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Sex mit Minderjährigen: Staatsanwalt sah zunächst keine Straftat

Bäntorf (ube). Im Fall der Missbrauchsfälle, die sich in dem kleinen Dorf Bäntorf ereignet haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft Hannover zunächst zwei Verfahren eingestellt. Nach der Beschwerde einer erbosten Mutter, nahm die Behörde die Ermittlungen teilweise wieder auf. Der Fall sorgte im Februar für Unruhe in dem 120-Seelen-Dorf Bäntorf – und er machte überregional Schlagzeilen. Fernseh-Teams filmten seinerzeit das Haus, in dem ein Familienvater wohnte, der beschuldigt wird, sich an Kindern und an Jugendlichen vergangen zu haben. 

veröffentlicht am 02.04.2011 um 06:32 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 03:41 Uhr

Bäntorf
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 Jetzt hat die Staatsanwaltschaft in Hannover zunächst zwei Verfahren – es ging um den Verdacht der sexuellen Nötigung und des sexuellen Missbrauchs – eingestellt. Auf Nachfrage teilte Staatsanwältin Kathrin Söfker der Dewezet am Donnerstagnachmittag mit, nach Abschluss der Ermittlungen „war eine strafrechtliche Relevanz nicht erkennbar“. Deshalb seien vor wenigen Tagen Einstellungsbescheide verschickt worden.
 Opfer-Anwalt Roman von Alvensleben, der die beiden Schülerinnen vertritt, hat in dieser Woche offiziell Beschwerde gegen die Bescheide eingereicht. Und eine Mutter, mit deren Tochter – sie soll zur Tatzeit erst 13 Jahre alt gewesen sein – der Mann dreimal geschlafen haben soll, hat inzwischen den ermittelnden Staatsanwalt angerufen und ihm gegenüber ihrem Unmut Luft gemacht. „Es war ein nettes und intensives Gespräch. Der Staatsanwalt hat mir am Telefon zugesagt, dass er das Verfahren wieder aufnehmen wird, berichtet die Frau. Sie meint, der Jurist habe bei der Durchsicht der Akten offenbar übersehen, dass ihre Tochter zur Tatzeit noch ein Kind war.
 Opfer-Anwalt von Alvensleben bezeichnet „die Beischlafhandlungen als schweren sexuellen Missbrauch von Kindern“ und kritisiert die Staatsanwaltschaft: „So einen Fall kann man nicht einfach vom Schreibtisch aus entscheiden. So was muss gerichtlich – und zwar anhand des Einzelfalls – geklärt werden. Das verlangt die obergerichtliche Rechtsprechung.“
 Nach einem Gespräch mit dem ermittelnden Staatsanwalt bestätigte Staatsanwältin Söfker am Freitag die Angaben der Mutter: „Im Fall des Mädchens, das zur Tatzeit erst 13 Jahre alt gewesen sein soll, haben wir die Ermittlungen wieder aufgenommen. Es gibt neue Erkenntnisse.“
 Rechtsanwalt von Alvensleben sagt, auch der zweite Fall dürfe nicht ad acta gelegt werden. Auch diese Šchülerin sei sexuell missbraucht worden. Es spiele keine Rolle, dass dieses Mädchen zur Tatzeit bereits 14 Jahre alt und damit nach dem Gesetz kein Kind mehr, sondern schon Jugendliche war. „Denn sie ist von dem Beschuldigten mental beeinflusst worden. Der Mann hat ihr Alkohol zum Trinken gegeben. Dadurch war das Mädchen enthemmt, neugierig und nicht mehr Herrin ihrer Sinne.“ Seine Mandantin, so Roman von Alvensleben, habe während ihrer anwaltlichen Vernehmung gesagt, der Beschuldigte „hat mir eine Gehirnwäsche verpasst“. Für den Opfer-Anwalt steht damit fest: „Die sexuelle Selbstbestimmung des Mädchens war eingeschränkt.“ Ohnehin sei es ein Unding, dass der Bäntorfer Alkohol an Kinder und Jugendliche ausgeschenkt habe, so der Rechtsanwalt.
 Auch ein Verfahren wegen des Verdachts des Besitzes von kinderpornografischen Schriften läuft gegen den Mann noch. 



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