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Ergebnis vor Steuern verbessert sich auf 146,7 Millionen Euro

Weniger Patienten, mehr Umsatz: Sana-Kliniken auf Wachstumskurs

Der Klinikkonzern Sana ist im vergangenen Jahr gewachsen: Der Konzernumsatz stieg um rund 5,1 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro (2017: 2,57 Milliarden Euro). Das Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen verbesserte sich auf 146,7 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 4,6 Prozent gegenüber 2017. Das Konzernergebnis (EAT) stieg von 95,4 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 99,6 Millionen Euro im Jahr 2018.

veröffentlicht am 11.05.2019 um 08:00 Uhr

Die Sana-Klinik in Hameln. Der Konzern hat die Geschäftszahlen für das Jahr 2018 vorgelegt. Foto: Sana

Autor:

Gabriele Müller
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„Unser langfristiger Handlungsrahmen und unser konsequenter Fokus auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen organischem und anorganischem Wachstum sind wesentliche Ursachen dafür, dass wir auch 2018 den von uns angestrebten Zielkorridor erreicht haben“, sagte der Vorsitzende des Vorstandes, Thomas Lemke. „Umsicht und eine fundierte Strategie, die einen Blick über den Tellerrand ermöglicht und ein solides Wachstum sowohl im Kerngeschäft als auch in angrenzenden, zum Teil neuen Geschäftsfeldern, erlaubt, hat Sana bereits in den vergangenen Jahren ausgezeichnet. Der Blick auf 2018 zeigt, dass sich diese Strategie auszahlt. Daher sehen wir uns auch angesichts der mannigfaltigen Herausforderungen, die sich bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich gezeigt haben, auf unserem Weg bestätigt.“

Allerdings ist die Zahl der Patienten zurückgegangen, die in Sana-Einrichtungen betreut wurden: Sie lag 2018 bei 2,157 Millionen (2017: 2,231 Millionen). „Dieser Rückgang ist im Wesentlichen im ambulanten Bereich der Sana zu verorten“, erläuterte Irmgard Wübbeling, die im Vorstand für die Finanzen verantwortlich ist. Wübbeling verwies unter anderem auf den Erwerb der Fabricius-Klinik in Remscheid sowie die Akquisition und Integration weiterer Unternehmen zur Verstärkung des bestehenden Dienstleistungsportfolios der Sana Kliniken AG. Sie verwies darauf, dass man genau im erwarteten Zielkorridor gelandet sei, obwohl Einmaleffekte, wie etwa außerplanmäßige Abschreibungen, das EBIT belastet haben.

Lemke warnte, die Kliniken müssten immer größeren Herausforderungen begegnen: Faktoren wie demografischer Wandel, Fachkräftemangel und eine zunehmende Urbanisierung machten der Krankenhauslandschaft zu schaffen.

Der Sana-Konzern-Vorstandschef Thomas Lemke erwartet einen verschärften Wettbewerb. Foto: Sana

„Unsere Erfahrung zeigt, dass diese Faktoren schon einzeln betrachtet eine große Herausforderung sind. Inzwischen verstärken sie sich aber gegenseitig“, erläuterte Lemke. Die jungen Leute verließen die ländlichen Regionen, damit fehlten Mitarbeiter. Zurück blieben die Älteren, die mit ihren vielfältigen Erkrankungen angesichts einer steigenden Lebenserwartung auf Krankenhäuser treffen würden, die auf diese Entwicklung nicht vorbereitet seien. Außerdem erhöhe die Politik mit ihren „noch nie da gewesenen regulatorischen Eingriffen“ massiv den Druck auf die Krankenhäuser, im Hinterkopf offensichtlich immer der unausgesprochene Wunsch einer Bereinigung von regionalen Überkapazitäten. „Diese regulatorischen Veränderungen treffen auf das beschriebene Marktumfeld, werden durch sinkende Patientenzahlen in Folge einer zunehmenden Ambulantisierung des Marktes verstärkt und entfalten ihre Wirkung aus unserer Sicht ohne ein erkennbares Zielbild für eine stationäre Versorgung“, kritisierte Lemke. Zudem entziehe das System den Häusern Geld, weil die Zahl der Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) massiv zugenommen habe, die Verfahren länger dauern würden und es zu viel mehr „willkürlichen Beanstandungen“ komme. Mit Blick auf das aktuelle Jahr erwarten Lemke und Wübbeling den Beginn eines sich verschärfenden Wettbewerbs um die zum Teil „vom Gesetzgeber künstlich verknappten Ressourcen“ zum Betrieb von Krankenhäusern, was wiederum einen in den letzten Jahren verlangsamten Konsolidierungsprozess auf dem Krankenhausmarkt beleben dürfte. Das biete für Sana neue Chancen, das bestehende Portfolio gezielt zu ergänzen. Daneben werde man das organische Wachstum durch die weitere Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Qualität der Häuser forcieren und das bereits gelebte partnerschaftliche Miteinander mit anderen Akteuren auf dem Markt konsequent fortsetzen. „Die aktuellen Herausforderungen verlangen neue Antworten. Wir sind uns sicher, dass auf den Markt bewegte Zeiten zukommen, aber wir sind davon überzeugt, dass die Sana Kliniken die sich bietenden Chancen ergreifen und nutzen können. Sana ist sehr gut aufgestellt.“

Information

Barmer für Ende der getrennten Planungen für Kliniken und Praxen

Die Barmer Krankenkasse fordert ein grundlegend neues Zusammenspiel von Krankenhäusern und Praxis-Ärzten, um zu einer besseren Patientenversorgung zu kommen. Statt jeweils getrennter Kapazitätsplanungen zu Bettenzahlen und Arztsitzen sollte regional der übergreifende Bedarf an fachärztlichen Leistungen geplant werden. Für gleiche Leistungen sollten Ärzte dann auch gleiches Geld bekommen – egal, ob sie ambulant oder in einer Klinikstation erbracht werden. Die Überwindung der Grenze zwischen diesen beiden Sektoren sei „der Schlüssel für eine nachhaltig hochwertige Versorgung“, sagte Barmer-Chef Christoph Straub in Berlin. Das Bundesgesundheitsministerium hatte eine Arbeitsgruppe mit den Ländern eingesetzt, die bis 2020 Vorschläge für eine stärkere Vernetzung des Gesundheitswesens machen soll. Hintergrund sind auch Probleme bei der Planung und Steuerung des Angebots auf dem Land. Straub erläuterte bei der Vorstellung seines Konzepts, es ziele nicht auf die Basis der Hausarztversorgung und hoch spezialisierte Leistungen in Krankenhäusern, sondern auf den großen fachärztlichen Bereich dazwischen. „Ziel ist nicht, weniger auszugeben, sondern deutlich intelligenter auszugeben.“dpa

Die aktuellen Herausforderungen verlangen neue Antworten.

Thomas Lemke, Sana-Konzern-Vorstandschef


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