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Schöne Bescherung

Trockener Sommer lässt künftige Weihnachtsbäume eingehen

LANDKREIS SCHAUMBURG. Dieser Sommer hat in der Landwirtschaft viele Schäden angerichtet. Nicht nur sind die Weiden vertrocknet, ist der Mais verdorrt und leidet der Getreideanbau, auch junge Tannen haben es schwer – und damit die künftigen Weihnachtsbäume der Region. Das ist zum Beispiel in der Schonung von Heinrich Brand in Volksen (Rinteln) eindeutig zu sehen.

veröffentlicht am 19.09.2018 um 16:25 Uhr

Die Dürre hat im Betrieb von Heinrich Brand 3500 Jungpflanzen vernichtet. Geschwächte Nobilestannen werden zudem vom Schädling „Kupferdreher“ befallen. Foto: tol
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Tobias Landmann Fotoreporter zur Autorenseite
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Auf zweieinhalb Hektar pflanzte sein Betrieb 3500 Setzlinge ein – doch nahezu alle sind eingegangen. „Sie waren zunächst gut angewachsen“, erklärt Brand. Doch die jungen Wurzeln kamen nicht tief genug. „Alle Jungpflanzen sind vertrocknet.“

Das bedeutet neben dem wirtschaftlichen Schaden in diesen Tagen auch viel Arbeit für seine Familie und ihre Helfer: Alle Setzlinge müssen spätestens bis zum Frühjahr nächsten Jahres wieder aus dem Boden gezogen sein. Schon jetzt bilden viele Pflanzen neuen Lebensraum für Ameisen – und das muss der Betrieb verhindern, um die gesunden Bäume zu schützen. Im kommenden Jahr müssen die vertrockneten Pflanzen allesamt ersetzt werden.

Aber keine Sorge, das Weihnachtsfest kann natürlich trotzdem mit prächtig geschmücktem Baum stattfinden. Probleme, in diesem Winter einen Weihnachtsbaum zu bekommen, wird es nicht geben: Es dauert sieben bis acht Jahre, bis ein Tannenbaum verkaufsfähige Größe erlangt hat. Bis dahin kann Brand also noch neue Bäume pflanzen.

Das extreme Wetter hat dem Betrieb von Heinrich Brand jedoch noch ein weiteres Problem eingebracht, denn es hat den Nobilestannen ebenfalls zugesetzt: Sie wurden vom Kupferstecher befallen, einem Schädling aus der Unterfamilie der Borkenkäfer. Wie auch in mehreren Wäldern begünstigten die lang anhaltenden hohen Temperaturen auch hier seine Verbreitung. Das gefährdet die Bäume: Der Kupferstecher nagt am Stamm und durchtrennt dabei die Wasserversorgung der Pflanze. Die Nadeln werden dann kupferrot, sitzen aber dennoch fest an den Zweigen. Die Trockenheit greift auch die amerikanische Fraser-Tanne an. Bislang fand Brand diesen Baum pflegeleicht, da dieser sich gut in Form schneiden lasse. Doch offensichtlich ist diese Tanne nicht für diese Witterung geeignet. „Fichten“, so Brand, „scheinen auf das Wetter besser zu reagieren.“ Sie haben zwar nur flache Wurzeln, können, wie es scheint, mit dem wenigen Wasser jedoch sparsam umgehen. Die älteren Nordmanntannen zeigen sich ebenso stabil wie Rotfichte und Blaufichte. Dieser heiße, trockene Sommer ist keineswegs einmalig, weiß Brand: 2003 gab es bereits ähnliches Extremwetter, jedoch setzte die Trockenheit wesentlich später ein.



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