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Zahl der Senioren-Jobber im Landkreis Hameln-Pyrmont um 23 Prozent gestiegen

ver.di: Immer mehr Rentner mit Mini-Jobs

Hameln-Pyrmont (red). Rentner im Un-Ruhestand: Im Kreis Hameln-Pyrmont müssen nach Angaben der Gewerkschaft ver.di immer mehr Rentner arbeiten. Sie seien zum Jobben gezwungen, weil ihre Rente nicht reiche. ver.di und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

veröffentlicht am 26.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

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(NGG) sprechen von einer „alarmierenden Entwicklung“ und nennen Fakten: In den vergangenen Jahren habe die Zahl der Rentner mit Mini-Jobs im Landkreis Hameln-Pyrmont um rund 23 Prozent zugenommen. Schon 2003 verdienten 1127 Rentner durch eine geringfügige Beschäftigung dazu. Vier Jahre später gab es bereits 1387 Renten-Jobber – und damit 260 „Senioren-Arbeiter“ mehr. ver.di und NGG berufen sich dabei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Um diese Entwicklung zu stoppen, fordern die beiden Gewerkschaften die schnelle

Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 7,50 Euro pro Stunde. Dieser müsse dann jedoch rasch auf 9 Euro steigen. Nur der Mindestlohn könne künftigen Rentnern

ausreichende Altersbezüge sichern.

„Wer als Rentner arbeitet, der macht das in der Regel nicht aus Spaß. Es ist meistens die pure Not, die ältere Menschen dazu zwingt. Sie sind auf den Job neben der Rente schlichtweg angewiesen“, sagt Hans-Werner Maier. Der Geschäftsführer der NGG-Region Hannover befürchtet, dass die Zahl der Senioren, die von ihrer Rente allein nicht mehr leben können, in den kommenden Jahren drastisch zunehmen werde. „Wer heute schon zu wenig verdient, um über die Runden zu kommen, für den ist das leere Portemonnaie im Alter programmiert“, so Maier. Die Lohnarmut von heute sei die Altersarmut von morgen.

„Das größte Problem dabei sind Dumpinglöhne. Mit einem viel zu niedrigen Einkommen lässt sich keine existenzsichernde Rente aufbauen. Von einer privaten Altersvorsorge ganz zu schweigen“, sagt Willi Grewe. Der Geschäftsführer vom ver.di-Bezirk Hannover/Leine-Weser macht deutlich, dass Vollzeitbeschäftigte ein Einkommen benötigten, das ihnen später auch eine ausreichende Rente sichere. „Genau deshalb brauchen wir einen gesetzlichen Mindestlohn“, betont Maier. Auch eine Mehrheit der Bevölkerung halte einen gesetzlichen Mindestlohn für erforderlich. Das könne die neue schwarz-gelbe Bundesregierung nicht ignorieren. Der Mindestlohn müsse ganz oben auf der politischen Tagesordnung stehen. ver.di und NGG fordern Beschäftigte mit einem Stundenlohn von unter sechs Euro auf, ihre Dumpinglöhne zu melden – per Internet unter www.dumpinglohn.de.

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