weather-image
14°
Für den Personenverkehr zu Wasser ist das nicht lukrativ, attraktive Angebote gibt es dennoch

Von der Weser in die große, weite Welt?

Von Karin Rohr

veröffentlicht am 25.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:41 Uhr

270_008_4280948_wb102_2604.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Weserbergland. „Ein Wind weht von Süd und zieht mich hinaus auf See“, sang einst Hans Albers – und schürte mit seinem Lied „La Paloma“ bei Millionen Fans die Sehnsucht nach „blauer Ferne“. Auch heute ist Fernweh bei vielen Menschen mit Meer und Schiffen verbunden. Keine Frage: Ein Schiff wird kommen… aber bis wohin wird’s mich bringen?

Vor der Haustür liegt die Weser, ein Fluss, den schon unsere Vorfahren als Transportweg für Menschen, Tiere und Güter genutzt haben. Wer heute auf dem Wasserweg von Punkt A nach Punkt B kommen möchte, selbst aber kein Boot besitzt und auch keins chartern will, ist auf Fahrgastschiffe angewiesen, die im Liniendienst verkehren.

In Hameln ein Schiff zu erwischen, ist kein Problem. Die Flotte Weser fährt weseraufwärts regelmäßig bis Bad Karlshafen. Mit der Rehbein-Linie geht’s weiter nach Hannoversch Münden und auf der Fulda nach Kassel. Auch die Personenschifffahrt K. & K. Söllner bedient die Route Hannoversch Münden – Kassel. Südlich von Kassel aber wird die Fulda zu flach. Endstation.

270_008_4280949_wb103_2604.jpg
270_008_4280294_wb101_2604.jpg

Also doch lieber weserabwärts Richtung Nordsee? Mit der Sehnsucht nach der blauen Ferne aber könnte leicht schon in Rinteln Schluss sein. Denn wer weiter gen Meer schippern will, braucht Geduld – und Gleichgesinnte. Der historische Raddampfer „Wappen von Minden“ verkehrt zwar zwischen Rinteln und Minden, aber „nur als Zielfahrt, die monatlich bei entsprechender Beteiligung angeboten wird“, heißt es beim Betreiber MEW Minden: 25 Passagiere sind das Minimum.

Hat der Fernwehgeplagte genügend Mitstreiter gefunden, kommt er immerhin bis Minden und kann sich jetzt entscheiden, ob er weiter weserabwärts, auf dem Mittelland-Kanal gen Osten oder lieber nach Westen fahren will. Mit der Mindener Fahrgastschifffahrt geht’s im Osten bis Sachsenhagen – zumindest dem Steinhuder Meer ist man damit schon sehr nah. Im Westen ist in Bad Essen Schluss. Nix mit Meer, aber dafür viele Blumen. Schließlich findet dort in diesem Jahr die Landesgartenschau statt. Und die ist allemal eine (Schiffs-)Reise wert. Immerhin: Der Weg zur Nordsee ist ab Minden offen. Mit der Flotte Weser geht’s bis nach Bremen. Und von dort mit der Bremer Hal över Gesellschaft für innovative Stadttouristik weiter bis Bremerhaven. „Die letzte Brücke vor New York führt über die Weser“, scherzt Nico Meyer von Hal över, schließlich war Bremerhaven einst das Tor zur weiten Welt. Nicht nur für Auswanderer. Jetzt kommt man von dort nicht mehr über den „großen Teich“. Fähren? Fehlanzeige! Nicht mal Helgoland ist erreichbar. Wer sich auf Deutschlands einziger Hochseeinsel den Wind um die Nase wehen lassen will, muss nach Cuxhaven. Dafür aber legen Traumschiffe wie die „Astor“ in Bremerhaven an: Und jetzt könnte – bei entsprechendem Kleingeld – die Sehnsucht nach der blauen Ferne endlich erfüllt werden. Denn: Kreuzfahrtschiffe fahren von dort aus zum Nordkap, in die Ostsee, sogar bis Island. Nur nicht nach New York.

Von der Weser in die weite Welt? Mit dem Passagierschiff stößt man da trotz der vielen Wasserstraßen bald an Grenzen. Wenn man chartert, kommt man (fast) überallhin, für den Linienverkehr aber sind viele Strecken nicht lukrativ. „Es gibt keine durchgängige Personenschifffahrt auf unseren Wasserstraßen“, bestätigt Jörg Rusche, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Binnenschifffahrt: „Es gibt nur lokale Zentren.“

Auch gut. Denn schon Dichterfürst Goethe stellte fest: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“ Im Weserbergland, zum Beispiel. Die Oberweser gilt schließlich als eines der attraktivsten Flussreviere. Und wer jetzt am Wochenende zur Saisoneröffnung mit den Schiffen der Flotte Weser unterwegs war, erlebte die landschaftlichen Reize dieser Region ganz gemütlich vom Schiff aus, bei herrlichem Wetter, Seite an Seite mit den Sagen- und Märchenfiguren. Und lustig war diese Seefahrt auch...

Links: Kaum erklang Andrea Berg, legten die Gäste spontan eine kesse Sohle aufs „Deck“.

Rechts: Bei Sonnenschein lässt es sich prima auf dem Fluss aushalten. Fotos: geb

Mit dem Passagierschiff stößt man trotz der vielen Wasserstraßen an Grenzen. Mit einem gecharterten Boot kommt man (fast) überallhin, für den Linienverkehr aber sind viele Strecken nicht lukrativ. Durchgängige Personenschifffahrt gibt es auf den Wasserstraßen nicht, nur lokale Zentren.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt