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Wetterphänomen löst zwei Feuerwehreinsätze aus / Meteorologe erklärt, was passiert ist

Wenn der Wald raucht...

GROSS BERKEL/BAD MÜNDER. Am Morgen hatte es geregnet, am Abend passierte etwas, das Meteorologen als „Waldrauchen“ bezeichnen. Mancherorts waberten Dunstschwaden in Höhe der Baumwipfel durch die Wälder des Weserberglands – sie stiegen aber nicht in große Höhen auf. Deshalb sah es stellenweise so aus, als brenne es im Forst. Am Donnerstagabend löste das Wetterphänomen im Landkreis Hameln-Pyrmont gleich zwei Feuerwehreinsätze aus – am Schierholzberg bei Groß Berkel und im Süntel bei Bad Münder.

veröffentlicht am 14.09.2018 um 13:46 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 19:47 Uhr

„Waldrauchen“ – die Schwaden, die durch die Baumwipfel ziehen, sehen aus wie Qualm. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Um 19.14 Uhr meldete ein Mann der Leitstelle in Hameln, er sehe zwischen Groß Berkel und Laatzen Qualm aufsteigen. Der Disponent alarmierte sofort die Feuerwehren Groß Berkel und Aerzen. Die Freiwilligen machten sich auf die Suche nach dem Waldbrand. „Wir haben alle Wege und Straßen zwischen der Erdfunkstelle und dem Waldgebiet bei Laatzen abgefahren“, erzählt Ortsbrandmeister Stephan Schünke. „Fehlanzeige!“ Man gehe davon aus, dass Dunst durch die Fichten gezogen sei. Auch Drohnenpilot Jörg Grabandt konnte kein Feuer erkennen. Er hatte sein Flugobjekt in Halvestorf aufsteigen lassen.

Knapp zweieinhalb Stunden später lief ein weiterer Notruf auf. Ein Anrufer aus Bad Münder berichtete, er schaue in Richtung Flegessen und sehe dort Rauch aus dem Süntel aufsteigen. 20 Freiwillige der Feuerwehr Bad Münder rückten mit drei Lösch- und Einsatzfahrzeugen aus, suchten den Sektor zwischen Bad Münder und Flegessen ab. „Der Gruppenführer des Hilfeleistungslöschfahrzeugs hat kurz darauf über Funk gemeldet, er fahre gerade durch den Qualm“, berichtet Feuerwehr-Sprecher Marko Klose. „Es sah wirklich so aus, als sei das Rauch, der Qualm hat aber nicht gestunken. Kein Wunder: Es handelte sich um eine Nebelbank.“

Diplom-Meteorologe Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst erklärt das Phänomen. „Es braucht dazu mehrere Faktoren“, sagt der Experte. „Zunächst einmal muss es geregnet haben – und es darf nicht zu windig sein. Lufttemperatur und Taupunkt spielen ebenfalls eine Rolle, denn: Zunächst steigt die Feuchtigkeit in Form von gasförmigem Wasser, das unsichtbar ist, auf. Dieses Gas hängt in den Wipfeln fest. Geht nun die Sonne unter, fällt die Lufttemperatur. Sinkt sie unter die Taupunkttemperatur, bilden sich aus dem Gas des Wassers feinste Tröpfchen. Dieser Nebel wird Waldrauch genannt.“

Einsatz am Schierholzberg bei Laatzen – Feuerwehrleute suchen den Brandort. Foto: ube
  • Einsatz am Schierholzberg bei Laatzen – Feuerwehrleute suchen den Brandort. Foto: ube


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