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So kommen Vögel durch den Winter

HESSISCH OLDENDORF. Ihre Kollegen breiten nach dem Vogelzug ihre Flügel im Süden aus. Sie selbst müssen jetzt zusehen, wie sie bei uns gut durch den Winter kommen. Für Amseln, Meisen, Rotkehlchen und Co. brechen karge Zeiten an. Futter suchen sie auch in Gärten und auf Balkonen – wenn ihnen dort etwas angeboten wird.

veröffentlicht am 09.11.2016 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 18:21 Uhr

Frank Neitz

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Reporter / Fotograf zur Autorenseite
Flinke Haussperlinge stürzen sich auf Kerne und Körner. Der rotzfreche Kleiber zeigt seinen Verwandten, wer Herr im (Futter)-Haus ist. Und ein Trupp quirliger Schwanzmeisen pickt in das Fett eines hängenden Meisenrings. In vielen Gärten herrscht ein emsiges aber auch buntes Treiben. Gerade Familien bereitet die Fütterung der Vögel im Winter in großes Vergnügen. Doch wer in der kalten Jahreszeit Körner ausstreuen und Meisenknödel aufhängen will, muss auch ein paar Regeln beachten.
„Das Wichtigste ist, dass das Futter nicht nass werden kann. Das kann verderben oder vereisen“, warnt Vogelexperte Hans Arend vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) davor, ein nicht geeignetes Futterhäuschen aufzustellen. Selbst das schönste aus natürlichem Birkenholz nachgebaute Schweizer Mini-Chalet fällt durch, wenn einige Kriterien nicht erfüllt werden. Der Hessisch Oldendorfer empfiehlt die Anschaffung von Futtersilos, aus denen Körner dosiert nachrutschen.
Bei diesen Futterspendern können die Vögel nicht im Futter herumhüpfen. So ist die Gefahr, dass über den Kot Krankheitskeime verbreitet werden, ist bei diesen Futterstellen geringer. Eine regelmäßige Reinigung sollte für Vogelfreunde dennoch Pflicht sein. Arend rät, die Häuser alle drei Tage auszufegen. Er ist selber eifriger „Futterspender“. Neben den Vögeln im eigenen Garten versorgt er auch regelmäßig die das Hessisch Oldendorfer Naturschutzzentrum anfliegende Piepmätze.
Der Nabu empfiehlt, die Futterstelle an einer übersichtlichen Stelle zu platzieren, wo sich keine Katzen anschleichen können. Auch sollten in drei bis Meter Abstand Bäume oder Büsche stehen, die den Piepmätzen Obdach bei eventuellen Sperberattacken bieten. Darüber hinaus sollten Vogelfreunde eher zwei oder drei kleine anstatt einen großen Futterplatz einrichten. So wird die Infektionsgefahr verringert.

Wintervögel

25 Bilder
Buntspecht
Quelle: Foto: Frank Neitz

Zugvögel können sich für ihre Langstreckenflüge ein ausreichend Fettpolster anfressen – Standvögel nicht. Ihre Energiereserven sind nach einer eiskalten Nacht nahezu verbraucht. Gleich morgens muss wieder aufgetankt werden. Doch was soll man anbieten? Vogelfreunde sollten zunächst herausfinden, welche Arten sich überhaupt in ihren Gärten blicken lassen. Und dementsprechendes Futter auslegen. Brot und Speisereste gehen gar nicht. Sonnenblumenkerne schmecken zwar vielen – jedoch nicht allen Vogelarten. Die Kerne haben Körnerfresser wie Finken und Spatzen ganz oben auf ihrer Speisekarte. Doch diese Müsli-Fraktion pickt auch gern Hanfsamen und anderen Sämereien. Weichfutterfresser wie Amsel, Rotkehlchen oder Zaunkönig wird man damit dagegen kaum ins Vogelhäuschen locken. Diese Schnabelträger hüpfen bei der Nahrungsbeschaffung meist über den Boden – und sollten dort auch (im Trockenen) gefüttert werden.
Sie bevorzugen mehr die tierische Nahrung, stehen aber auch Mohn, Kleie, Obst und Rosinen. Ebenfalls eine Delikatesse: in heißem Öl getränkte Haferflocken. Nicht wählerisch sind Allesfresser wie Meisen, Spechte oder Kleiber.

Finkenvögel, Amsel, Stare und Rotkehlchen sind keine Kletter-Akrobaten. An frei hängende Futterrationen wie Meisenknödeln, Nusssäckchen oder gefüllten Kokosschalen gelangen sie kaum. Daher sollten Tierfreunde darauf achten, dass diese Vögel die Nahrung über naheliegende Äste erreichen können. Wer den Dreck von aufgepickten Schalen unter der Futterstelle scheut, kann beim Kauf auf geschälte Sonnenblumenkerne zurückgreifen. Der Nachteil: eine kurze Beobachtungszeit. Die Vögel verweilen nicht lange am Futterhaus. Statt ihre „Beute“ vor Ort zu Entkernen, fliegen sie gleich mit der Mahlzeit fort.
Die beste Winterhilfe für die gefiederten Freunde ist jedoch immer noch der naturnahe Garten, in dem heimische Gehölze, Beeren- und Staudengewächse und gar Obstbäume wachsen. Hecken und Mauerbegrünungen bieten Insekten Schutz und somit gute Voraussetzungen für die Wintervögel, einen reichlich gedeckten Tisch vorzufinden. Und das ebenfalls vor dem eigenen Wohnzimmerfenster. Tipps zur Wintervogelfütterung erhalten Tierfreunde auch im Naturschutzzentrum des Nabu am Horstweg.
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Schwanzmeisen bedienen sich gern an hängenden Knödeln. Foto: fn


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