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Streit um Kormorane geht weiter

Weserbergland (kar). Die hitzige Debatte um den Kormoran, den der Nabu zum Vogel des Jahres 2010 gekürt hat, wird schärfer, ruft jetzt auch heimische Fischer auf den Plan: „Die Leute gehen zum Sozialamt, nur weil die Vögel fett werden“, stellt Norbert Meyer, Chef der Fisch Meyer GmbH, bitter fest. Immer mehr Fischereibetriebe müssten in Deutschland dicht machen, weil sie nicht gegen die Kormorane ankommen.

veröffentlicht am 25.10.2009 um 16:14 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

Kormoran
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Weserbergland (kar). Die hitzige Debatte um den Kormoran, den der Nabu zum Vogel des Jahres 2010 gekürt hat, wird schärfer, ruft jetzt auch heimische Fischer auf den Plan: „Die Leute gehen zum Sozialamt, nur weil die Vögel fett werden“, stellt Norbert Meyer, Chef der Fisch Meyer GmbH, bitter fest. Immer mehr Fischereibetriebe müssten in Deutschland dicht machen, weil sie nicht gegen die Kormorane ankommen. Meyer, der auf der Weser Aalfang betreibt, ist selbst betroffen: „Es fehlen Generationen kleiner Aale im Fluss“, sagt der Fischer, „Das laste ich den Kormoranen an.“ Auch den früher üblichen Jung-Zander als Beifang gebe es heute nicht mehr. Und: „Es macht wenig Sinn, Lachse in der Weser wieder auszusetzen, wenn sich 500 Meter weiter die Kormorane den Bauch vollschlagen.“
 Vor dem Hintergrund der vom Nabu angeführten Zahlen zum Kormoranbestand in Deutschland macht Meyer folgende Rechnung auf: 24 000 Paare – das bedeute 48 000 Tiere, von denen jedes 300 Gramm Fisch pro Tag fresse. Dazu kämen 100 Gramm verletzte, nicht lebensfähige Fische. Das ergebe 19,2 Tonnen Fisch täglich, die sich die Kormorane holen würden. Rechne man das Kilo zum Sonderpreis von 4 Euro, komme man auf 75 000 Euro pro Tag oder 28 Millionen Euro jährlich. Geld, das den Fischereibetrieben durch die Lappen geht. Besonders gravierend seien die Einschnitte in der Teichwirtschaft, wenn dort riesige Schwärme einfallen und alles leerfischen. „Große Teiche kann man nicht wie kleinere Forellenteiche abspannen. Hier muss gejagt werden“, fordert Meyer.
 Dass es in der Teichwirtschaft durch den Kormoran zu größeren Verlusten kommen kann, räumt Hans Arend vom heimischen Nabu zwar ein, alles andere aber sei Quatsch: „2005 konnte die Küstenfischerei trotz der Kormorane sogar den zweitbesten Fangertrag seit der Wende vermelden“, stellt er fest. Hier lebe auch der Großteil der Vögel. Rückläufige Fischerträge an Binnengewässern sind seiner Ansicht nach auf eine geringere Nährstoffzufuhr bei den Gewässer zurückzuführen: Dadurch gebe es weniger pflanzliches und tierisches Plankton, das die wichtigste Fischnahrung sei. Kormorane fressen nur so viel, wie sie für ihren Lebenserhalt brauchen, so Arend: „Und das sind vor allem häufige, nicht marktfähige Fische“.



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