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Einige Feuerwehren müssen deshalb beim Rettungsgerät aufrüsten

Sichere Autos haben ihre Tücken

Hameln-Pyrmont. Die Automobilindustrie hat in den vergangenen Jahren immer mehr in die passive Sicherheit der Fahrzeuge investiert. Das allerdings stellt auch die Feuerwehren vor veränderte Voraussetzungen, die ihre technischen Geräte den neuen Anforderungen anpassen müssen, um Unfallopfer nach einem schweren Verkehrsunfall auch befreien zu können. Dies betrifft vor allem die hydraulisch betriebenen Rettungsgeräte. Teilweise ist eine Umrüstung in den Städten und Gemeinden schon erfolgt, teilweise steht sie aber noch an.

veröffentlicht am 11.03.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:21 Uhr

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„Die Fahrzeuge werden durch neue, stärkere Materialien, aber auch zusätzliche verbaute Teile immer sicherer. Kommt es aber dennoch zu einem schweren Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person, müssen wir die notwendigen technischen Geräte vorhalten, um ein solches Unfallopfer auch befreien zu können“, erklärt Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke. Der Leiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) Kirchohsen, Sascha Corbach, berichtet, dass zum Beispiel bei neueren Fahrzeugen die Säulen durch zusätzliche Rundstähle verstärkt wurden. Auch in die Türen sind zusätzliche Verstrebungen eingebaut worden, um den sogenannten Seitenaufprallschutz zu erhöhen.

Zudem wurde die Festigkeit der verwendeten Blech- und Formteile erhöht. „Gerade das sind aber die Bereiche, an denen wir als Feuerwehren angreifen. So müssen verkeilte Türen aufgehebelt werden oder die tragenden Säulen durchtrennt werden, um an die Verletzten zu kommen“, erzählt Kreisschirrmeister Corbach. Und dazu müssen die hydraulisch betriebenen Rettungsgeräte aufgerüstet werden.

Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke: „Das haben wir für die Kreisfeuerwehr bei dem Rüstwagen in der Feuerwehrtechnischen Zentrale im September 2011 getan.“ Damals wurde ein neuer kompletter Rettungssatz mit einem Hydraulikaggregat, einer Rettungsschere, einem Rettungsspreizer und zwei Rettungszylindern sowie Zubehör angeschafft, eine Investition von rund 26 000 Euro. „Mit den neuen Geräten sind wir auf die Anforderungen der kommenden Jahre vorbereitet“, betont der Kreisschirrmeister. Die neuen Geräte müssen mehrere Eigenschaften aufweisen. Zum einen ist ein stärkeres Hydraulikaggregat erforderlich, um den nötigen Druck für die Schere und den Spreizer zu erzeugen, mit denen der hochfeste Stahl durchtrennt oder auseinandergedrückt werden kann. „Unsere neue Rettungsschere etwa arbeitet jetzt mit einem sogenannten Beißdruck von 107 Tonnen, zuvor lag dieser bei 50 bis 65 Tonnen“, so der FTZ-Leiter. Beim Rettungsspreizer arbeiten die älteren Geräte mit einem Druck von 3,5 bis 13,2 Tonnen, heute liegt er bei 5,4 bis 33 Tonnen. „Auf diese höheren Drücke müssen natürlich auch die Hydraulikleitungen mit ihren Dichtungen ausgelegt sein, die sonst versagen würden“, erklärt Sascha Corbach. Aber auch der Werkstoff von Schere und Spreizer muss den höheren Anforderungen angepasst werden, damit sie sich beim Einsatz nicht verformen oder gar brechen.

In den Städten und Gemeinden ist diese Umrüstung teilweise schon geschehen, etwa in der Stadt Hameln. Kreisbrandmeister Wöbbecke: „Aber es gibt auch Kommunen, die hier noch Nachholbedarf haben.“ In der Gemeinde Aerzen etwa kam der hydraulische Rettungssatz bei einem Verkehrsunfall schon mal an seine Grenzen. Hier ist das Hydraulikaggregat 28 Jahre alt, ebenfalls der Spreizer, die Rettungsschere wurde vor zwei Jahren schon ersetzt.

Gemeindebrandmeister Friedhelm Senke ist dort in Gesprächen mit der Politik und Verwaltung, dass diese Geräte zeitnah ersetzt werden. „Ich bin zuversichtlich, dass das auch geschieht. Und wir haben die Option, dass, falls etwas ausfällt, sofort Ersatz beschafft wird“, bemerkt Friedhelm Senke. Auch andere Kommunen im Landkreis haben hier noch Nachholbedarf.

Dabei muss aber nicht immer ein ganzer Hilfeleistungssatz wie bei der Kreisfeuerwehr beschafft werden, sondern teilweise nur einzelne Komponenten. „Die Kosten betragen für ein neues Aggregat 6000 bis 7000 Euro, eine neue Schere kostet um die 4000 Euro und ein neuer Spreizer rund 3500 Euro“, erklärt der Kreisschirrmeister. Eines ist Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke noch wichtig: „Sichergestellt ist aber auch derzeit, dass wir mögliche Unfallopfer jederzeit und schnell aus ihren Fahrzeugen befreien können.“tis



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