese Kosten davon bezahlt werden“, so der DRK-Präsident.

Ganz so strikt sieht es das DRK mit der Warnung, dass der Einsatzzug nur noch rausfährt und hilft, wenn zuvor eine Kostenübernahmeerklärung vorliegt, zum Glück aber nicht. „Wenn wir helfen müssen, dann tun wir das auch. Wenn die Polizei uns anfordert, dann rücken wir aus. Aber wir werden keine Lebensmittel mehr vorfinanzieren. Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden“, so Koller.

Verdursten oder verhungern müsse aber niemand im Stau auf der Autobahn. Allerdings mahnt der DRK-Präsident auch mehr Eigenverantwortung der Autofahrer an.

„Wer auf die Autobahn fährt, der muss mit einem Stau rechnen, der auch mal einige Stunden andauern kann. Daher sollte man sich vor Fahrtantritt immer mit Decken, Getränken und wenigstens einer Packung Kekse oder Ähnlichem darauf vorbereiten“, rät Koller.



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