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Weil hatte Brandanschlag in Salzhemmendorf als versuchten Mord bezeichnet

Verteidiger will Ministerpräsident als Zeugen hören

Hannover (dpa). Aus Fremdenhass sollen zwei junge Männer und eine Frau einen Anschlag auf ein Flüchtlingsheim in Salzhemmendorf verübt haben. Sie sind wegen versuchten Mordes angeklagt. Die Verteidigung hält dies für unangemessen. Im Prozess um den Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Salzhemmendorf hat die Verteidigung beantragt, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) als Zeugen zu hören. 

veröffentlicht am 26.02.2016 um 13:52 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 17:18 Uhr

Brandanschlag Salzhemmendorf Prozess
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Der Regierungschef habe beim Besuch des Tatorts den Anschlag als "versuchten Mord" bezeichnet und damit auf die rechtliche Bewertung eingewirkt, sagte Roman von Alvensleben, der den 31 Jahre alten Angeklagten vertritt. Der Rechtsanwalt regte an, eine Verurteilung wegen versuchter Körperverletzung mit Todesfolge in Betracht zu ziehen.

Der 31-Jährige muss sich gemeinsam mit seinem 25 Jahre alten Kumpel sowie einer 24-jährigen Bekannten vor dem Landgericht Hannover wegen gemeinschaftlich versuchten Mordes verantworten. Das Trio soll Ende August einen Molotowcocktail in das überwiegend von Asylbewerbern bewohnte Haus im Weserbergland geworfen haben. Nur durch einen glücklichen Zufall wurde dabei niemand verletzt. 

Die drei Angeklagten hatten zum Prozessauftakt die Tat gestanden,  eine fremdenfeindliche Gesinnung aber abgestritten. Hauptauslöser sei wohl der Alkohol gewesen, gaben sie an.

Wie viel Promille die beiden Männer bei der Tat in der Nacht im Blut hatten, sei schwer zu rekonstruieren, sagte der psychiatrische Gutachter Michael von der Haar am Freitag. Bei dem 31-Jährigen könne er aber aus den Handlungen keine deutliche Einschränkung der Steuerungsfähigkeit erkennen. So habe er etwa vor dem Werfen des Brandsatzes den Ruf "Nicht das linke Fenster" gehört und befolgt. Die beiden anderen Angeklagten hatten ihn als Haupttäter beschrieben.

Der 31-Jährige sei kein Alkoholiker, sagte von der Haar. Dagegen stellte der Psychiater bei dem 25-Jährigen eine Alkoholkrankheit fest. Deshalb könne eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausgeschlossen werden, erläuterte der Gutachter. 

Die beiden Männer hatten am Tatabend in der Garage des 31-Jährigen Rechtsrock gehört und Bier und Weinbrand getrunken. Nach eigener Darstellung kamen sie irgendwann auf die Idee, einen Brandsatz zu bauen. Die 24-Jährige, die nur Cola getrunken hatte, fuhr das Auto zum Tatort. Der Molotowcocktail entzündete sich in der Wohnung einer Familie aus Simbabwe. Niemand wurde verletzt, weil der elfjährige Sohn in der Tatnacht ausnahmsweise im Zimmer seiner Mutter geschlafen hatte.



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