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Alexander zu Schaumburg-Lippe ist stinksauer über Darstellung im Fernsehen

Verklagt der Fürst das ZDF?

BÜCKEBURG. „Der große Vermögens-Check“– zur besten Sendezeit durfte sich Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe am Montag im ZDF bewundern. Schon vor Erscheinen wandte er sich zornig an seine Facebook-Freunde: „Wenn ich gewusst hätte, in welchen Kontext der ZDF-Beitrag „Wie gerecht ist Deutschland“ heute Abend meinen Wirtschaftsbetrieb stellt, und mit welchen Behauptungen dort offensichtlich gearbeitet wird, hätte ich die Mitwirkung verweigert. Man hat sich aber unter falschen Vorwänden bei mir regelrecht eingeschlichen. Das ist ein Schlag ins Gesicht jeder journalistischen Ethik“, polterte der streitbare Adelige. Wir haben mit ihm gesprochen.

veröffentlicht am 21.09.2017 um 11:30 Uhr
aktualisiert am 21.09.2017 um 13:27 Uhr

Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe bei der Bückeburger Landpartie
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Stein des Anstoßes: Der ZDF wollte sich ansehen „Wie gerecht ist der Besitz verteilt? Und wie steht es um die Chancengleichheit?“ Als Beispiel für „die Reichen“ durfte unter anderem der Bückeburger Fürst herhalten. „Vielleicht gehört er sogar zu den Superreichen in Deutschland“, orakelt die Stimme aus dem Off, unterlegt mit Bildern der Landpartie. „Diese Behauptung ist nicht nur falsch, sie gefährdet auch die physische Sicherheit meiner Familie“, ärgert er sich im Telefonat mit der Zeitung.

Eigentlich habe der ZDF angefragt, so zu Schaumburg-Lippe, ob sie einen Bericht über ihn als Unternehmer und seinen Wirtschaftsbetrieb machen könnten. Dass er sich nun in einem „Popanz für einen verkappten Wahlwerbespot der SPD“ wiederfinde, will er nicht stehen lassen. Er hat einen Anwalt eingeschalten, der nun die weiteren rechtlichen Schritte erörtern und umsetzen werde. „Natürlich will ich, dass dieser Beitrag aus der Mediathek verschwindet.“

Sauer stößt ihm auch auf, dass in dem Film ein tatsächlich „Superreicher“ vorkommt, der aber viel positiver dargestellt werde: Klaus-Michael Kühne (Geschätztes Vermögen 11,9 Milliarden Dollar). „Da haben sie sich wohl nichts getraut.“ Kühne werde als „Unternehmer der alten Schule“, „sparsam“ und „sozial engagiert“ dargestellt. „Dabei erwähnen sie nicht, dass er seinen Firmensitz und seinen Privatwohnsitz in die Schweiz verlegt hat, und damit Steuern spart.“ „Und ich bin der ,Badguy‘, mit dem belegt werden soll, dass die Vermögen ungerecht verteilt werden.“

Unterlegt mit Luftaufnahmen des Bückeburger Schlosses zieht die Sendung ihr Fazit: „Es gibt große Unterschiede. Einige wenige besitzen viel. Und eine große Gruppe von Deutschen besitzt wenig. Vermögen und Chancen sind in unserem Land ungleich verteilt.“

Nur weil jemand in einem besonders großen Haus wohne, sei er nicht automatisch superreich, so zu Schaumburg-Lippe. Das sehe vielleicht auf Fernsehbildern gut aus – „aber dieses Schloss ist eine große Bürde, die ohne unternehmerische Tätigkeit nicht erhalten werden könnte.“ Für ihn ist klar: „Mit dem ZDF arbeite ich nie wieder zusammen.“ Er hat bereits eine Reihe von Hausverboten erlassen.

HINWEIS: Der ZDF-Beitrag unter: www.bit.ly/Fürstenfilm

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