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Lange Nacht der Kirchen – und mehr

Spiel statt Predigt

WESERBERGLAND. Ob Event oder Botschaft: Überall im Weserbergland wurde der Reformationstag – erstmals bundesweit Feiertag – fröhlich gefeiert.

veröffentlicht am 31.10.2017 um 13:17 Uhr
aktualisiert am 31.10.2017 um 18:30 Uhr

„Martin Luther“ im Münster gespielt von Philipp Meyer. Foto: cs

Autor:

Carmen Schnell, Christiane Stolte, Annette Hensel und Carlherrmann Schmitt
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Eine Predigt im konventionellen Sinne gibt es an vielen Orten und auch in der Hamelner Münsterkirche nicht, stattdessen wird eine Spielszene aufgeführt: Luther ist mit sich selbst noch nicht im Reinen, ob er die Thesen am nächsten Morgen an die Kirchentür schlagen soll oder nicht. Ein gelungener Einstieg in die lange Nacht der Kirchen in der Münsterkirche, die hier mit einem zentralen Gottesdienst mit dem „Hallo-Luther“-Team beginnt. „Dieses Jahr wollten wir in den Reformationstag hineinfeiern“, erklärt Philipp Meyer, Superintendent des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont. Gut besucht ist das Gotteshaus an diesem Abend. Für die gelungene musikalische Untermalung sorgen Stefan Vanselow, Lothar Veit, Marc Flesch und Philipp Meyer.

In Bad Pyrmont feierten die Pastorinnen der lutherischen und reformierten Kirchen mit ihrem katholischen Amtskollegen den Reformationstag in der vollen Stadtkirche. Dabei betonten sie die Gemeinsamkeiten angesichts des Wirkens Luthers und dessen auch heute noch aktuellen Themen, die die Gesellschaft auch außerhalb von Kirche voranbrachten.

„Schlossführung einmal anders“ hieß es in Hämelschenburg. Dabei war das schauspielerische Talent der Mitglieder der Familie von Klencke und der Schlossführer gefragt. Thema: „Schloss Hämelschenburg im Geist der Reformation.“ So wurde dargestellt, wie die Reformation die Familie von Klencke, ihr Leben und das Gedeihen der Besitzer durch die Jahrhunderte hinweg beeinflusst. Die Kirche in Nachbarschaft des Schlosses ist der erste freistehende protestantische Kirchenbau in Deutschland nach der Reformation.

Philipp Meyer, Saxofon, Marc Flesch, am Bass, Stefan Vanselow, Keyboard, Lothar Veit, Gitarre und Gesang. Foto: cs
  • Philipp Meyer, Saxofon, Marc Flesch, am Bass, Stefan Vanselow, Keyboard, Lothar Veit, Gitarre und Gesang. Foto: cs
Szenenspiel in der Coppenbrügger Burg. Foto: sto
  • Szenenspiel in der Coppenbrügger Burg. Foto: sto
In Bad Münder tanzen die Nonnen. Foto: eaw
  • In Bad Münder tanzen die Nonnen. Foto: eaw
Gemeinsamkeit ist Motto der Kirchen, hier in Bad Pyrmont. Foto: yt
  • Gemeinsamkeit ist Motto der Kirchen, hier in Bad Pyrmont. Foto: yt
In Hämelschenburg gab es szenische Führungen. Foto: cs
  • In Hämelschenburg gab es szenische Führungen. Foto: cs
Philipp Meyer, Saxofon, Marc Flesch, am Bass, Stefan Vanselow, Keyboard, Lothar Veit, Gitarre und Gesang. Foto: cs
Szenenspiel in der Coppenbrügger Burg. Foto: sto
In Bad Münder tanzen die Nonnen. Foto: eaw
Gemeinsamkeit ist Motto der Kirchen, hier in Bad Pyrmont. Foto: yt
In Hämelschenburg gab es szenische Führungen. Foto: cs

Das im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet in vielfältiger Form gewürdigte Lutherjahr klang mit drei Veranstaltungen aus: Vormittags feierte die Kirchengemeinde Segelhorst mit einem Festgottesdienst. Zum Abendgebet mit mittelalterlicher Musik des Duos „Zeitsprung“ und Filmausschnitten zum Wirken Luthers wurde in Fuhlen eingeladen. In der Kernstadt feierten die vier Gemeinden des Gemeinschaftlichen Pfarramts Wesertal: Im Abendgottesdienst gewährten ihnen Pfarrsekretärin und Pastor in bester Loriot-Manier Einblick in ihre Zusammenarbeit.

Szenisch ging es auch in der Coppenbrügger Burg zu – mit einem Stück aus der Feder von Edelgard Schlagmann. „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ Katharina und Martin Luther (Andrea Koch und Pastor Thomas Koch) sind entsetzt über den Ablasshandel, auf den sich Bürgerin Bertha (Edelgard Schlagmann) eingelassen hat. Ein Mönch (Klaus Stettner) frohlockt. Hunderte von Besuchern erfahren beim Fest Wissenswertes rund um Luther, erleben einen historischen Waschtag, treffen einen Kardinal, der eigentlich der evangelische Pastor Peter Frost ist, und genießen das Musikprogramm und einen Bummel durch die noch bis zum 5. November laufende Lutherausstellung im Museum in der Burg. Auch in Bad Münder wurde ein großes Fest rund um die Petri-Pauli-Kirche gefeiert – unter anderem ließ Luther die Nonnen tanzen.

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