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Initiative will „spannende Orte, die Kinder hungrig und nicht satt machen“

Sie wollen das Projekt Traumschule angehen

Coppenbrügge (ist). „Wir sind besessen, das Projekt Traumschule anzugehen“, wiederholt Boris Schwitalski mehrmals an diesem Abend und rennt bei den insgesamt gut fünfzig Gästen der ersten Informationsveranstaltung der Initiative „Freie Schule Weserbergland“ in Coppenbrügge weit und teilweise schon lange offenstehende Türen ein. „Schulen müssen spannende Orte sein, die Kinder hungrig, nicht satt machen. Die ihnen Futter geben und ihre Vorfreude auf sich selbst wecken. Wo Respekt, Kreativität und Wertschätzung von Verschiedenheit ganz oben stehen, nicht still sitzen und drüber reden, sondern machen …“ So die Botschaft unter anderem aus der Freien Schule Potsdam, der Jenaplan-Schule in Jena und aus skandinavischen Schulen, die Schwitalski als Sprecher der Initiative in Filmsequenzen vorstellt. Anschließend erläutert Mara Woldt die Pädagogik von Maria Montessori sowie Rebecca und Mauricio Wild, die Basis der Freien Schule sein wird. Schule als Ort, nach dem man sich sehnt? So hätte sie als Mutter von drei Söhnen (9, 6, 3) die Regelschule nicht gerade erlebt, sagt Anja Richards (35) aus Afferde. Eher als absolutes Chaos ohne Ende ab Beginn. Zumindest der Jüngste, der jetzt noch in den Waldkindergarten am Finkenborn gehe, solle es von Anfang an besser haben. Deshalb sei sie hier und werde die Arbeit mit allen Kräften unterstützen. Ebenso wie Birgit Steinhoff (45, drei Kinder) aus Hameln, Carsten Chuchra (41) aus Behrensen, dessen Sohn („klassischer Bengel“) besorgniserregend unter dem schulischen Leistungsdruck leide oder Marco Kessler (38) aus Lauenstein, dessen drei Töchter nicht immer nur „spuren mögen“. Darüber hinaus gibt es Gäste aus Springe, deren Kinder längst die Schule hinter sich haben, wo jedoch zurückliegende, schlechte Erfahrungen geradezu Verpflichtung seien, sich für „freiwilliges Lernen mit Nachhaltigkeit“ auch für andere als die eigenen Kinder zu engagieren, meinen zwei Damen, die nicht genannt werden möchten. Es gibt lange Abende in Coppenbrügge und Hameln mit weniger Diskussion – weil man sich ja einig ist – dafür mit intensivem Gesprächsaustausch und vielen Fragen zur Umsetzung der „Freien Schule Weserbergland“.

veröffentlicht am 01.02.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:21 Uhr

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„Unser Ziel ist, im Sommer 2014 mit 30 Kindern im Alter von 6 bis 8 Jahren zu starten“, so Schwitalski. Dann soll sukzessive aufgestockt werden bis zu 100 Schülern und dem Realschulabschluss. Inhaltliche Ausgestaltung und Ablaufplan seien weitgehend im Kopf und jetzt von einem zu gründenden Verein zu vertiefen und zu Papier zu bringen. Standort und Räumlichkeiten, gern im Ostkreis, müssten gesucht werden – beispielsweise Nachnutzung einer leerstehenden Grundschule oder alternativ ein Hof mit Platz für Werkstätten und Heuboden. Für die Verhandlungen mit Verwaltung und Schulbehörde veranschlagt Schwitalski ein halbes Jahr, „dann müssen wir Lehrer mit zweitem Staatsexamen und Montessori-Diplom finden, außerdem Sponsoren für die Finanzierung. Denn drei Jahre lang müssen wir uns auch über gestaffeltes Schulgeld selber finanzieren!“ Mitarbeiter finden sich an diesen beiden Abenden reichlich, telefonische Nachfragen nach Plätzen in der Freien Schule haben längst das Anlegen einer Liste nötig gemacht. Fazit von Schwitalski: „Wir haben, wie nicht anders erwartet, festgestellt, dass es ein deutliches Interesse an einer ‚anderen‘ Schule im Landkreis gibt, und sind dabei auf zahlreiche Menschen gestoßen, die sich sehr wohl Gedanken machen, wie Schule besser werden kann.“ Ansprechpartnerin für weitere Interessenten ist Sandra Richards (Telefon 05153/803253).



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