weather-image
11°

Rechts-Links-Konflikt in Bückeburg: Erst Höchststand bei Taten – dann drastischer Rückgang

Trauriger Rekord

Bückeburg. Die politisch motivierten Straf- und Gewalttaten haben in Bückeburg im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Insgesamt 149-mal gingen Rechte und Linke aufeinander los oder verübten politisch motivierte Straftaten. Im Vorjahr waren es noch 120 Straf- und Gewalttaten gewesen. So weit die schlechte Nachricht.

veröffentlicht am 11.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:41 Uhr

270_008_6908523_brechtslinksf1_0602.jpg

Autor:

von raimund cremers
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die gute: Mit Beginn des zweiten Halbjahres und dem Ende der Sommerferien gingen im vergangenen Jahr die Straftaten drastisch zurück. Ab September wurden nur noch vereinzelt Delikte verübt, die sich dem Rechts-Links-Konflikt zuordnen lassen. Auch im Dezember – wenn alle zu Weihnachten heimkehren und es in den Vorjahren immer heftig krachte – blieb es mit nur einem Delikt sehr ruhig. Ein Trend, der sich auch im Januar fortsetzte. Bisher wurde lediglich eine Straftat verübt. Lediglich der Oktober bildet mit fünf Delikten eine Ausnahme – Herbstferien. Auch das Aufkleben von sogenannten Spuckis und Schmierereien an Hauswänden ist stark zurückgegangen.

„Polizei, Justiz und alle Kooperationspartner bei Stadt, Kreis, Schulen, Vereinen, Kirchen, Verbänden und anderen Institutionen haben genau hingeschaut“, stellte der Leiter des Polizeikommissariats Bückeburg, Werner Steding, gemeinsam mit der Pressesprecherin der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg, Gabriela Mielke, im Gespräch mit unserer Zeitung im Hinblick auf die sinkenden Zahlen im zweiten Halbjahr fest: „Das hat Wirkung gezeigt.“ Ähnlich formulierte es auf Anfrage Bürgermeister Reiner Brombach, der die Arbeit der Gruppen der Stadt wie das Bündnis für Familie hervorhob. „Das alles hat ganz sicher geholfen, hat dazu geführt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, das vielen Bückeburgern vorher nicht bewusst war.“

Mit Blick in die Zukunft mahnten Bürgermeister und Polizeichef, weiter aufmerksam zu sein und gegen jegliche Gewalt zu arbeiten, ob von rechts oder von links. Brombach: Das Thema sei in der Bevölkerung verankert, die Aufmerksamkeit geschaffen und das Bewusstsein vorhanden. „Nun müssen wir aufmerksam bleiben, weiter an dem Thema arbeiten und uns wehren.“ Extremismus sei eine latente Gefahr, wie die Stadt leidvoll habe erfahren müssen.

In das gleiche Horn stieß auch der Polizeichef, der vor der Ruhe warnte. Wenige Monate mit wenigen Gewalttaten seien zu früh, um Entwarnung zu geben. Der Konflikt könne jederzeit wieder aufflammen. Daher steht die Polizei weiter in erhöhter Alarmbereitschaft.

Nicht unerheblich hat nach Ansicht von Beobachtern auch das Hinschauen der Bückeburger Justiz zum Rückgang der Delikte geführt. Mehrere Urteile wurden in den vergangenen Wochen gefällt, mit zum Teil harten Strafen. Die offensichtlich auch ihre Wirkung zeigten.

In den vergangenen Monaten haben aber auch Entwicklungen innerhalb der rechten und linken Szene offensichtlich zu einer Entspannung der Situation geführt. Es fehlen Anlaufpunkte. Die Neonazi-Wohngemeinschaft in Obernkirchen ist seit längerem aufgelöst, die Wohngemeinschaft der Antifa in Bückeburg folgte nach der Kündigung durch den Hauseigentümer im Sommer. Rädelsführer, ob rechts oder links, sind verzogen. Erheblich haben auch Schulen, Vereine oder Kirchen durch ihre Aufklärungsarbeit zur Beruhigung des Konflikts beigetragen. Stadt und Landkreis finanzieren gemeinsam einen Streetworker, der sich ausschließlich um die einschlägige Klientel kümmert.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt