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Barbara Fahncke neue SPD-Unterbezirksvorsitzende / „LöMö“ mit stehenden Ovationen verabschiedet

Vom Wahlergebnis richtig überrascht

Hameln-Pyrmont. „Das sind mit Sicherheit verdammt große Fußstapfen, in die ich hier trete.“ Barbara Fahncke, die neue Unterbezirksvorsitzende der SPD im Landkreis Hameln-Pyrmont, die am Samstag von 91,57 Prozent der 166 Delegierten des Parteitags in Hameln gewählt wurde, weiß, welches Erbe sie als Nachfolgerin von Gabriele Lösekrug-Möller antritt, die den Unterbezirk 14 Jahre lang ununterbrochen geführt hat. „Eigentlich wollte Gabriele den Vorsitz schon vor zwei Jahren abgeben und hat mich gefragt, ob ich als ihre damalige Stellvertreterin nicht kandidieren wolle“, berichtet die 56-jährige Sozialpädagogin Barbara Fahncke. „Aber ich habe sie damals gebeten, noch weitere zwei Jahre den Unterbezirk zu führen. Manchmal habe ich eben Angst vor der eigenen Courage. Als ich das Abstimmungsergebnis gehört habe, hatte ich echt mit den Tränen zu kämpfen. Mit so einem Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Das hat mich wirklich überrascht.“

veröffentlicht am 27.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:21 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Zur Frage, ob sie sich vorstellen könne, sich auch als Nachfolgerin LöMös um das Bundestagsmandat zu bewerben, wollte Barbara Fahncke sich nicht äußern. „Die Findungskommission mit Parteimitgliedern aus Hameln-Pyrmont, Holzminden, Uslar und Bodenfelde ist da noch ganz am Anfang und wird sich zunächst vor allem im Wahlkreis nach geeigneten Persönlichkeiten umschauen.“ Es war ein bewegender Abschied, den die Genossen ihrer langjährigen Vorsitzenden „LöMö“ bescherten. Bodo Adomat sprach als einer ihrer alten Mitkämpfer, Kultusministerin Frauke Heiligenstadt war extra gekommen und würdigte LöMö als eine Politikerin, die vor allem immer wieder Frauen den Anstoß gegeben habe, sich politisch zu engagieren. Gabriele Lösekrug-Möller sei eine Politikerin für die schwierigen Fälle. „Auch in den heißesten Konflikten behielt sie immer den Überblick. Sie konnte lange und gut zuhören, um am Ende eine gute Lösung vorzuschlagen.“ Bundesweit habe das von LöMö im Jahr 2003 erstmals initiierte Modell „10 unter 20“ Schule gemacht, bei dem Politiker junge Leute um sich scharen, erinnerte sich Isa Grossmann, die Tochter des Emmerthaler Bürgermeisters. Ein Jahr später sei sie in die SPD eingetreten. „Deswegen sitzen hier heute auch so viele Jusos mit Freunden“, konstatierte LöMö rückblickend, als sie Bilanz für 14 Jahre Unterbezirksvorsitz zog und danach mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

Andrea Nahles, ihre „Chefin“ im Bundessozialministerium, in dem LöMö seit Januar 2014 als Parlamentarische Staatssekretärin wirkt, würdigte diese per Videobotschaft: „Was Du bewegt hast, das wirkt nach.“ Und Landrat Tjark Bartels lobte sie als eine „Volksvertreterin im besten Sinne, als ganz besondere Vertreterin des Weserberglandes und seiner Menschen in Berlin“. Es sei der am längsten dauernde Unterbezirksparteitag gewesen, den sie je erlebt habe, zeigte sich Barbara Fahncke, zu deren Stellvertretern Ulrich Watermann, Torben Pfeifer und Petra Haehnel gewählt wurden, am Ende von den insbesondere durch die Jusos vorangetriebenen Diskussionen über viele Anträge überrascht. Als es um einen Antrag des geschäftsführenden Unterbezirksvorstands zum Thema Schulen ging, sorgte Bettina Schultze für eine gewisse Entschärfung bezüglich der Hamelner Gymnasien. Vor allem wollte die Sprecherin des Arbeitskreises Schule der Hamelner SPD-Ratsfraktion den langfristigen Erhalt nicht nur von zwei Gymnasien gefordert sehen, sondern ganz allgemein ihren Erhalt mit den Sekundarstufen 1 und 2, allerdings nur bei einer Dreizügigkeit, wie im Antrag formuliert. Da die Sekundarstufe 2 für das Gymnasium in Bad Pyrmont nicht extra in dem Antrag aufgeführt worden, verlangte Heike Beckord eine entsprechende Korrektur, „weil es sonst gleich wieder heißt, dass wir das Pyrmonter Gymnasium abschaffen wollen“. Müssten die Pyrmonter Schüler zur Sekundarstufe 2 nach Hameln fahren, werde das den Schulstandort Pyrmont massiv gefährden.

Zwar wurde der so geänderte Antrag einstimmig angenommen, Watermann jedoch machte eindringlich darauf aufmerksam, „dass Schulen nur überleben werden, wenn sie genug Schüler haben und die Qualität verbessert wird“. Wenn sich die Stärke der fünften Jahrgänge in einigen Jahren halbiert habe, werde sich die Frage der Beibehaltung aller Schulstandorte von selbst wieder stellen. Die Entwicklung der Schulen in Bad Pyrmont und Hameln dürfe nicht isoliert gesehen werden, betonte Watermann. „Wir müssen den Schulstandort Hameln-Pyrmont insgesamt stärken, denn die Nachbarregionen stellen sich zunehmend stärker auf.“ Die Forderung Watermanns für die Zukunft: „Wir müssen für ein gutes Bildungsangebot im Zentrum und in der Fläche sorgen.“

Barbara Fahncke, die neue SPD-Unterbezirksvorsitzende wft


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