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Wohin die Reise geht, lässt sich Anfang Januar verlässlicher sagen

Warum das Wetter im Dezember so unterschiedlich ist

WESERBERLAND. Ein Kaltlufteinbruch in den ersten Tagen, Tauwetter zu Nikolaus, eine Frostperiode vom 17. bis 21. Dezember und pünktlich zu den Festtagen das ungeliebte Weihnachtstauwetter: So sieht ein typischer Dezember aus – wenn alle Witterungsregelfälle wahr werden.

veröffentlicht am 24.11.2017 um 08:02 Uhr

Schnee oder Regen – der Winter im Weserbergland fällt von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus. Foto: fn
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Autor

Reinhard Zakrzewski Reporter
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Grund für die Wettervielfalt im ersten Wintermonat sind große Temperaturgegensätze zwischen dem noch warmen Ozean und dem schon kalten Kontinent. Die sich daraus ergebenden Luftdruckunterschiede kurbeln die atlantische Wettermaschine im Dezember immer mehr an.

Aus dem bunten Strauß der Wetterlagen ragen zwei heraus, die Mitteleuropa völlig unterschiedliche Bedingungen bringen. Einerseits strömt auf der Vorderseite des berüchtigten Islandtiefs milde Meeresluft, teilweise sogar aus subtropischen Breiten, mit Macht zum Kontinent. Andererseits hält das sibirische Kältehoch mit einem ersten Vorstoß eisiger Ostluft nach Westen dagegen. Setzt sich wie üblich der Atlantik durch, kann es selbst zu den Festtagen für 15 Grad reichen (Hameln am 26. Dezember 2015: 15,8 Grad), im umgekehrten Fall aber auch zu strenger Kälte bis unter -15 Grad wie während der letzten tief verschneiten Weihnacht 2010 (25. Dezember: -13,1 Grad, am Boden -16,8 Grad).

Für die Härte des Hochwinters ist die Vorwitterung im Dezember nicht unwichtig. So kann ein kalter Dezember aus Norden bis Osten einem strengen Januar und Februar nach sich ziehen (Winter 2009/10) – muss er aber nicht. Bleibt eine längere Frostperiode bis zum 6. Januar jedoch aus, kann es für Winterfreuden selbst im Oberharz eng werden. In diesem Fall greift nämlich die Bauernregel zum 6. Januar, die für den Hochwinter die gleiche Bedeutung hat wie die Siebenschläferregel in Bezug auf den Hochsommer: „Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt auch kein (richtiger) mehr dahinter“ – stimmt im Januar zu 70, im Februar zu 60 Prozent. Hintergrund beider Regeln ist die große Erhaltungsneigung der Atmosphäre in den Hauptjahreszeiten. Derzeit gehen die Wetterdienste in ihren Trends einheitlich von „eher zu mild und zu nass“ aus. Ähnlich wie in den vergangen beiden Jahren würde das für Norddeutschland wieder viel Wind und jede Menge trübes Schmuddelwetter bedeuten. Längere Perioden mit Schnee und Eis hätten Seltenheitswert. Wohin die Reise im Gesamtwinter geht, lässt sich einigermaßen sicher erst Anfang Januar sagen. Trotz Klimaerwärmung kann es eiskalte Überraschungen geben. Abgerechnet wird ohnehin erst am Schluss.

Wer einen Winterurlaub im Harz plant, sollte auf die zweite und dritte Januardekade setzten. Günstig ist auch die Spätwinterphase zur Februarmitte. Dann startet Väterchen Frost gewöhnlich den letzten großen Angriff auf Mitteleuropa. Dagegen ist Ski und Rodeln im Dezember nur selten gut. Bei vorwiegend westlichen Winden ist nach polarem Schneegestöber der nächste Warmluftschub oft nicht weit. Das gilt vor allem rund um die Weihnachtstage, wenn die Atlantikwinde besonders heftig blasen. So sind verschneite Festtage im norddeutschen Flachland mit durchschnittlich ein- bis zweimal in zehn Jahren fast ein kleines Wunder.

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