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Hameln-Pyrmont. Mit Constantin Grosch hat der letzte Mandatsträger der Piraten im Landkreis Hameln-Pyrmont das Parteischiff verlassen. Zuvor war der Hamelner Ratsherr Lars Reinecke von Bord gegangen. Er bildet seit vergangenem Jahr als Parteiloser mit dem Vertreter der Linken, Peter Kurbjuweit, eine Fraktion. Auch Grosch wird seinen Sitz im Kreistag behalten.

veröffentlicht am 10.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 07:21 Uhr

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Autor:

Hans-Joachim Weiß und Wolfhard F. Truchseß
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Der gebürtige Hanauer hat sich den Sozialdemokraten angeschlossen und ist seit gestern Mitglied der SPD Hameln. „Eine Partei braucht verschiedene Flügel, um konstruktiv arbeiten zu können. Diese Möglichkeit sehe ich derzeit bei den Piraten nicht und deshalb fühle ich mich dort nicht mehr aufgehoben“, begründet der in Bielefeld Wirtschaftswissenschaften studierende Nachwuchspolitiker seinen Schritt.

Das Weserbergland sei ihm zur Heimat geworden, hier wolle er etwas bewegen. Schon im vergangenen Jahr sei in ihm dieser Schritt gereift. Auf Bitten der Piraten habe er jedoch bis zum Jahreswechsel mit seinem Austritt gewartet.

Freimütig gesteht Grosch, dass es auch mit der CDU und der FDP Gespräche über einen Wechsel gegeben habe und er kein Freund der Agenda 2020 sei. „Aber ich sehe, dass sich etwas bewegt und die gemachten Erfahrungen in der politischen Zusammenarbeit, die Möglichkeit der Einbringung eigener Ideen sowie die familiäre Atmosphäre in der SPD Weserbergland haben dann zu meiner Entscheidung geführt“, begründet Grosch seinen Parteiwechsel. Als Pirat bildete er zusammen mit SPD und Grünen die Mehrheitsgruppe im Kreistag und war einer ihrer Sprecher.

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  • C. Grosch

Das soll auch künftig so bleiben, denn Vorsitzender Ulrich Watermann will seiner Fraktion während der Klausurtagung am Wochenende vorschlagen, den Hamelner zu einem seiner Stellvertreter zu wählen. „Mit Constantin Grosch gewinnen wir einen profilierten Kommunalpolitiker, mit dem die Zusammenarbeit auf Kreisebene bereits hervorragend funktioniert hat und dessen Ideen und zupackende Art eine große Bereicherung für die SPD sind“, freut sich der Landtagsabgeordnete über den Neuzugang, bei dem er den Blick auf relevante gesamtgesellschaftliche Zukunftsaufgaben besonders hervorhebt. Als Beispiel nennt Watermann den ÖPNV: „Inzwischen denken wir darüber nach, wie wir den öffentlichen Nahverkehr komplett neu ausrichten und durch Preisveränderungen eine andere Angebotsstruktur bekommen.“

Claudia Schumann, Kreisvorsitzende und Generalsekretärin der Piraten in Niedersachsen, war der Austritt Groschs schon seit einigen Tagen bekannt. „Es ist bitter für uns, dass er sein Mandat nicht an uns zurückgegeben hat“, erklärte sie auf Anfrage. Grosch habe auf der Liste zur Kreistagswahl auf Platz 2 gestanden. Torben Friedrich aus Coppenbrügge, der das Mandat errungen habe, habe es Grosch überlassen, um sein Mandat in Coppenbrügge besser wahrnehmen zu können, sei aber inzwischen nach Hannover umgezogen. Deshalb hätten die Piraten jetzt keinen einzigen Mandatsträger mehr im Landkreis.

Schumann räumte im Gespräch ein, dass es um die Piraten derzeit nicht sehr gut gestellt sei und die Mitgliederzahl abnehme. „Aber das geschehe bewusst, denn wir haben ein Mahnverfahren eingeführt. Wer sich bei der Partei als Mitglied angemeldet hat, aber keinen Beitrag zahlt, wird aus der Mitgliederliste gestrichen“, so Schumann. Kurzfristig sieht die Generalsekretärin kaum Chancen für ihre Partei. „Dazu sind wir nicht medienwirksam genug.“

Grosch verlässt das Piratenschiff

Kreistagsabgeordneter sieht keine Möglichkeit mehr für konstruktive Arbeit – und wechselt zur SPD



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