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Meteorstrom des Jahres

Sternenhimmel: Im August gibt es die Perseiden zu sehen

Vom 9. bis 13. August sind die Perseiden als der Meteorstrom mit bis zu 100 Objekten pro Stunde zu beobachten. Sie zählen mit 60 Kilometer pro Sekunde zu den schnellen Meteoren und scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen – daher die Bezeichnung.

veröffentlicht am 01.08.2021 um 07:00 Uhr

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Die Erde durchfliegt die Bruchstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 22 und 4 Uhr, wobei am 12. August das Maximum zu erwarten ist. Mit etwas Glück ist auch mal eine helle Sternschnuppe dabei, die die Helligkeit der hellen Planeten erreicht.

Auch im Sommer lohnt sich ein Blick auf den prachtvollen Sternenhimmel. Allerdings erst spät wegen der langen Tage und in mondlosen Nächten. Im Sommerdreieck ist das Sternbild Leier hervorzuheben. Im Fernglas beeindrucken sowohl echte Doppel-und Vierfach-Sternsysteme als auch nur optische, wo also zwei Sterne nahezu in derselben Richtung sehr dicht beisammenstehen und doch Hunderte von Lichtjahren voneinander getrennt sind.

Merkur erreicht mit 24° Abstand zur Sonne eigentlich eine günstige Position für die Beobachtung, aber die Ekliptik liegt abends so tief, dass leider nichts zu machen ist. Das ist besonders schade, weil er am 19. August nur fünf Bogenminuten südlich vom Mars steht. Das wäre ein toller Anblick, besonders schon im kleinen Teleskop.

Himmelsanblick am 15. August um 23 Uhr MESZ.Grafik: A. Zafirlis/dpab

Venus bleibt zwar Abendstern, ist aber aus den gleichen Gründen, also Tiefstand der Ekliptik, nicht auffallend. Sie verfrüht ihren Untergang im Monatsverlauf sogar noch von zirka 21 Uhr auf zirka 20 Uhr MEZ. Man muss sich also richtig bemühen, um sie zu erspähen.

Mars wandert durch den Löwen und ist nicht beobachtbar.

Er hat bekanntlich viele Ähnlichkeiten mit der Erde. Seine Drehachse steht ähnlich schräg zur Umlaufbahn wie die unsrige, wodurch es auch dort die vier Jahreszeiten gibt. Jetzt beginnt auf der Nordhalbkugel der Sommer.

Durch die größere Entfernung zur Sonne und die entsprechend geringere Geschwindigkeit dauern die Jahreszeiten aber fast doppelt so lange wie hier.

Jupiter wandert vom Wassermann in den Steinbock. Am 20. August erreicht er seine Opposition. Er erreicht also seine kürzeste Entfernung zu uns und ist die ganze Nacht sichtbar. Es trennen uns dann „nur“ 600 Millionen Kilometer. Das Licht benötigt für diese Distanz 33 Minuten. Daran erkennt man, um welch große Entfernung es sich dennoch handelt. Im Verhältnis zur Entfernung zu Sternen ist es hingegen enge Nachbarschaft. Es ist eben alles relativ …

Man sollte wirklich diese Tage für Beobachtungen nutzen. Im Fernglas zeigen sich die vier großen Monde, im einfachen Fernrohr die Wolkenbänder und der Große Rote Fleck. Schon in einem lichtstarken Feldstecher kann man seine starke Abplattung erkennen, die durch seine schnelle Rotation bedingt ist. Der Riesenplanet dreht sich in nur knapp 10 Stunden einmal um sich selbst, ein richtig beeindruckender Ellipsoid! Kein anderer Planet dreht sich so schnell.

Saturn dreht sich mit 10 Stunden und 47 Minuten allerdings nicht viel langsamer. Auch seine Abplattung kann man gut erkennen. Er erreicht ebenfalls diesen Monat schon am 2. seine Opposition, und wir können wie schon im vorigen Jahr beide Großplaneten relativ tief im Süden die ganze Nacht beobachten. Auch für seine größten Monde wie Tethys, Dione, Rhea, Titan und Japetus gibt es leicht zugängliche Tabellen, um ihre Stellungsänderungen täglich zu beobachten, natürlich nur mit einem Teleskop.

Uranus ist im Widder zu finden. Er wurde 1781 von Wilhelm Herschel entdeckt. In der Antike war er noch unbekannt. Man glaubte nicht, dass es mehr als die bekannten sechs Planeten gäbe. Seine Schwester Karoline, 12 Jahre nach ihrem Bruder in Hannover geboren, widmete ihr Leben ebenfalls der Astronomie. Die Volkssternwarte in Hannover hat ihren Namen diesen beiden gewidmet. Uranus nähert sich in den nächsten Wochen ebenfalls der Opposition. Aufgrund seiner großen Entfernung, doppelt so weit wie Saturn, bewegt er sich mit nur 4° maximal im Jahr am Firmament weiter, sofern er nicht zwischendurch immer wieder mal zum Stillstand kommt, wie momentan. Im Monatsverlauf verfrüht er seine Aufgänge um zwei Stunden.

Neptun verhält sich geradezu analog und ist mit Fernrohr und Aufsuchkarte gut zu beobachten.

Die Sonne verspätet ihren Aufgang von 4.49 auf 5.34 Uhr MEZ.


Mondphasen: 8. August Neumond, 15. August erstes Viertel, 22. August Vollmond, 30. August letztes Viertel.



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