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Das Jahr 2013 war bislang vor allem eines: viel zu dunkel / Wetter für Winterdepression

Wenn Lichtmangel aufs Gemüt schlägt

Hameln-Pyrmont (joa). Das Jahr 2013 war bislang sehr feucht und zu dunkel. Das ergeben die meteorologischen Januar-Aufzeichnungen an der Hamelner Messstelle in Hastenbeck. So schien im Januar nur 18 Stunden lang die Sonne. Das war nur 40 Prozent des üblichen Solls und 8 Prozent vom astronomisch Möglichen der Januar-Sonnendauer. Dafür erreichte der Monat mit 54 Millimetern Niederschlag nahezu 100 Prozent seines meteorologischen Januar-Solls.

veröffentlicht am 05.02.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:21 Uhr

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Eine extrem schnelle Schneeschmelze durch einen Temperaturanstieg um 20 Grad in der vergangenen Woche und anhaltende Niederschläge zum Monatswechsel haben dann bis zum vergangenen Wochenende einen Anstieg des Weserpegels um zwei Meter bewirkt. Hatte der Weser-Wasserstand noch am Sonntag am Pegel Hameln-Wehrbergen 4,15 Meter betragen, ist er am Montag um 16 Zentimeter schon zurückgegangen und sinkt weiter. Noch größer sind die Pegelrückgänge weseraufwärts, sodass mit keinem weiteren Anstieg in den nächsten Tagen zu rechnen ist. Die Edertalsperre war gestern Mittag gut gefüllt, lag zwei Meter über dem Stau-Mittelwert, hatte jedoch noch drei Meter Stauhöhe bis zum Volllaufen.

Wenn der Himmel im Winter so wie jetzt tagelang voller Wolken hängt, sinkt die Stimmung. Den Auslöser der winterlichen Depression sehen viele Forscher nämlich im Mangel an natürlichem Tageslicht in der dunklen Jahreszeit. Die fehlende Helligkeit, so medizinische Studien, nehmen dabei über das Schlafhormon Melatonin Einfluss auf Körper und Geist. Ist es dunkel, schüttet die Zirbeldrüse im Zwischenhirn Melatonin aus. Es lenkt den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers und macht eher schlapp und müde. Forscher fanden heraus, dass auch bei Menschen mit Winterdepression die nächtliche Melatoninausschüttung während der dunklen Jahreszeit länger anhält.

Hans Förstl, Direktor der Münchner Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, erklärt, das leichtere Beeinträchtigungen etwa jeden vierten Bundesbürger betreffen, ausgeprägtere Störungen zwischen 2 bis 5 Prozent. Die Alters- und Geschlechtsverteilung spricht von einem deutlichen Überwiegen des weiblichen Geschlechts mit Schwerpunkt jenseits des 20. Lebensjahres bis ins höhere Lebensalter, wobei die mittleren, die sogenannten besten Jahre am nachhaltigsten betroffen scheinen.

Hat das Sonnenlicht im vergangenen Monat also ein Defizit von immerhin 60 Prozent, so ist es kein Wunder, wenn der vergangene Januar winterlichen Depressionen Tor und Tür geöffnet hat. Das kann auch Andreas Stolle, Hamelner Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, bestätigen. Nach seinen Beobachtungen treten in den Herbst- und Wintermonaten vermehrt depressive Störungen auf, „auch wenn sie jetzt im Winter häufig zusammen mit anderen Depressionsformen auftreten,“ so der Mediziner. Das müsse auf jeden Fall vor einer Behandlung mit den Patienten abgeklärt werden. Handele es sich aber um eine reine Winter-Verstimmung, so sei eine Behandlungsmöglichkeit die Lichttherapie. Diese Therapie kommt bereits seit mehr als 20 Jahren bei der Winterdepression zum Einsatz. Sie ist inzwischen als Behandlungsmethode bei Winterdepressionen anerkannt. Doch, so schränkt der Hamelner Neurologe ein, „keine Leistung der Krankenkasse“ und müsse privat gezahlt werden. Der Patient setzt sich dafür bei einem Dutzend Sitzungen, die von wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde gesteigert werden, vor ein spezielles Lichtgerät und gönnt sich eine ausgiebige Lichtdusche. Grundsätzlich hat sich eine halbe Stunde bei einer Beleuchtungsstärke von 10 000 Lux als besonders wirksam erwiesen. Zum Vergleich: Ein heller Sonnentag, an dem unsere Stimmung meistens top ist, misst in unseren Breiten bis über 10 000 Lux, für eine Gemütsaufhellung im Frühling reichen bereits 2000 Lux, während die winterliche Innenbeleuchtung derzeit dagegen nur etwa 300 bis 800 Lux bietet.

Das Licht der medizinischen Lichttherapie entspricht dem Sonnenlichtspektrum. Schädliche UV-Strahlung wird ausgefiltert. Das Solarium ist übrigens als Lichttherapie ungeeignet, so Neurologe Stolle. Die Strahlung des Solariums zeichnet sich durch hohe Anteile an UV-Strahlung aus, was zur Bräunung der Haut führt. Bei der Lichttherapie jedoch wird das Vollspektrumlicht ohne UV-Strahlung vorwiegend über das Auge, über Sehnerv und Mittelhirn, aufgenommen. Da jedoch Licht auch über die Haut aufgenommen wird, gibt es insofern auch im Solarium einen positiven Nebeneffekt auf die Nervenübermittlung ins Gehirn, jedoch mit geringerer Wirkung. Fazit: „Solariumlicht ist nicht effektiv, bestenfalls hilfreich.“



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