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Jürgen Johannesdotter wird in voll besetzter Bückeburger Stadtkirche als Landesbischof verabschiedet

„Sie haben diesen Zugang zu den Menschen“

Bückeburg. Sucht man in den lobenden Worten, die Verabschiedungen nun mal mit sich bringen, das immer wiederkehrende Motiv, so ist der Schaumburg-lippischen Landeskirche soeben einer abhandengekommen, auf den das Prädikat „Menschenfischer“ gut zu passen scheint. Fast alle Redner haben am vergangenen Samstag, als Jürgen Johannesdotter aus dem Amt des Landesbischofs verabschiedet worden ist, dessen Nähe zu den Menschen betont.

veröffentlicht am 18.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:03 Uhr

Der katholische Bischof Norbert Trelle (links) bedankt sich bei
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Thomas Meinecke Redakteur zur Autorenseite
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Erinnerungen an gemeinsame Zeiten

Jürgen Johannesdotter ist einer, der mit anderen, der mit den Menschen kann. Die Tatsache seiner Mitgliedschaft in der IG Metall ist dafür ein zwar gerne bemühtes, aber keineswegs alleine stehendes Beispiel. Sein Stellvertreter als Bischof, Dr. Klaus Pönnighaus, wies auf Johannesdotters schnörkellose Art hin. „Sie sind zu den Menschen hingegangen, haben sie nicht herbeizitiert“, würdigte er den Bischof, der „nahe an allen Menschen“ war.

Ganz ähnlich sah das Niedersachsen Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann. Ein Mann in seiner Position brauche ein „wahrhaftiges Interesse an den Menschen“. Und genau das habe den scheidenden Bischof ausgezeichnet: „Sie haben diesen Zugang zu den Menschen.“

Persönliche Worte auch vom Hildesheimer katholischen Bischof Norbert Trelle. „Gut lutherisch ist gut brüderlich“ – das habe Johannesdotter immer ausgezeichnet. Ihm sei er als „Mitbruder immer sehr nahe“ gewesen.

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„Ach schade!“ Kürzer als der Hannoversche Altbischof Horst Hirschler kann man’s kaum sagen. In seinem mit Erinnerungen an gemeinsame Zeiten („Wir sind ja gelernte 68er“) gespickten Grußwort war nicht nur Platz für Nähkästchenplaudereien („Der Johannesdotter war immer so gut angezogen unter all den Parka-Brüdern“), sondern auch für Nachdenkliches: „Für jemanden, der den Menschen so nahe ist, kommt ja jede Beförderung fast einem Abstieg gleich.“

Für den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland überbrachte der Lippische Landessuperintendent i. R. Gerrit Noltensmeier die Grüße des Ratsvorsitzenden Bischof Huber.

Die Entpflichtung aus dem Bischofsamt nahm der Leitendende Bischof der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands vor. Dr. Johannes Friedrich schilderte Johannesdotter als einen „von seinen Gemeindeerfahrungen“ geprägten Mann, betonte dessen „Basisbindung“, wies auf dessen Verbindung zur Gewerkschaft und dessen Engagement in der Seemannsmission hin und auf den „engen Kontakt mit Menschen, die fest im Leben stehen“.

Viele, viele waren gekommen, um Jürgen Johannisdotter als Landesbischof zu verabschieden. Zu viele, um sie alle aufzuführen. Deshalb sei, stellvertretend für alle anderen, allein Dr. Benita zu Schaumburg-Lippe genannt, die das Fürstenhaus vertrat.

Wer in der prallvollen Stadtkirche einen Platz gefunden hatte, der erlebte einen fast zwei Stunden dauernden Gottesdienst. In den Mittelpunkt seiner Abschiedspredigt hatte Johannesdotter die Worte der Herrnhuter Losung zum 6. Oktober gestellt – seinem 66. Geburtstag. Er dankte allen für ihr Weggeleit und für „alles, was gemeinsam gelungen ist“ und bat um Vergebung „für das, was misslungen ist und wo ich selbst schuldig geworden bin“.

Viele Mitwirkende hatten ihren Anteil am Gelingen der Veranstaltung. Hervorzuheben sind die beeindruckenden musikalischen Beiträge. Unter der Leitung von Siebelt Meier waren der Posaunenchor und die Kantorei der Stadtkirche sowie der Kammerchor „JPS“ zu hören.

Der Leitendende Bischof der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands, Dr. Johannes Friedrich, nimmt die Entpflichtung Jürgen Johannesdotters aus dem Bischofsamt vor.

Fotos: thm



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