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Trupp mit 1500 Wintergästen rastet an der Weser / Anzahl lässt Ornithologen aufhorchen

Sturm zwingt Gänse zum Stopp

HESSISCH OLDENDORF. Friedlich weidende Gänse sieht man häufig auf den Feldern entlang der Weser – größere Trupps von Grau-, Nil- und Saatgänsen. Doch die Anzahl an Wintergästen, die sich am Montag auf einem Feld östlich der Weserbrücke niederließ, ließ selbst erfahrene Ornithologen aufhorchen.

veröffentlicht am 08.01.2019 um 18:03 Uhr
aktualisiert am 08.01.2019 um 20:00 Uhr

Die Gänse des großen Trupps sind auseinandergelaufen. Auf mehreren Hundert Quadratmetern suchen die Vögel auf einem Feld nach Nahrung. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Mehr als 1500 Exemplare verschiedener Arten ließen sich den Getreideaufwuchs schmecken. „Wenn ich sonst 300 bis 500 Gänse zählen kann, ist das schon eine gute Anzahl. Heute waren es locker drei Mal so viele“, sagt Armin Kreusel. Für den jungen Vogelexperten ist das eine Rekordzahl an von ihm im Landkreis Hameln-Pyrmont gezählte Gänsen. Der Vogelexperte ist häufig mit seinem Spektiv unterwegs, um Vögel zu beobachten. Seine Ergebnisse meldet der Hachmühler an ornithologische Verbände. Die dort gesammelten Daten werden in geprüfter Form für wissenschaftliche Auswertungen bereitgehalten und im Sinne des Naturschutzes eingesetzt.

Kreusel schätzt, dass sich der große Trupp aus mehr als 1000 Tundrasaatgänsen und über 500 Blässgänsen zusammensetzte. Zudem sollen sich 14 Weißwangengänse – auch Nonnengänse genannt – sich unter die Vögel gemischt haben, so der Ornithologe. Vermutlich hat der Sturm die Gänse dazu gezwungen, einen Zwischenstopp an der Weser einzulegen. In den vergangenen Tagen häuften sich Meldungen, dass Gänse von Süddeutschland aus Richtung in Norden flogen – offenbar bedingt durch den dortigen Wintereinbruch. Die recht dunkel gefärbte Tundrasaatgans ist Wintergast und Durchzügler in Niedersachsen. Ihre Brutgebiete liegen in der Tundra im Norden Eurasiens. Das Areal erstreckt sich von Mittelskandinavien bis zum Ural und nach Nordwestsibirien. Zu erkennen ist der bis zu 80 Zentimeter große Vogel an seinem Schnabel mit einem markanten orangefarbenen Mittelteil. „Von der Wahrscheinlichkeit her müssen eigentlich auch andere Arten dabei sein. Die Chance, in den Trupps Zwerg- oder auch Rothalsgänse sichten zu können, waren vermutlich nicht besser“, meint Kreusel. Jedoch seien die Bedingungen im Dauerregen schlecht gewesen, die Gänsearten auszumachen, bedauert der Experte die schlechten Sichtverhältnisse.



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