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Richtige Vorbereitung auf die Motorradsaison kann Leben retten / Fahrsicherheitstraining ideal

Training statt ungebremstem Temporausch

Weserbergland. „Sie beschleunigt, als gäbe es kein Morgen.“ So beschreibt Volker B. aus Elze das Gefühl, wenn er seiner knapp 180 PS starken Kawasaki ZX 12R auf der Autobahn bei Tempo 200 noch einmal so richtig die Sporen gibt. Und der Faszination Beschleunigung erliegen viele Motorradfahrer. Auch solche, die nicht wie Volker B. seit 20 Jahren regelmäßig ihrem Hobby frönen; die ihre e Fahrerkarriere nicht auf dem Mofa begannen und die darum keine jahrelange Zweiraderfahrung vorweisen können, wenn sie sich einen PS-starken Boliden zulegen.

veröffentlicht am 04.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:21 Uhr

Autor:

Ralph Arndt-Stricker
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Doch es sind primär auch gar nicht die „jungen Wilden“ auf teuren Rennmaschinen, die sich und andere Verkehrsteilnehmer gefährden oder schwere Verkehrsunfälle verursachen. „Der ,junge‘ Motorradfahrer ist heute knapp 40 Jahre alt“, bestätigt der Fahrsicherheitsinstrukteur und Geschäftsführer der ADAC Sicherheitstrainingszentrale in Paderborn, Michael Bartz, die seit Jahren anhaltende Tendenz, wonach sich immer weniger junge Leute ein Motorrad kaufen.

Genauso gut drauf wie im letzten Jahr?

Dem Temporausch verfallen Kradfahrerinnen und -fahrer jeden Alters; gerade zu Beginn der Modorradsaison führt dies oft zu schrecklichen Unfällen. Leider auch im Weserbergland, das bei Motorradfahrern ausgesprochen beliebt ist. Erst am letzten Wochenende verunglückte ein 43-jähriger Biker aus noch ungeklärter Ursache auf der Landesstraße 422 bei Dörpe tödlich (wir berichteten.)

„Es ist häufig das Gefühl, genauso gut drauf zu sein wie im letzten Jahr“, beschreibt Michael Bartz eine trügerische Sicherheit, die zu gefährlichem Leichtsinn verleiten kann. Doch nicht nur die Zweiradfahrer sollten sich langsam wieder mit ihren Maschinen vertraut machen. Auch die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich erst daran gewöhnen, dass nun wieder verstärkt Zweiräder unterwegs sind.

In erster Linie ist jedoch der Motorradfahrer selbst für seine Sicherheit verantwortlich. Eine gute Gelegenheit, das Zusammenspiel von Fahrer und Maschine zu verbessern, bleibt jedoch häufig ungenutzt: ein Fahrsicherheitstraining. „Es wäre schön, wenn sich mehr Biker darüber Gedanken machten, wie schnell sie von 200 auf Null kämen“, bemängelt der Fahrsicherheitstrainer den bei Kradfahrern vermeintlich unattraktiven Faktor der negativen Beschleunigung und wünschte sich „mal einen Wettbewerb, wer am schnellsten zum Stehen kommt“. Denn richtiges Bremsen ist das A und O und die Angst des Überbremsens begleitet auch geübte Fahrer als ständiger Sozius. Ein weiterer unerwünschter Passagier ist der Schreck – aber auch diese wichtige Sekunde könnte durch ein Fahrsicherheitstraining zurückgewonnen werden. Doch nicht einmal zehn Prozent der Fahrer machen von diesem Übungsangebot zahlreicher Automobilklubs Gebrauch.

„Nicht die schnellste, die schönste Strecke“

Dabei decken sich die Tipps und Hinweise des erfahrenen Motorradfahrers Bartz voll und ganz mit den Ratschlägen der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden zum Start der Kradsaison. So rät auch Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki dringend zu einer sorgfältigen Vorbereitung auf die anstehende Saison. Idealerweise eben mit einem Fahrsicherheitstraining, mindestens jedoch mit „kleineren Übungseinheiten abseits des öffentlichen Verkehrsraumes“.

Glücklicherweise gibt es jedoch auch viele Fahrer wie den 42-jährigen Axel Wildenhayn aus Hemmendorf. Mit seiner 85 PS starken 1600er Harley Davidson Dyna Superglide ordnet er sich eher den defensiven Fahrern zu: „Ich möchte von der Landschaft doch auch etwas sehen, durch die ich fahre“, begründet der in Springe tätige Angestellte und ergänzt: „Ich fahre mit dem Moped ja auch nicht die schnellste, sondern die schönste Strecke.“ Doch selbst der besonnene Harley-Enthusiast bekennt, an noch keinem Sicherheitstraining teilgenommen zu haben: „Aber die nächste Gelegenheit dazu werde ich nutzen“, verspricht der Hemmendorfer.



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