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Das Netz wird zum zweiten Mal seit dem Start im Expo-Jahr 2000 neu ausgeschrieben

Vier Bewerber für S-Bahn Hannover

HANNOVER / WESERBERGLAND. Die Deutsche Bahn bekommt bei der Neuvergabe der Betreiberkonzession für das hannoversche S-Bahn-Netz Konkurrenz. Nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ machen drei Mitbewerber dem Staatskonzern den Auftrag streitig, darunter die deutsche Tochter der international operierenden Abellio-Holding aus den Niederlanden.

veröffentlicht am 25.10.2017 um 16:54 Uhr

Das Streckennetz der S-Bahn führt auch durchs Weserbergland. Foto: Wal/Archiv

Autor:

Bernd Haase
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Gemeinsam schreiben die Region Hannover, die Nahverkehrsgesellschaft des Landes Niedersachsen (LNVG) und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) den Betrieb des Netzes von Dezember 2021 an aus, wenn die derzeitige Konzession von DB Regio Nord ausläuft. Eine Entscheidung fällt im kommenden Frühjahr. Der lange Vorlauf ist unter anderem deshalb erforderlich, weil Bewerber Zeit brauchen, den Betrieb vorzubereiten.

Über die Details des Wettbewerbs schweigen die Auftraggeber eisern. „Er verläuft sehr rege“, lässt sich der Regionsverwaltung lediglich entlocken, was aber kein Wunder ist, denn die hannoversche S-Bahn gilt wegen ihrer starken Fahrgastzuwächse und ihrer zentralen Lage im Gesamtnetz als attraktiv. Aus mehreren Interessenten haben die Träger das Quartett ausgewählt, das nun in dem geschlossenen Verfahren miteinander konkurriert.

Außer DB Regio bestätigt lediglich Abellio Deutschland sein Interesse. „Das hannoversche S-Bahn-Netz hat eine anspruchsvolle Größe und stellt für jeden Bewerber eine Herausforderung dar“, sagt Sprecher Rainer Thumann. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin ist ein potenter Konkurrent. In den vergangenen Jahren hat es bundesweit sowohl im S-Bahn- als auch im Regionalverkehr expandiert und der Deutschen Bahn Strecken abgejagt. In der Region Hannover ist Abellio über die zwischen Braunschweig, der Landeshauptstadt und Osnabrück verkehrende Westfalenbahn vertreten, die der Konzern kürzlich komplett übernommen hat.

Ob auch die Eisenbahngesellschaft Metronom noch im Rennen ist, ist nicht zu erfahren. Von Sprecher Björn Pamperin gibt es weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Bei der letzten Wettbewerbsrunde hatten die Uelzener als einzige der DB Regio Konkurrenz gemacht.

Das zur Expo 2000 in Betrieb genommene S-Bahn-Netz ist zum zweiten Mal ausgeschrieben worden. Bei der ersten Auflage mit dem Betriebsstart 2012 war es gelungen, die millionenschweren Betriebskostenzuschüsse aus Steuergeldern erheblich zu drücken. Das ist auch dieses Mal ein Ziel der staatlichen Träger, aber im Fokus steht auch der Service. So muss der künftige Betreiber in jedem Zug Begleitpersonal einsetzen. Die Ausstattung der Wagen wird verbessert – etwa durch zusätzliche Hilfen für behinderte Fahrgäste, durch eine LED-Beleuchtung, durch Displays und durch Steckdosen. In Sachen Personalentlohnung müssen die interessierten Unternehmen Tariftreue garantieren.

Abellio-Sprecher Thumann kritisiert, dass die Ausschreibungsbedingungen Anbieter bevorzugen, die Gebrauchtfahrzeuge einsetzen können. Um den Effekt abzupuffern, haben die Träger für den Kauf von Neufahrzeugen allerdings Finanzierungshilfen vereinbart.

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