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Hans-Joachim Niehoff sichtete das Raubtier / Ausgrabungen belegen Präsenz bereits im Mittelalter

Unheimliche Begegnung mit dem Wolf

Weserbergland. Der Wolf ist angekommen. Schon im vergangenen Jahr soll er bei Schwöbber gesehen worden sein. Auch Taxifahrer Hans-Joachim Niehoff will das Raubtier gesichtete haben - zwischen Afferde und Hastenbeck. Neu ist der Wolf in diesen Breiten aber nicht. Ausgrabungen belegen seine Präsenz bereits im Mittelalter

veröffentlicht am 05.04.2016 um 17:25 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

sabine brakhan
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In Hubert Wesemanns fünften Fall, der den Titel „Gewissenlose Gier“ trägt, schickte Weserbergland-Krimiautor Günter von Lonski seine Romanfigur bereits im vergangenen Jahr zu Recherchen bezüglich einer angeblichen Wolfssichtung nach Aerzen. Und ein Wolfstein wurde bereits vor Jahrhunderten an einem Feldrain der Aerzener Domäne aufgestellt. Allerdings trägt der Sühnestein seinen Namen nicht zur Erinnerung an Isegrim, sondern weil der mündlichen Überlieferung zufolge nahe des ursprünglichen Standortes in der Nähe des Veilchenberges zwei Brüder namens Wolf begraben liegen sollen.

„Das war

eine imposante Erscheinung“

Das, was die Menschen im Flecken Aerzen zurzeit bewegt, entstammt aber nicht der Feder eines Krimiautors und auch nicht einer Jahrhunderte alten Überlieferung eines tödlich endenden Bruderkampfes, sondern der wahren Realität. Der Wolf hat den heimischen Bereich zumindest durchstreift und das nicht erst kurz vor dem Osterfest, davon sind die Menschen vor Ort überzeugt. Im Internet gibt es einen Eintrag aus dem vergangenen Jahr, der besagt, dass ein Wolf bei Schwöbber gesichtet worden wäre. Und auch Hans-Joachim Niehoff aus Reher hat bereits einen Wolf gesehen. Der Taxifahrer war vor rund einem Jahr in den frühen Morgenstunden zwischen Afferde und Hastenbeck unterwegs, als der Wolf in einer kalten klaren Vollmondnacht auf einer Anhöhe im Scheinwerferlicht vor dem Mietwagen auftauchte. „Das war noch ein junges Tier und dennoch eine imposante Erscheinung und sein dichtes Winterfell leuchtete silbern“, beschreibt Niehoff die besondere Begegnung auf der ruhigen Verbindungsstraße.

Nach der jüngsten Wolfsichtung in Sommersell hat sich der Taxifahrer mit der Wolfsbeauftragten Dr. rer. nat. Britta Habbe in Hannover in Verbindung gesetzt und seine Beobachtungen aus dem vergangenen Jahr geschildert. „Der Wolf ist schon längst hier bei uns angekommen“, ist sich der Reheraner sicher – auch ohne amtliche Bestätigung, schließlich weiß er, was er gesehen hat.

Bereits im Mittelalter waren Wölfe nachweislich im Nachbarlandkreis Lippe heimisch, wie der Fund von über 25 Wolfsangeln bei Ausgrabungen auf der Falkenburg, der Stammburg der Edelherren zur Lippe, in Detmold-Berlebeck belegen. Mit diesen aus dem 13. Jahrhundert stammenden, ungefähr 20 Zentimeter langen, eisernen Haken wurden damals Wölfe gefangen. Wolfsangeln sind Fanggeräte, die mit Fleischködern bestückt an einer Kette beispielsweise in Bäume gehängt wurden. Die Wölfe sprangen nach den Ködern, bissen sich wie Fische an der Wolfsangel fest und verendeten. Bei ihren Ausgrabungen auf der Falkenburg fanden die Forscher des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) 2009 erstmals Wolfsangeln in Westfalen-Lippe. Bis dahin existierten davon nur Zeichnungen. Der LWL geht aufgrund des umfangreichen Fundes in einem Kellerraum der Burg davon aus, dass die Bedrohung der Burgbewohner durch Wolfsrudel in den umgebenden Wäldern dieser Höhenburg groß gewesen sein muss.



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