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Gute Chancen auf heimischem Ausbildungsmarkt

Traumjobs sind möglich: Lehrlinge stark umworben

WESERBERGLAND. Von der Behörde bis hin zur Glashütte, vom Hotel bis zur Klempnerei: Angesichts immer enger werdendere Schulabgangsklassen nach Ende der geburtenstarken Jahrgänge sind Azubis gefragter denn je zuvor:

veröffentlicht am 30.10.2018 um 14:29 Uhr
aktualisiert am 31.10.2018 um 15:30 Uhr

Auszubildende – hier zum Schweißer – sind derzeit auf dem Stellenmarkt stark umworben. Foto: dpa
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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„Der Ausbildungsmarkt hat sich mit dem demografischen Wandel zum Markt für Bewerber entwickelt“, erklärte Gerhard Durchstecher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamelner Agentur für Arbeit, am Dienstag bei der Vorstellung der Ausbildungsmarktbilanz 2018. Die wird vom Arbeitsamt traditionell Ende Oktober vorgestellt.

Kurzum: Lehrstellensuchende haben bessere Chancen denn ja zuvor, im Arbeitsamtsbezirk, der die Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg umfasst, ihren Traumjob zu finden. Vorbei die Zeiten, in denen Abiturienten und Realschüler bei der Suche nach Ausbildungsstellen Hauptschüler aus dem Rennen drängten. Vorbei die Zeiten, in denen allein der Notenduchschnitt beim Konkurrenzkampf um eine Lehrstelle die entscheidende Rolle spielte. Wie Jens Auberg, Teamleiter bei der Hamelner Berufsberatung erklärt, haben sich die Arbeitgeber längst der Marktsituation mit rarer werdenden Azubis angepasst: „Sie geben vermehrt auch jungen Menschen mit schlechteren Schulnoten eine Chance. Mit ausbildungsbegleitenden Hilfen oder einem vorgeschalteten Langzeitpraktikum gelingt es in der Regel, eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen“, so Auberg, der ergänzt, dass neben den Zensuren heute verstärkt auch Arbeitswille und soziale Kompetenz bei Arbeitgebern eine Rolle spielen.

„Jeder junge Mensch im Weserbergland wird gebraucht, und keiner darf uns für den Arbeitsmarkt verloren gehen“, meint denn auch Durchstecher und merkt in diesem Zusammenhang an, dass junge Menschen aus dem hiesigen Flüchtlingskontingent erfolgreich Lücken in den Reihen der freien Lehrstellen besetzen. Sprachkenntnisse und Integration der Flüchtlinge sei soweit gediehen, dass sie ein wichtiges Potenzial für den Ausbildungsmarkt darstellten, so Durchstecher: „In diesem Jahr haben im Agenturbezirk Hameln 93 geflüchtete Menschen eine Ausbildung begonnen. Und viele Arbeitgeber äußern sich positiv über ihre Erfahrungen.“

Nach der heimischen Ausbildungsstellenmarkt-Bilanz meldeten sich 3111 junge Menschen vom 1. Oktober 2017 bis 30. September 2018 bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit Hameln und den Jobcentern in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg als Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle – 106 weniger als im Vorjahr (-3,3 Prozent).

Auch die Zahl der bei der Arbeitsagentur Hameln und den Jobcentern gemeldeten Ausbildungsstellen ging gegenüber dem vergangenen Berufsberatungsjahr zurück – 2718 Ausbildungsstellen wurden gemeldet, 186 weniger als im Zeitraum davor (-6,4 Prozent). Insgesamt zeigten die Unternehmen aber auch weiterhin hohe Bereitschaft auszubilden, meint Durchstecher.

Der Trend, dass Schulabgänger mit Hochschulreife studieren wollen, hielt auch im abgelaufenen Jahr an – und das bei steigenden Studienabbrecher-Zahlen. Nach wie vor hält auch der Trend an, dass sich gemeldete Bewerber doch für einen weiteren Schulbesuch entscheiden, um einen höherwertigen Bildungsabschluss zu erlangen, obwohl das nicht automatisch eine bessere Chance auf eine Ausbildungsstelle bedeutet.

34 Ausbildungssuchende waren zum 30. September noch ohne Ausbildungsplatz oder eine andere konkrete Perspektive. Im Vorjahr waren es noch 56 unversorgte Jugendliche.

Information

Herbstbelebung drückt Arbeitslosenzahl

Der positive Trend auf dem heimischen Arbeitsmarkt setzte sich im Oktober fort: Die Zahl der im Bezirk der Agentur für Arbeit Hameln gemeldeten arbeitslosen Männer und Frauen verringerte sich gegenüber September nochmals deutlich um 356 auf 11 169 (minus 3,1 Prozent). Auch im zurückliegenden Monat ist die Zahl der jüngeren arbeitslosen Menschen unter 25 Jahren stark zurückgegangen um 161 auf 1159 (minus 12,2 Prozent). Sie nahmen nach vorübergehenden Arbeitslosigkeit Arbeit auf oder meldeten sich wegen Schulbesuch oder Studium ab. Im Vergleich zum Vorjahr ist nochmals ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen: 804 Männer und Frauen sind weniger von Arbeitslosigkeit betroffen (minus 6,7 Prozent). Mit 5,8 Prozent liegt die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte unter der Quote von Oktober 2017.

Die niedrigere Arbeitslosenzahl im Verhältnis zum Vorjahr ist nach Einschätzung der Agentur für Arbeit auch darauf zurückzuführen, dass sich mehr Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden: Insgesamt nahmen im Oktober 1998 Männer und Frauen an von Arbeitsagentur und Jobcenter geförderten Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung teil, sowie an fremdgeförderten Maßnahmen, wie den vom BAMF geförderten Integrationskursen für geflüchtete Menschen. Das waren 283 mehr als im Oktober 2017. Sie werden fit gemacht für den Arbeitsmarkt. Zum Stand der Integration geflüchteter Menschen, die seit 2015 verstärkt im Agenturbezirk ankamen, führt Gerhard Durchstecher, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Hameln, aus: „Immer mehr geflüchteten Menschen gelingt es, beruflich Fuß zu fassen und viele Arbeitgeber äußern sich positiv über ihre Erfahrungen. Erfreulich ist, dass 93 geflüchtete Menschen in diesem Jahr eine Ausbildung begonnen haben. Das zeigt, dass sich in dieser Gruppe zunehmend auch ein Potenzial für Ausbildung entwickelt.“

Auch im Kreis Lippe sank im Zuge der Herbstbelebung die Zahl der Arbeitslosen im Oktober um 391 auf 10 506 Personen. Laut Auskunft der Agentur für Arbeit in Detmold gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat 955 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote betrug im Oktober 5,7 Prozent; vor einem Jahr hatte sie sich auf 6,3 Prozent belaufen.

fd



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