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Im Sonderbus nach Berlin

Wegen Bahn-Elektrifizierung am Montag ins Ministerium

HAMELN-PYRMONT. Das Bundesverkehrsministerium bekommt am Montag die geballte Macht aus dem Kreis Hameln-Pyrmont zu spüren. Es geht um die seit dem Herbst als vordringlich eingestufte Elektrifizierung der Bahnstrecke Hameln–Elze.

veröffentlicht am 10.02.2019 um 17:26 Uhr

Die Bahnstrecke von Hameln nach Elze will der Bund elektrifizieren – dazu haben der Landrat und die Bürgermeister der Anrainer-Orte Fragen und Forderungen. Für ihre heutige Fahrt nach Berlin nutzen sie nicht den Zug, sondern den Bus. Foto: Dana
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Landrat Tjark Bartels (SPD) wird eine große Delegation von Rathaus-Chefs, Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie Bahnausbaugegnern anführen, um beim Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) auf den Tisch zu hauen, Informationen einzuholen und Forderungen zu hinterlassen. Während der Bund durch die Pläne für Güterzüge eine Umfahrungsmöglichkeit des überlasteten Bahnknotens Hannover schaffen will, befürchten die Anrainer Lärm und andere Nachteile. Kommunalpolitiker wie auch Bahnnutzer sehen aber auch die Chance, den Personenverkehr zwischen Hildesheim und Hameln aufzuwerten – und damit zugleich die Zahl der Güterzüge einzudämmen.

Ferlemann, der einflussreiche Bundestagsabgeordnete aus Cuxhaven, hatte sich nach Ansicht von Bartels und den Bürgermeistern nicht an das Versprechen gehalten, die Weser-Region frühzeitig darüber zu informieren, wenn die vom Bund ins Auge gefasste Elektrifizierung näherrückt. Als im vergangenen Herbst die Hochstufung ohne Vorabinformation verkündet wurde, ging der Landrat an die Decke. Er und seine Kollegen aus den betroffenen Gemeinden – neben Hameln, Coppenbrügge und Salzhemmendorf auch Emmerthal, Bad Pyrmont und das benachbarte Lügde –, verlangten ein Treffen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), weil das Vertrauen in Ferlemann verlorengegangen war. Doch darauf ließ sich Scheuer nicht ein.

Inzwischen hat sich der Pulverdampf gelegt. Den Beteiligten geht es nun offensichtlich vorrangig um konkrete Zusagen. Die Stadt Hameln, die sich jahrelang in dieser Sache zurückgehalten hatte, macht das Thema nun zur Chefsache: Sie reist mit ihrer Doppelspitze aus Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) und dem Erstem Stadtrat Hermann Aden (Grüne) an. „Die Elektrifizierung der Bahnstrecke ist aus unserer Sicht grundsätzlich von Vorteil, weil wir auf diesem Wege Verbesserungen für den Personenverkehr erreichen können“, sind sie jetzt überzeugt. „Das ist eine Chance für die Region. Der Bund müsse aber einen wirkungsvollen Lärmschutz gewährleisten – „nur so lassen sich zusätzliche Belastungen für die Anwohner vermeiden.“

Die Delegation hatte nach Worten einer Landkreis-Sprecherin erwogen, dem Anlass entsprechend mit der Bahn nach Berlin zu fahren. Doch nun steige man in den Bus – weil er unterm Strich billiger sei.



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