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Bauarbeiter stoßen auf 10 000-Volt-Leitung – droht totaler Stromausfall?

„Steinbergen steht auf einem Bein“

STEINBERGEN. Bauarbeiter der Firma Oevermann sind beim Auskoffern der Steinberger Kreuzung überraschend auf eine 10-Kilovolt-Stromleitung gestoßen. Diese liegt nicht, wie aufgrund alter Pläne der Stadtwerke Rinteln zu vermuten war, neben der B 83, sondern im Fahrbahnkörper, wie Projektingenieur Holger Fröhlingsdorf vom Niedersächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr sagte.

veröffentlicht am 19.04.2017 um 17:13 Uhr

jan-jun

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Jan Oldehus Reporter zur Autorenseite
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Die Stadtwerke haben die stromführende 10 000-Volt-Leitung deswegen abgeschaltet. Dies teilte der Technische Leiter der Stadtwerke Rinteln, Thomas Sewald, auf Anfrage mit. Sewald: „Ein Großteil von Steinbergen steht derzeit hinsichtlich der Stromversorgung ,auf einem Bein‘.“

Um bei einem Stromausfall gewappnet zu sein, hängen die Steinberger Haushalte und Gewerbebetriebe an zwei Mittelspannungskabeln. Beide verlaufen unterirdisch an unterschiedlichen Stellen, die Versorgung der Stromverbraucher erfolgt in Form einer Ringleitung. Das bedeutet: Verbraucher können von zwei Seiten über den Ring versorgt werden. Im Falle eines Defekts würden Stadtwerke-Mitarbeiter den Ring um die Fehlerstelle öffnen, sodass die Verbraucher abseits der Fehlerstelle weiterhin mit Elektrizität versorgt werden können.

„Durch Abschalten der jetzt freigelegten 10-kV-Leitung haben wir das Gefahrenmoment für die Bauarbeiter herausgenommen“, sagte Fröhlingsdorf. „Allerdings wurde dadurch auch die Gefahr eines Stromausfalls erhöht.“ Jürgen Eberhardt vom Landesstraßenbauamt erläuterte das Problem für die Baufirma so: „Immer wenn die Lage von Kabeln nicht so genau eingemessen ist, kann es zu Konflikten kommen. In diesem Fall liegt das Mittelspannungskabel der Stadtwerke unter der neuen Gosse.“ Da die Lage der Leitung jetzt bekannt sei, bestehe keine Gefahr mehr.

Die Frage, was passiert wäre, wenn der Bagger die 10 000-Volt-Leitung beschädigt hätte, beantwortete Sewald so: „Bei der ersten Leitung wäre nur etwa die Hälfte der Steinberger Haushalte betroffen gewesen.“ Für die Wiederherstellung der Stromversorgung hätten Stadtwerke-Mitarbeiter „eine halbe oder Dreiviertelstunde“ benötigt. Da nun aber alle Stromverbraucher an der zweiten Leitung hängen, solange die erste abgeschaltet ist, besteht die Gefahr eines totalen Stromausfalls für den Fall, dass die zweite Leitung ausfällt. „Ja“, bestätigte Sewald, „wenn jetzt noch etwas passieren würde, wäre ganz Steinbergen ohne Strom.“

Die freigelegte Leitung bleibt jetzt tot im Fahrbahnkörper liegen. Die Baufirma legt seitlich des B 83-Drainagekanals Leerrohre für ein neues Leitungsbündel, das Kabel wird ersetzt.

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