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Teppich-Industrie leidet unter Umsatzeinbrüchen / Dennoch wurde in den Standort Hameln investiert

Vorwerk geht in Kurzarbeit

HAMELN. Die Krise der Teppichbranche hält an und macht auch vor Hameln nicht Halt: Beim Traditionsunternehmen Vorwerk wird seit Anfang dieser Woche Kurzarbeit gefahren. Davon betroffen ist der Bereich der Produktion mit 200 Mitarbeitern. In jeder dritten Woche eines Monats ruhen die Maschinen an der Kuhlmannstraße.

veröffentlicht am 25.08.2017 um 15:25 Uhr
aktualisiert am 25.08.2017 um 16:40 Uhr

Nail Kudesci kontrolliert den Lauf der Fäden im Webstuhl Foto: Vorwerk Teppich/Archiv
Dr. Guido Erol Hesse-Öztanil

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Dr. Guido Erol Hesse-Öztanil Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Gründe für die Kurzarbeit liegen auf der Hand. Die Branche leidet seit längerer Zeit unter rückläufigen Nachfragen. Entsprechend sind auch die Auftragsbücher bei Vorwerk nicht mehr ausreichend gefüllt. „Der Absatz entspricht nicht unseren Erwartungen“, teilt Marketing-Chef Florian Bausch auf Anfrage mit. Um die schwierige Marktsituation zu überbrücken, habe man zu dem Instrument der Kurzarbeit greifen müssen. Das Vorgehen sei den Mitarbeitern gegenüber „klar und offen“ kommuniziert worden. Die Belegschaft habe entsprechendes Verständnis gezeigt. Keiner der Betroffenen müsse jedoch um seinen Job bangen, erklärt Bausch. Die Kurzarbeit ist nach Unternehmensangaben nur eine „temporäre Angelegenheit“ und werde bis Ende des Jahres gelten.

Dass sich die schwierige Situation für die Teppichindustrie jetzt nochmals zugespitzt habe, könnte dem Sommerloch geschuldet sein, mutmaßt Bausch. Er gibt sich indes zuversichtlich, dass Vorwerk wieder andere Zeiten erleben wird. „Wir sind davon überzeugt, mit vernünftigen Gesamtkonzepten auf dem Markt bestehen zu können.“ Zudem hat Vorwerk entgegen dem Trend in den vergangenen Monaten seine Kapazitäten in Hameln ausgebaut, in den Maschinenpark investiert und rund 30 Mitarbeiter eingestellt. Ein deutliches Bekenntnis der Konzernzentrale in Wuppertal zum Standort in Hameln. Die Investition habe sich im „hohen einstelligen Millionenbereich“ bewegt, formuliert Bausch vage.

Der Absatz entspricht nicht unseren Erwartungen.

Florian Bausch, Marketingleiter bei Vorwerk

Ende 2015 hatte es an der Spitze der Vorwerk Teppichwerke in Wuppertal einen Personalwechsel gegeben. Die neue Geschäftsführung legte einen Fünf-Punkte-Plan vor, mit dem Vorwerk der allgemeinen Krise in der Teppichindustrie trotzen und das eigene Geschäft weiter steigern wollte. Das Programm sah auch den Ausbau des internationalen Marktes, die Entwicklung neuer Produkte, ein neues Vermarktungskonzept und die Konzentration der Teppichproduktion am Standort Hameln vor, um hier „die Produktionsanlagen zu den innovativsten der gesamten Branche auszubauen“, wie das Unternehmen seinerzeit mitteilte.

Derzeit beschäftigt Vorwerk in Hameln 375 Mitarbeiter. In den Geschäftsjahren 2014 und 2015 erwirtschafteten die Teppichwerke einen Umsatz von jeweils 88 Millionen Euro, der sich in 2016 auf 70 Millionen Euro reduzierte (minus 8,7 Prozent). „Dieser Rückgang ist der Umstrukturierung und der Neuausrichtung und natürlich dem negativen Branchentrend geschuldet“, erläutert Bausch. Für 2017 wird laut Geschäftsbericht mit einem leichten Umsatzwachstum gerechnet. Aktuell macht Vorwerk 60 Prozent seiner Teppichgeschäfte im Inland.

Insgesamt kann die Vorwerk Gruppe auf ein gutes Geschäftsjahr 2016 zurückblicken. Im 133. Jahr der Unternehmensgeschichte stieg der Gesamtumsatz der Gruppe um 4,1 Prozent auf nunmehr 3,1 Milliarden Euro.



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