weather-image
10°

Mordopfer unter einem Grünschnitthaufen versteckt / Gerichtsmediziner sollen Todesursache klären

Verdächtiger führt Ermittler zur Leiche

Hameln/Hehlen. Es ist diesig, wird schon langsam dunkel, als Oliver T. (28) den Ermittlern der Mordkommission auf der Ottensteiner Hochebene die Stelle zeigt, an der sich die Leiche des seit einer Woche vermissten Hamelners Mahmut Khoder (25) befinden soll. Der Zivilwagen der Polizei biegt von der Straße, die Lüntorf und Ottenstein verbindet, auf einen Feldweg ab, der nach Neersen führt. Nach einigen Hundert Metern erreicht das Fahrzeug ein Kiefernwäldchen. Unweit des Fahrbahnrandes sind Äste aufgeschichtet worden. Auch Grünschnitt wurde dort abgekippt. Der Mann zeigt auf einen Haufen aus Blättern und Zweigen. Darunter liege der Tote, sagt er. Zu sehen ist nichts. Die Leiche ist gut versteckt worden.

veröffentlicht am 18.11.2013 um 10:00 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 14:19 Uhr

270_008_6739833_wb121_1811.jpg
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Erst am Abend legen Kriminaltechniker den Toten im Schein starker Halogenstrahler der Feuerwehr frei. Die Leiche ist in Plastikfolie eingewickelt worden. Bestatter bringen das Mordopfer zur Gerichtsmedizin nach Hannover. Eine Obduktion soll klären, woran Mahmut Khoder gestorben ist.

Oliver T., der vor einiger Zeit von Hameln nach Hehlen gezogen ist, war am Nachmittag von Fahndern im Kreis Northeim aufgespürt worden. Er hatte sich in einer Pension versteckt, dürfte große Angst davor gehabt haben, dass ihn die erzürnte Großfamilie, der Mahmut Khoder angehörte, vor der Polizei schnappt. Er wusste vermutlich, dass auch die Clan-Mitglieder nach ihm suchen. Am Samstagabend hatten etwa 30 Männer den in Hameln wohnenden Eltern des Verdächtigen einen Besuch abgestattet. Oliver T.s Vater und der neue Lebensgefährte seiner Mutter sollen bei dieser „Befragung“ Verletzungen davongetragen haben. Fortan ließ die Hamelner Polizei die Angehörigen des Untergetauchten schützen. „Der Vater von Oliver T. hat uns verraten, dass sein Sohn jemanden erstochen hat“, behauptet Farhad Basir, ein Angehörger des Opfers.

Am Dienstag, so der Vater des Toten, habe er versucht, seinen Sohn als vermisst zu melden. Die Polizei habe ihn nicht ernst genommen, meint Ibrahim Khoder. Mehrfach habe er verlangt, nach seinem „Jungen“ zu suchen. Hauptkommissar Jörn Schedlitzki, sagte auf Nachfrage, der Polizei sei erst seit Donnerstag bekannt, dass Mahmut Khoder verschwunden ist. Allerdings habe es zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise auf Fremdverschulden, Suizidabsicht oder auf die hohe Geldsumme gegeben, die er bei sich gehabt haben soll. Nach Erwachsenen werde nicht umgehend mit einem Großaufgebot an Kräften gesucht, jedenfalls nicht, wenn keine Gefahrenlage erkennbar sei. Jeder Volljährige habe das Recht, sich dort aufzuhalten, wo er es wolle.

2 Bilder
Wurde getötet: Mahmut Khoder.

Auch gestern schwärmten die Mitglieder der Großfamilie aus. Eigenen Angaben zufolge wollten sie die Ermittler bei der Suche nach ihrem Angehörigen unterstützen. Zeitweise hielten sich 20 Männer vor dem Haus in Hehlen auf, in dem Kriminaltechniker seit dem Vormittag nach Spuren suchten. „Wir haben gehört, dass die Polizei ein blutiges Messer gefunden hat“, berichtet Basir. Die Stimmung ist angespannt. Vater Ibrahim Khoder will endlich wissen, wo sein Sohn ist. „Er ist umgebracht worden“, sagt er. „Er lebt nicht mehr.“ Stunden später wird traurige Gewissheit, was der Vater gespürt hat.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt