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Zehn Minuten mit Schaufelstiel auf Pony eingeschlagen / Gericht verhängt 3000 Euro Geldstrafe

Tierquäler kennt kein Mitleid

POLLHAGEN. Ein 51-jähriger Pferdequäler ist vom Amtsgericht Stadthagen verurteilt worden. Der Mann hatte das Pony zehn Minuten lang gequält. Der Landwirt ist bereits wegen eines früheren Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vorbestraft, außerdem wegen Körperverletzung (insgesamt dreimal), sexueller Nötigung, Diebstahls und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

veröffentlicht am 30.05.2016 um 18:22 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Stefan Lyrath
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Mindestens zehn Minuten lang hat ein Landwirt aus dem Raum Nienburg mit einem Schaufelstiel ununterbrochen auf das Hinterteil eines Ponys eingeschlagen, das in Pollhagen nicht auf den Anhänger des Mannes wollte. Nachdem der Stiel durch die Wucht der Hiebe zerbrochen war, schlug der 51-Jährige mit einer Hälfte weiter. Als zwei Frauen ihn aufforderten, damit aufzuhören, lachte er und antwortete sinngemäß: „Das Pferd kommt sowieso zum Schlachter.“

Von diesem Ablauf geht Richter Kai Oliver Stumpe aus, der den Tierquäler jetzt in einem Prozess vor dem Amtsgericht Stadthagen zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt hat, umgerechnet 100 Tagessätze. „Wer derart heftig zuschlägt und dann noch so einen Satz fallenlässt, zeigt deutliche Rohheit und fehlende Empathie für das Leiden eines Tieres“, sagte Stumpe. „Es gibt dafür keine Rechtfertigung. Das macht man nicht.“ Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig attestiert dem wiederholt vorbestraften Mann „eine tierfeindliche Gesinnung“. Für ihn spreche „gar nichts“.

Verteidiger Bernd Brüntrup sieht das anders. Nach seiner Auffassung gibt es keine objektiven Beweismittel zu der Frage, ob das Tier Schmerzen gehabt habe und diese „erheblich“ gewesen seien, wie es der entsprechende Paragraf im Tierschutzgesetz vorschreibt. Die Einholung eines Gutachtens lehnte Stumpe jedoch ab. Begründung: „Natürlich hatte das Tier Schmerzen, das liegt doch auf der Hand.“ In seiner Panik hatte das Pony mit weit aufgerissenen Augen nach hinten ausgetreten und war von der Rampe gesprungen. Fliehen konnte es wegen einer stark zugezogenen Schlinge um den Hals nicht.

Anfangs soll eine Begleiterin des Mannes die zweieinhalb Jahre alte Fuchsstute geschlagen haben, allerdings nicht so stark. Dann griff der 51-Jährige zum Schaufelstiel und schlug mit Wucht zu. Beide wollten das Pferd damals in Pollhagen abholen. Über den Verbleib des Ponys ist nichts bekannt. Der Landwirt ist bereits wegen eines früheren Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vorbestraft, außerdem wegen Körperverletzung (insgesamt dreimal), sexueller Nötigung, Diebstahls und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Im jüngsten Prozess machte er bis zuletzt von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Als überführt gilt er durch die belastende Aussage einer 36-Jährigen aus Ahnsen, die an jenem 24. November 2013 Augenzeugin geworden war. Richter Stumpe glaubt der Frau. „Sie hat keinen Grund, den Angeklagten zu Unrecht zu belasten, denn sie kannte ihn überhaupt nicht“, so Stumpe. Eine andere Zeugin, bei der das Pony untergestellt war, hat nach eigenen Angaben wegen einer Krankheit fast keine Erinnerung mehr.

Da die Tat schon länger zurückliegt, gelten 20 von 100 Tagessätzen bereits als vollstreckt – wegen „rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung“. Dies ändert nichts daran, dass die Strafe im polizeilichen Führungszeugnis des Angeklagten auftaucht.

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