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SEK-Einsatz in Coppenbrügge: Männliche Bewohner gefesselt / Zwei Verdächtige dingfest gemacht

Spezialkommando stürmt Wohnhaus

Coppenbrügge. Spektakulärer Einsatz in Coppenbrügge – starke Polizeikräfte haben am Sonntagabend ein Wohnhaus an der Schlossstraße in Coppenbrügge, in dem mehr als 20 Personen gemeldet sind, umstellt und stundenlang observiert. Kurz nach 22 Uhr stürmte ein schwer bewaffnetes Sonder-Einsatz-Kommando (SEK) das Gebäude vis-à-vis der Coppenbrügger Burg. Auch Polizeihunde wurden eingesetzt. Ziel war die Festnahme von zwei Männern (22, 31) mit Migrationshintergrund, die am Nachmittag gegen 14 Uhr in Seelze (Region Hannover) aufgefallen waren. Die Polizei stufte sie als gefährlich ein.

veröffentlicht am 06.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:46 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Nach Angaben der Inspektion Hameln ist es auf einem Flohmarkt zunächst zu einem verbalen Streit zwischen einem Standbetreiber (31) und zwei in Coppenbrügge lebenden Männern gekommen. Auslöser war eine zum Kauf angebotene Uhr, die einem Interessenten beim Anschauen auf den Boden gefallen ist. Zudem soll aus einem Karton, den der zweite Mann in den Händen gehalten hatte, plötzlich ein Rasierapparat verschwunden sein. Der 31-Jährige war deshalb verärgert und weigerte sich, dem Duo etwas zu verkaufen.

Plötzlich wurde der Flohmarkt-Händler angegriffen. Ein Täter soll ihm einen heftigen Kopfstoß versetzt haben. Dadurch ging das Opfer zu Boden. Als der Verletzte flüchtete, sei er von dem 22-Jährigen verfolgt und mit einem dolchartigen Messer bedroht worden, teilte Polizeioberkommissar Jens Petersen gestern mit. „Aus kurzer Distanz ist eine Stichbewegung in Richtung des Attackierten gemacht worden. Die Klinge hat den 31-Jährigen aber nicht erreicht. Wir kennen den Hergang, weil der Angreifer während der Tat von einem Zeugen mit einem Smartphone fotografiert worden ist.“

Der ältere Komplize soll dem am Kopf Verletzten dann den Besitz einer Schusswaffe angedeutet haben. Konkret: Der Mann soll etwas, das in einer Tüte steckte, festgehalten haben. Als der Bedrohte hineinschaute, erkannte er darin eine Schusswaffe.

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  • Alle Straßen zum Haus, in dem sich die Verdächtigen aufhielten, wurden von der Polizei beobachtet. Mike Sander

Augenzeugen notierten sich das Kennzeichen des VW Passat, mit dem das Duo wegfuhr. Die Polizei wurde informiert. Ermittler machten über Funk eine Halterabfrage, stellten innerhalb kürzester Zeit fest, dass der Gesuchte in Coppenbrügge wohnt. Wenig später wurde das Fahrzeug, nach dem gefahndet worden war, entdeckt – es stand vor dem Haus an der Schlossstraße. Ein Richter stellte wenig später einen Durchsuchungsbeschluss aus. „Aus unserer Sicht war das Gefahrenpotenzial groß. Und deshalb ist das Sonder-Einsatz-Kommando Niedersachsen hinzugezogen worden“, erklärt Petersen. Vorsorglich standen Notarzt und Rettungswagen in Bereitschaft.

Die beiden Tatverdächtigen wurden von maskierten Elitepolizisten dingfest gemacht. Alle Personen, die sich in dem Haus aufhielten – es sollen 18 gewesen sein – seien kurzzeitig festgesetzt worden, hieß es. Alle Männer wurden vorsorglich gefesselt, Frauen und Kinder nicht. Während der Vernehmung hätten die mutmaßlichen Täter die ihnen zur Last gelegten Taten zum Teil eingeräumt, sagte der Polizeisprecher.

Das bei der Tat in Seelze benutzte Messer wurde bei der Wohnungsdurchsuchung gefunden; Schusswaffen konnten jedoch nicht zutage gefördert werden. Die zunächst Festgenommenen bestreiten, Pistolen oder Revolver zu besitzen. Sie befinden sich inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Polizei hat Strafverfahren wegen Bedrohung und Körperverletzung eingeleitet.



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