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Hamelner erstochen / Staatsanwaltschaft klagt Oliver T. wegen Mordes an

Tod bei Rauschgift-Geschäft?

Hameln/Hehlen. Drei Monate nach dem gewaltsamen Tod des Hamelners Mahmut K. (25) hat die Staatsanwaltschaft Hildesheim den 28 Jahre alten Oliver T. aus Hehlen wegen Mordes angeklagt. Das in Plastikfolie eingewickelte Opfer war am 17. November auf der Ottensteiner Hochebene gefunden worden. Oliver T. hatte Ermittler der Mordkommission kurz nach seiner Festnahme in ein Kiefernwäldchen geführt. Die Leiche war neben einem Feldweg, der nach Neersen führt, unter einem Grünschnitthaufen versteckt worden (wir berichteten).

veröffentlicht am 14.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 09:19 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Dem Angeklagten wird vorgeworfen, seinen Bekannten am 10. November „heimtückisch erstochen“ zu haben. Laut Obduktionsbericht stach der Täter einmal mit einem Messer zu. Das Verbrechen soll sich nach einem Streit in der Wohnung des Tatverdächtigen in Hehlen ereignet haben. „Den Ermittlungen zufolge war zwischen den Beteiligten ein Betäubungsmittelgeschäft verabredet worden“, sagte gestern Staatsanwältin Christina Pannek. Die Mordkommission geht davon aus, dass Oliver T. das Rauschgift liefern sollte.

Fahnder hatten Oliver T., der vor einiger Zeit von Hameln nach Hehlen gezogen war, am Nachmittag des 17. November im Kreis Northeim aufgespürt. Der Verdächtige hatte sich in einer Pension versteckt – er soll große Angst davor gehabt haben, dass ihn die erzürnte Großfamilie, der Mahmut K. angehörte, vor der Polizei schnappt. Der 25-Jährige wusste vermutlich, dass auch die Clan-Mitglieder nach ihm suchten.

Zu den Vorwürfen schweigt der Angeklagte beharrlich. Bei der Durchsuchung von Oliver T.s Wohnung hatten Polizisten laut Staatsanwaltschaft Blutspuren, blutige Kleidungsstücke und ein Messer gefunden. Es soll sich um die Tatwaffe handeln.

Die Ermittler seien dem Angeschuldigten durch Zeugenaussagen auf die Spur gekommen, sagte die Staatsanwältin. Verwandte des Toten hatten berichtet, Mahmut K. sei am 10. November von einer Bekannten aus Hameln nach Hehlen zu Oliver T.s Wohnung gefahren worden. Er habe mehrere Tausend Euro bei sich gehabt, weil er von T. etwas kaufen wollte.

Gegen 18.30 Uhr sei sein Handy ausgeschaltet worden. Seitdem gab es kein Lebenszeichen mehr von dem in Hameln lebenden Libanesen. Die Familie des Vermissten hörte sich im Bekanntenkreis um. Jemand glaubte zu wissen, dass Mahmut K. von Oliver T. umgebracht wurde.

Der Angeschuldigte befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Er mache von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, sagte Pannek.

Oliver T. ist schon oft mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Bernd Seemann wurde er mindestens zehnmal verurteilt. Er stand unter Führungsaufsicht. Am Amtsgericht Hameln sollte ein Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn eröffnet werden.

Die Staatsanwaltschaft hat 23 Zeugen, einen Sachverständigen und zahlreiche Beweismittel benannt. Wann der Prozess vor dem Schwurgericht stattfindet, steht noch nicht fest.



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