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CDU bezweifelt Nutzen eines „Regionalen Bildungsbüros“ – und auch des „Forums Inklusion“

Und noch ein neues Gremium?

Hameln-Pyrmont. Ursula Körtner ist empört: „SPD, Grüne und Piraten betreiben eine wundersame Vermehrung von Stellen auf ungeschlechtliche Weise.“ Anlass für die Verärgerung der CDU-Kreistagsabgeordneten sind Pläne der Mehrheitsgruppe und der Kreisverwaltung, ein „Regionales Bildungsbüro“ einzurichten, sofern dafür ausreichend Gelder auf Landes- und EU-Ebene eingeworben werden können. Es wird von 60 000 Euro an jährlichen Personalkosten ausgegangen. Das Büro soll nach Worten von Kreisrätin Petra Broistedt „ein Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit“ sein. Es gelte, die Übergänge zwischen allen Abschnitten des lebenslangen Lernens – „von der Wiege bis zur Bahre“ – zu verbessern und zu begleiten. Das Bildungsbüro könnte entsprechende Konzepte entwickeln und auf Kreisebene „Motor bei der Umsetzung dieses Prozesses“ sein. Im Blick hat Broistedt vor allem „bildungsferne Familien“ und Zuwanderer. Aus Sicht der Christdemokraten handelt es sich um eine „originäre Aufgabe der Verwaltung“, die dort auch hervorragend bearbeitet werde. „Den Personalhaushalt bei zurückgehender Einwohnerzahl aufzublähen, kann man nicht im Ernst anstreben“, sagte Körtner im Schulausschuss des Kreises. Auch Heinrich Fockenbrock (FDP) fragte: „Wo ist die Abgrenzung zu bestehenden Einrichtungen?“ Annette Hergaden (SPD) erklärte: „Die Bildung wird vernetzt. Die vielen Einzelprojekte müssen vor Ort verzahnt werden.“ Der Ausschuss war sich am Ende zumindest einig, dass sich die Verwaltung um Fördergelder bemühen soll.

veröffentlicht am 07.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Das „Regionale Bildungsbüro“ in Hameln wäre Teil des „Gemeinsamen Bildungsbüros“, das Hameln-Pyrmont, Holzminden, Schaumburg und Nienburg im Rahmen ihrer Regionalen Entwicklungskooperation Weserbergland plus in Nienburg einrichten wollen. Die Empfehlung an den Hameln-Pyrmonter Kreistag, dies mit insgesamt knapp 47 000 Euro für die nächsten drei Jahre zu fördern, trug die CDU nicht mit. Gerhard Paschwitz erklärte: „Wir brauchen keinen Ansprechpartner in Nienburg, um Bildungskooperationen in Hameln-Pyrmont zu organisieren.“ Klaus-Peter Symansky (Unabhängige) riet hingegen: „Wir sollten es ausprobieren. Nach drei Jahren lässt sich der Versuch ja gegebenenfalls beenden.“ Sieglinde Patzig-Bunzel (SPD) ist überzeugt: „Die Ergebnisse werden hervorragend sein.“ Wilhelm Koops (Grüne) machte darauf aufmerksam, dass sich durch die Inklusion, das gemeinsame Beschulen von Schülern mit und ohne Behinderung, zusätzliche Fragestellungen im Bildungsbereich ergeben, „um die wir uns verstärkt zu kümmern haben“.

Umstritten war in der Ausschusssitzung auch, ob das im vorigen Jahr gegründete „Forum Inklusion“ vom Landkreis weiterhin mit 15 000 Euro pro Jahr gefördert werden soll. „Das Forum ist im ersten Durchgang glänzend gescheitert“, sagte Körtner – zumal im vorigen Jahr nur 2100 Euro ausgegeben worden seien. Zwar veranstalte das Forum „schöne Vorträge, und es wird dort viel geredet“, aber die CDU-Vertreterin bezweifelt, dass dieses Gremium nötig ist: „Es werden immer wieder Aufgaben in Arbeitskreise ausgelagert.“ Körtner verlangte von der Verwaltung eine Kosten-/Nutzenberechnung. Patzig-Bunzel berichtete von „wertvollen Beiträgen“, die das Forum Inklusion liefere. Gegen die Stimmen der Christdemokraten wurde die Empfehlung beschlossen, das Forum weiterzufinanzieren.

Die Schulen sollten je einen Lehrer zum Inklusionsbeauftragten ernennen. Dafür hat sich in einer Umfrage der Verwaltung mehr als die Hälfte der Einrichtungen ausgesprochen, berichtete Schulamtsvertreter Clemens Gebauer. Von zehn Schulen sei aber trotz Nachfragen keine Antwort gekommen.

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