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Historische Flottille aus Süddeutschland und der Schweiz auf Tour / Hamelner empfangen Gäste mit Motorbooten

Unter Dampf: Rendezvous auf der Weser

Weserbergland (ww). Fünfmal hatte Dampfbootkapitän Erich Ufer seinen Wesertörn bereits verschieben müssen, nun hat es endlich geklappt: Gestern Mittag legten acht historische Dampfboote aus Süddeutschland und der Schweiz in Hameln an.

veröffentlicht am 19.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 06:21 Uhr

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Vier Stromkilometer vom Sportboothafen bei der Tündernschen Warte flussaufwärts nahm ein Begrüßungskomitee des Hamelner Motorboot-Clubs (MCH) die weit gereisten Gäste standesgemäß in Empfang, unter ihnen das Ehepaar Gerda und Georg Pracht.

„Schorse“, wie sie ihn hier nennen, kennt die Weser wie seine Westentasche, seit 50 Jahren ist er bereits Mitglied im MCH, baute den Verein einst mit auf – und wie es sich für einen waschechten Seemann gehört, schnackt der Kapitän der „Nanni 5“ gern und steht jedermann jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

„Unter Bootsfreunden macht man das so“, sagt Pracht, und daher war es für ihn auch selbstverständlich, die Dampfboot-Flottille persönlich mit willkommen zu heißen und zum Anlegepunkt „an einem der schönsten Häfen an der Oberweser“ zu begleiten: In diesem Jahr führt die Weser durch den Dauerregen 1,50 Meter mehr Wasser, dadurch fährt man sich in den Kurven nicht so leicht in ihrem Kiesbett fest. „Norma-lerweise hat sie aber ihre Tücken“, erklärt der 78-Jährige.

Am 13. Juli waren die acht teilweise historischen, teilweise in liebevoller Kleinarbeit nachgebildeten Dampfboote in Hannoversch Münden zu Wasser gelassen worden, von dort aus ging es über Bad Karlshafen, Höxter und Bodenwerder bis nach Hameln. Nach insgesamt sechs kurzen Etappen – heute geht die Reise weiter nach Rinteln – werden die Dampfbootfreunde am morgigen Freitag in ihrem Zielhafen im Mindener Yachtclub eintreffen. An jedem Etappenziel ging die „Dampfschifffahrtsgesellschaft“ an Land, ließ die Kessel auskühlen und genoss ihren Aufenthalt im schönen Weserbergland, bevor am nächsten Morgen wieder angefeuert wurde.

„Etwa eine Stunde dauern die Startvorbereitungen, vor hundert Jahren hatten die Leute eben noch Zeit“, sagt Peter Badertscher. Der Kapitän vom Bodensee reist mit seiner Frau Annegret auf der „Seraphine“ mit, deren Dampfkessel aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts stammt.

Für Konrad Müller und seine „Penelope“ ist es die dritte große Fahrt, nach den Berliner Gewässern und einem Törn über die Schlei bis zur Ostsee hinauf ist dieses Mal die Oberweser an der Reihe. In mühevoller Handarbeit hat der Schweizer sein Dampfboot selbst gebaut, gefühlte 6000 Arbeitsstunden und sechs Jahre Bauzeit stecken in seinem „Schätzchen“, das Deck besteht aus Teakholz, der mit Buchenholz befeuerte Kessel stammt aus England. Namensgeberin für das 2007 fertiggestellte Boot war Müllers Frau: „Die Penelope in der griechischen Mythologie wartet auf ihren Odysseus, der zehn Jahre auf See umherirrt. Und meine Frau musste immer auf mich warten, als ich das Boot gebaut habe“, sagt Konrad Müller.

Erich Ufer, der die Dampfbootfahrt durchs Weserbergland organisiert hat, ist glücklich: „Ich wollte das schon immer mal machen. Toll, dass wir überall entlang der Weser auf so viel Begeisterung stoßen!“

Ein Video und weitere Fotos von der Weserfahrt finden Sie unter dewezet.de



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